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Brandis bekundet Interesse für Bau von Windrädern am Planitzwald

Erneuerbare Energien Brandis bekundet Interesse für Bau von Windrädern am Planitzwald

Die Stadt Brandis hält sich die Option offen, dass künftig Windräder im Stadtgebiet errichtet werden können. In ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplanes Leipzig-Westsachsen betont die Kommune ihr Interesse.

Geeignete Flächen für Windräder hat der Regionale Planungsverband Westsachsen benannt. Die betroffenen Kommunen können sich dazu äußern.

Quelle: Archiv

Brandis/Polenz. Flächen, die sich nach einer ersten Überprüfung für Windräder eignen, sind in der Karte des Planungsverbandes rot markiert. Die Signalfarbe zieht sich auch über ein Gebiet östlich von Polenz zwischen der Ortslage und dem Planitzwald. Besagtes Areal hatte vor zwei Jahren schon einmal die Firma Juwi im Visier. Der Projektentwickler für erneuerbare Energien liebäugelte mit Ackerflächen, um dort drei Windkraftanlagen zu errichten. Das Unternehmen ließ den Standort dann aber aus Naturschutzgründen vorerst wieder fallen. Als K.O.-Kriterium entpuppte sich der Rotmilan.

Exakt dieser Bereich taucht nun in den aktuellen Unterlagen des Regionalen Planungsverbandes wieder auf. „Die Kennzeichnung bedeutet nicht, dass dort zwingend Windräder gebaut werden“, so Planer Bernd Knoblich, dessen fachlichen Rat sich die Kommune für ihre Stellungnahme einholte. „Die Potenzialflächen stellen lediglich einen Zwischenschritt der Planung dar. Ob daraus ein Vorrang- und Eignungsgebiet für Windenergienutzung wird, ist noch nicht entschieden“, so Knoblich bei der Diskussion im jüngsten Stadtrat. Der Rest des Stadtgebietes erscheint wie fast das gesamte Umland gelb: Hier sind Windräder aus regionalplanerischer Sicht von vornherein tabu.

„Tun wir denn unseren Nachbarkommunen einen Gefallen, wenn wir zu der  Fläche bei Polenz stehen?“, wollte Stadtrat Roland Eibeck (CDU) wissen. Auch Fraktionskollegin Reinhild Krüger hatte Bauchschmerzen mit dem Ja zum rot markierten Areal. „Schließlich haben sich die Polenzer 2014 doch klar gegen Windräder ausgesprochen.“ Damals hatte der Ortschaftsrat eine Befragung veranlasst. Und kein einziger Polenzer stimmte für den Bau von Windkraftanlagen am damals von Juwi vorgesehenen Standort. Der Ortschaftsrat sprach sich daraufhin ebenfalls gegen die Pläne aus. Auch bei Naturschützern hatten die Alarmglocken geschrillt. Unter anderem auf Grund der Nähe zu bestehenden Schutzgebieten.

„Wenn wir sagen, wir wollen die Energiewende, können wir nicht immer einwenden: Aber bitte nicht vor unserer Haustür“, gab Bernd Knoblich hingegen zu bedenken. Auch Bürgermeister Arno Jesse (SPD) sprach sich dafür aus, sich die Errichtung von Windrädern nicht zu verbauen. „Es geht darum, uns die Option zu erhalten, an dieser Stelle über Windräder zu diskutieren.“ Ein Bau sei damit noch nicht beschlossen. Auch Uwe Engel (Linkspartei) sprach sich für die Möglichkeit alternativer Energieerzeugung aus: „Wer sagt uns denn, dass sich nicht eine Bürgergenossenschaft gründen möchte oder wir künftig als Stadt selbst eine solche Anlage betreiben wollen.“ Mit der Nutzung der Windenergie seien schließlich auch Entwicklungschancen verbunden. Alexander Schmidt (Bündnis 90/Grüne) verteidigte die Planung ebenfalls: „Zumal sie wichtige Dinge berücksichtigt, wie den Abstand zur nächsten Wohnbebauung, der das Zehnfache der Nabenhöhe nicht unterschreiten sollte.“ Mit belastbaren Aussagen zu Standorten ist laut Planungsverband ohnehin erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Weitere Passagen des Entwurfs lässt die Stadt nicht unkommentiert. Ohne Begründung würden Gebiete für Arten- und Biotopschutz, aber auch Vorrangflächen für die Landwirtschaft bis an die bebaute Ortslage heranreichen, so Knoblich. Damit sei eine nachhaltige Entwicklung weder für die Wirtschaft, noch für die Siedlungsentwicklung möglich. „Die restriktive Ausweisung der Vorranggebiete ist kontraproduktiv und schränkt die Planungshoheit der Stadt massiv ein.“ Brandis fordert deshalb – unter anderem mit Verweis auf den geplanten Kinder- und Sportcampus an der Waldstraße – mehr Spielraum für zukünftige Entwicklungen ein.

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