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Brandis-Nordfeld: Landesdirektion könnte im Juli entscheiden

Pläne für Tonabbau Brandis-Nordfeld: Landesdirektion könnte im Juli entscheiden

Auf rund 30 Hektar soll östlich der Stadt Brandis in den kommenden Jahrzehnten Ton abgebaut werden. Das Raumordnungsverfahren läuft derzeit bei der Landesdirektion Sachsen. Die Stadt Brandis fürchtet massive Eingriffe und lehnt das Vorhaben ähnlich wie Naturschutzverbände und Bürger ab.

Vorrat im Visier: Südlich der Straße zwischen Zeititz und Brandis liegt das geplante Abbaugebiet.

Quelle: LVZ

Brandis. Vor Jahresfrist sorgten Tonabbau-Pläne in Brandis für Aufregung. Seitdem wurden jede Menge Akten bewegt, Positionen ausgetauscht, Bewertungen vorgenommen. Doch eine Entscheidung ist nach wie vor offen. Das Raumordnungsverfahren zum Vorhaben Brandis-Nordfeld ist derzeit bei der Landesdirektion (LD) anhängig.

Pläne, zwischen dem östlichen Stadtrand und dem Flugplatzwald ein riesiges Tonvorkommen zu erschließen, geisterten schon länger durch die Kommune. Schon zu DDR-Zeiten hatte das Silikatwerk die Lagerstätte im Visier. Laut Einigungsvertrag ging die Ton-Reserve von der „Staatlichen Vorratskommission“ der DDR an die Treuhand über. Zeitweise gab es mehrere Interessenten für die Schürfrechte. Das Rennen machte 2002 die Tonwerk Brandis GmbH, die auch Hausherr des angrenzenden Ex-Silikatwerks ist. Mit ihrem Antrag, südlich des Zeititzer Weges rund vier Millionen Tonnen Ton abzubauen, legte das Unternehmen Anfang 2015 die Karten auf den Tisch. Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung in Brandis. Die Kommune lehnte das Vorhaben wie auch die Nachbarkommune Machern vehement ab. Insgesamt gingen mehr als 400 Einwendungen von Bürgern bei der Landesdirektion ein.

Die Tonwerk Brandis GmbH wurde daraufhin aufgefordert, die Antragsunterlagen zu überarbeiten. „Bei den meisten vorgebrachten Bedenken und Hinweisen – auch der anderer Träger öffentlicher Belange – erfolgte aus Sicht der Stadtverwaltung keinerlei sachgerechte Auseinandersetzung mit den fachlich fundierten Einwendungen“, erklärt der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Insbesondere Fragen zur Hydrologie seien offen geblieben. „Damit“, so das Stadtoberhaupt, „sind ganz wesentliche Folgen des Vorhabens derzeit nicht absehbar und damit auch nicht bewertbar.“

Die Stadt fürchtet unter anderem Belastungen durch die Transporte, die der Aufschluss auf rund 30 Hektar Fläche mit sich bringen würde. „Daraufhin argumentierte der Planverfasser nun, dass der geplante Tagebau Nordfeld ähnlich aufgestellt ist wie der Tagebau Ostfeld. Die Transportmengen werden identisch sein und damit auch die zu erwartende Verkehrsbelastung.“ Diese Argumentation stimme aus Sicht der Verwaltung nicht aber mit den Antragsunterlagen überein. „Die Bedenken aus der ersten Stellungnahme der Stadt sind demnach nicht beantwortet“, urteilt Jesse. So gebe es mehrere gravierende Punkte, in denen sich das Unternehmen nicht mit den vorgebrachten Argumenten der Stadt auseinandergesetzt und diese auch nur teilweise, zudem meist fachlich nicht untermauert, erwidert habe.

Die Landesdirektion äußerte sich zur weiteren Zeitschiene. Die nochmalige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sei abgeschlossen. „Die Landesdirektion Sachsen hat nunmehr dem Antragsteller erneut Gelegenheit gegeben, zu den vorgebrachten Bedenken bis Anfang Juni eine Stellungnahme abzugeben“, so Behördensprecherin Jana Klein gegenüber LVZ. Sofern der Antragsteller nicht um eine Terminverlängerung für eventuelle Zuarbeiten ersuche, werde der Abschluss des Verfahrens im Juli angestrebt. Die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens prüft abschließend das Sächsische Oberbergamt in Freiberg.

Von Simone Prenzel

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