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Wurzen Brandis: Abiturient erhält Bundesumweltpreis
Region Wurzen Brandis: Abiturient erhält Bundesumweltpreis
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14:50 19.05.2015

Für seine ausdauernde Forschungsarbeit konnte der 19-Jährige jetzt eine sensationelle Auszeichnung ernten: Der Leulitzer heimste beim diesjährigen Bundesumweltwettbewerb einen der vier Hauptpreise ein.

Gemeinsam mit weiteren Jungforschern wurde der junge Mann in der Heinz Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt für seine Leistungen geehrt. Die Jury bescheinigte ihm eine akribische und sehr fundierte Arbeit. Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen zu Aufbau und Funktion von Biogasanlagen und den darin ablaufenden biochemischen Prozessen führte Paul Winkler eigene Versuche durch, um aus Maisstroh Biogas zu erzeugen. "Nicht immer zur Freude seiner Mutter, da der heimische Waschkeller zum Labor umfunktioniert wurde", wie sein Betreuungslehrer Lutz Feichtinger berichtet.

"Der Grundgedanke ist, dass nicht Maiskörner - also Futtermittel - in die Biogasanlagen wandern, sondern das Maisstroh." Dieses bleibe oft als Abfall auf dem Feld liegen und verrotte ungenutzt. "Sowohl energetisch als auch wirtschaftlich würde eine Verwendung Sinn machen", findet der Leulitzer. Zudem wäre damit die Diskussion "Tank oder Teller" ein Stück weit entschärft.

Seit der 10. Klasse beschäftigte sich der Muldentaler intensiv mit der Thematik, klopfte auch politische Rahmenbedingungen ab und führte unzählige Messreihen durch. Die Jury lobte unter anderem, dass alle Versuche ausführlich protokolliert und kritisch analysiert wurden. "Der Versuchsaufbau bestand aus einem alten Aquarium, einem Tauchsieder und mehreren Glaskolben, in denen sich der Gäransatz befand", berichtete der 19-Jährige. Das entstehende Gas wurde in Tüten aufgefangen und anschließend auf seinen Energiegehalt untersucht. Nicht nur die kreative Methode im heimischen Waschkeller hinterließ bei der Jury Eindruck. Das Thema sei generell von allen Seiten beleuchtet worden, hieß es in der Laudatio. Zudem sei es dem Teilnehmer gelungen, damit aktuellen Umweltfragen auf den Grund zu gehen und den Problemen mit Kreativität und Engagement entgegenzutreten.

Dass sich die ganze Mühe gelohnt hat, zeigt nicht nur die Urkunde, die der frisch gebackene Abiturient aus den Händen von Bundesumweltministerin Johanna Wanka (CDU) in Empfang nehmen durfte. Auch ein Preisgeld von 1500 Euro geht mit der Ehrung einher.

Eine abschließende Wirtschaftlichkeitsberechnung durfte ebenfalls nicht fehlen. Schließlich spielt es für Landwirte in erster Linie eine Rolle, ob sich die Sache rechnet. Auch dieser Beweis wurde von Paul Winkler erbracht. "Vielleicht ist meine Arbeit ja ein Ansatz, um in Zukunft Reststoffe besser nutzen zu können", so der Tüftler, der ab Oktober - wie kann es anders sein - Chemie und Umwelttechnik studiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.09.2014
Simone Prenzel

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