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Wurzen Brach liegende Gärten sollen Eigenheimen weichen
Region Wurzen Brach liegende Gärten sollen Eigenheimen weichen
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06:00 11.02.2016
Die brach liegenden Gärten an der Liststraße sollen Eigenheimen weichen.
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Wurzen

Wo heute Kleingärtner noch ihre grünen Parzelle hegen und pflegen, sollen in Zukunft einmal Eigenheime stehen – und zwar vis-à-vis der Evangelischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ in der Liststraße. Stadtplaner Carl Rößler präsentierte den Wurzener Volksvertretern zur jüngsten Ratssitzung quasi als ersten Verwaltungsschritt, einen sogenannten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan (B-Plan) „Wohngebiet Liststraße – Teil 1“. Vor der eigentlichen Abstimmung erläuterte er aber zunächst die Hintergründe und Details des Vorhabens.

Demnach regele der B-Plan die Art und Weise der möglichen Bebauung des Grundstückes und schaffe laut Rößler entsprechendes Baurecht. „Den Bürgern wird damit also gesagt, dass eine Planung losgeht.“ Momentan sei er dabei, die Grundstücksfragen zu klären, da es sich bei dem Areal nicht nur um Gartenpachtland des Kleingartenvereins Muldenaue handele, welches der Kommune gehöre, sondern eben auch teils um Privatgelände. Die Gespräche, so Rößler weiter, verliefen bislang positiv. Es gebe folglich eine Bereitschaft der Grundstückseigentümer, „die notwendigen Flächen für die Erschließung zur Verfügung zu stellen“. Im Übrigen verkündete die Stadtverwaltung im Beschlusspapier, sei „der Bedarf an Wohnbauland für Eigenheime vorhanden“.

Ergänzt wurden die Ausführungen des Stadtplaners von Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos), der bei dem Projekt von einem „ersten Aufschlag zum Vorschlag“ des Muldenaue-Vereinsvorsitzenden Steffen Göttlinger sprach. Der 61-jährige Spartenchef hatte im November des Vorjahres erstmals vorm Technischen Ausschuss des Stadtrates gesprochen und hierbei den wachsenden Leerstand in den Fokus gerückt. Um dem Negativtrend zu begegnen, schlug Göttlinger seinerzeit dem Podium konkret vor, die gut zehn Hektar der Sparte Muldenaue über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren wie folgt aufzuteilen: Lediglich noch 27 000 Quadratmeter würden demzufolge die Vereinsmitglieder nach den Regeln des Bundeskleingartengesetzes bewirtschaften. Auf 22 000 Quadratmetern könnten Freizeitgärten insbesondere für junge Familien entstehen, und 17 000 Quadratmeter erhalte die Stadt zurück, um sie letztlich zu Bauland zu entwickeln. Göttlingers Idee fiel auf fruchtbaren Boden und erntete Lob über die Fraktionstische hinweg.

Dass es sich beim aktuellen Aufstellungsverfahren „Wohngebiet Liststraße“ allenthalben um einen ersten Schritt handelt, betonte Röglin lieber einmal mehr als zu wenig. „Es geht nicht darum, dass hier in den nächsten Tagen der Bagger anrückt.“ Und niemand werde vor die Tür gesetzt. Rößler fügte an: „Der B-Plan ist ein Angebotsplan und greift nicht in die bestehende Nutzung.“ Das Votum der Mandatsträger erfolgte einstimmig.

Von Kai-Uwe Brandt

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