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Borsdorfer Rat unterstützt Jobcenter-Plan

Borsdorfer Rat unterstützt Jobcenter-Plan

Borsdorf. Der Borsdorfer Gemeinderat hat sich auf seiner vorgestrigen Sitzung einstimmig hinter die Idee gestellt, im derzeit leerstehenden Bahnhofsgebäude eine Außenstelle des Jobcenters einzurichten.

. Die Entscheidung, wo die Leistungsempfänger der Region ab Januar 2012 betreut werden, liegt beim Kreis. Auch die Stadt Naunhof hat sich beworben.

Im Sozialraum Partheland, zu dem neben Borsdorf noch Brandis, Machern, Naunhof und Parthenstein gehören, muss eine Außenstelle des ehemaligen BGA (Betrieb für Grundsicherung und Arbeitsförderung) geschaffen werden. Das besagt ein Kreistagsbeschluss. Insgesamt wird Platz für 35 Mitarbeiter benötigt.

„Mittlerweile ist ein Wettbewerb zwischen uns und Naunhof entstanden", berichtete der Borsdorfer Rathauschef Ludwig Martin (CDU) freimütig. Naunhof habe zwischenzeitlich ein kostengünstigeres Angebot abgegeben. Borsdorf sei allerdings nicht gewillt, wie auf dem orientalischen Basar zu feilschen und unter den vorgeschlagenen Mietpreis von 4,95 Euro zu gehen. „Wir haben in den letzten Tagen alles noch einmal durchgerechnet." Demzufolge würde sich die benötigte Fläche noch etwas reduzieren lassen, was unterm Strich ebenso eine Kostenersparnis bedeute. „Unser Angebot ist auf jeden Fall konkurrenzfähig", urteilte Martin. Vor allem die Erreichbarkeit für die Hartz-IV-Empfänger sei ideal. „Hier liegen wir gegenüber Naunhof deutlich im Vorteil." Sowohl per Bahn, Bus als auch Auto sei die Verkehrsanbindung ideal.

Finanziert werden soll der nötige Ausbau des Bahnhofs, der auch öffentliche Toiletten und einen kleinen Wartebereich vorsieht, mit Hilfe eines Kredites. Entsprechende Vorgespräche mit der Rechtsaufsicht seien bereits geführt worden. „Es würde sich", so Martin, „um einen rentierlichen Kredit handeln, der sich über die Mieteinnahmen finanziert."

Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag, in der Haushaltsplanung für das laufende Jahr vorsorglich eine Kreditaufnahme in Höhe von 850 000 Euro einzustellen. Die Summe müsse natürlich nicht unbedingt ausgeschöpft werden.

Wer letztlich das Rennen macht, entscheidet sich beim Landkreis. Bis Mitte März rechnet Martin hier mit Klarheit. „Im Falle eines Zuschlags", versicherte er, „steht Borsdorf Gewehr bei Fuß."

Das Gemeindeoberhaupt stimmte die Räte schon mal darauf ein, dass nach einer positiven Entscheidung eine Sondersitzung nötig wird. Pläne müssten konkretisiert und die Finanzierung in trockene Tücher gebracht werden. Ab Vertragsabschluss rechnet man mit sechs Monaten Bauzeit.

Zum 1. Januar 2012 müssten die Räumlichkeiten für die Betreuung der Leistungsempfänger zur Verfügung stehen. Lediglich Lorenz Uhlmann (FWG 94) bedauerte in der Diskussion, dass man sich damit von den ursprünglichen Ideen für die Nutzung des Bahnhofs verabschiede. „Auch die angedachte Gestaltung des nahen Marktplatzes hat sich damit wohl erledigt." Denn das Areal, so Uhlmann, werde dann sicher für Parkplätze benötigt.

Simone Prenzel

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