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Brandis: Kaufkraft ist hoch, aber es fehlt an Geschäften

Handel unter der Lupe Brandis: Kaufkraft ist hoch, aber es fehlt an Geschäften

Noch zu oft füllen die Brandiser ihre Einkaufskörbe auswärts. Ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept soll jetzt den Weg weisen, den Handel in der Innenstadt zu stärken.

Brandis will als Einkaufsstadt attraktiver, die Innenstadt gestärkt werden. Die Nähe zu Leipzig macht das nicht unbedingt einfacher.

Quelle: Archiv

Brandis. Die Situation ist vertrackt: Während die Brandiser über eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft verfügen, fehlt es in der Stadt an Geschäften, wo sie ihr Geld ausgeben können. Im Auftrag der Kommune wurde deshalb ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept auf den Weg gebracht, das besonders den Einzelhandel in der Innenstadt stärken soll. Die Situation wurde von der Cima Beratung und Management GmbH unter die Lupe genommen: Wohin fließt Kaufkraft ab, woher können aber gleichzeitig auch Kaufkraftzuflüsse kommen? Wie ist die derzeitige Versorgungsstruktur? Auf diese Fragen gibt es nun auf 69 Seiten Antworten.

Rund um Markt und Hauptstraße hat die Stadt Brandis einen zentralen Versorgungsbereich ausgewiesen, in dem der Einzelhandel gestärkt werden soll

Rund um Markt und Hauptstraße hat die Stadt Brandis einen zentralen Versorgungsbereich ausgewiesen, in dem der Einzelhandel gestärkt werden soll.

Quelle: Cima

Die gute Nachricht: Das Brandiser Zentrum punktet mit einem attraktiven Marktplatz und einer traditionellen Geschäftsstraße. „Es gibt einen günstigen Branchenmix aus Food- und Nonfood-Anbietern in Kombination mit zahlreichen Dienstleistern“, so Manfred Bauer, Experte der Cima. Zwei gut frequentierte Lebensmittelmärkte nur einen Steinwurf von den Top-Lage entfernt könnten theoretisch täglich für einen regen Kundenstrom sorgen. Einkaufen mit dem Fahrrad zum Beispiel funktioniert hervorragend, da vieles auf kurzem Wege und eben erreichbar ist.

Dennoch fanden die Experten genug Ansatzpunkte für Kritik: So lässt die Anbindung der beiden Frequenzbringer Edeka und Norma ans Zentrum zu wünschen übrig. Im Falle von Norma würde ein Fußgängerüberweg fehlen, der Passanten das gefahrlose Überqueren der Hauptstraße ermöglicht. Der Edeka-Standort sei vom Markt nur über eine unattraktive Wegebeziehung zu erreichen. Ein Wirrwarr bei den Öffnungszeiten würde den Kunden das Einkaufsvergnügen zudem erschweren. Damit Shoppen attraktiver wird, werden zum Beispiel ein Kunden- und Parkleistsystem und attraktivere Schaufenster angemahnt. Eine Fotodokumentation, die der Analyse beiliegt, nimmt Schwachstellen ins Visier. So gibt es in der Hauptstraße ein Sammelsurium unterschiedlicher Papierkörbe. Kaputte Spielgeräte, ungepflegte oder eintönige Auslagen werden ebenso moniert.

Neben ganz konkreten Verbesserungsvorschlägen ist Anliegen des Konzeptes aber vor allem eins: „Mit dem Papier haben wir endlich ein Instrument in der Hand, den Einzelhandel im Zentrum gezielt zu stärken“, erklärt Stadtchef Arno Jesse (SPD). Auch rechtlich hat die Kommune jetzt die Möglichkeit, Ansiedlungswünsche am Stadtrand kritisch unter die Lupe zu nehmen. „Großanbietern, die der Innenstadt weitere Kaufkraft entziehen, soll so ein Riegel vorgeschoben werden“, erläutert der Stadtchef.

Das Parlament hat sich auch auf fünf sogenannte Potenzialflächen geeinigt, auf denen Geschäftsansiedlungen erwünscht sind. Neben drei Arealen in der Hauptstraße rückt eine Fläche in der Beuchaer Straße zwischen Markt und Edeka sowie das Areal beiderseits der Rathausgasse ins Visier. „Hier wollen wir Ansiedlungswünsche vorrangig unterstützen oder, wenn sich Besitzverhältnisse ändern, auch gezielt von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch machen“, erläutert Jesse.

Derzeit bieten in Brandis 67 Einzelhandelsbetriebe auf rund 10 000 Quadratmetern ihre Waren an. Ganz konkret legt nun eine „Brandiser Liste“ Sortimente fest, die nach Meinung der Cima zur weiteren Attraktivität des Zentrums beitragen könnten. „Schmerzlich vermisst wird zum Beispiel ein Drogeriemarkt“, erklärt Jesse. Aber auch Schuhe, Lederwaren oder Sportartikel stehen auf der Wunschliste fürs Stadtzentrum. Auf Grundlage des Papiers kann die Kommune nunmehr auch Bauanträge für neue Einzelhandelsansiedlungen in punkto Sortiment bewerten.

Dass die Brandiser genügend Geld in der Tasche haben, weist die Cima in ihrer Untersuchung ebenfalls nach. „Das Kaufkraftvolumen für alle Einzelhandelsbranchen beläuft sich im Einzugsgebiet auf rund 90,2 Millionen Euro“, so Manfred Bauer. Für das Jahr 2025 wird sogar ein Anstieg auf 93,1 Millionen Euro prognostiziert – vor dem Hintergrund, dass rund um Leipzig ein Anstieg der Einwohnerzahlen erwartet wird.

Derzeit liegt der Umsatz des Brandiser Einzelhandels bei lediglich 33,4 Millionen Euro. Eine Zahl, die deutlich zeigt, dass bei dem Thema noch viel Luft nach oben ist.

Von Simone Prenzel

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