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Wurzen Brandis debattiert über öffentliches Grün
Region Wurzen Brandis debattiert über öffentliches Grün
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14:41 19.05.2015
Auch die Pflege des Stadtparks gehört zu den Aufgaben des Brandiser Bauhofs. Mitarbeiter Ronny Meißner (l.) und Guido Baaske rücken mit einer Fräse einem Baumstubben zu Leibe. Quelle: Andreas Röse

Im Winter wird Schnee geschoben, im Herbst Laub geharkt. Ansonsten werden Rabatten gepflegt, Unkraut gerupft, Spielplätze kontrolliert, für Vereinsfeste Bühnen und Biertischgarnituren aufgebaut. Die Palette der Aufgaben, die Bauhofleiter Günther Koch schilderte, ist vielfältig.

Beurteilt aber wird das Team vor allem danach, was der Bürger täglich im Straßenbild wahrnimmt. Sobald das Unkraut sprießt, hagelt es Kritik. Koch mahnte an, dass der Pflegeaufwand für die Grünflächen in öffentlicher Hand unbedingt reduziert werden sollte. "Es kommt ganz darauf an, was gepflanzt wird." Ein Rosenbeet so zu pflegen, dass es eine Augenweide ist, sei mit erheblichem Aufwand verbunden. "Weniger personalintensiv wäre Rasen." Der Bauhofchef könne sich auch vorstellen, an ausgesuchten Plätzen im Stadtbild gezielt für Farbtupfer zu sorgen. Auf diese könne man sich dann leichter konzentrieren.

In einigen Straßen wird zudem schon auf private Initiative gesetzt. "Gut funktioniert das bereits im Erlenring. Auch in Beucha gibt es erste erfreuliche Ansätze." Man sei gern bereit, Interessenten mit Pflanzgut und Ratschlägen zur Seite zu stehen. "Was natürlich nicht geht: Wenn Hausbesitzer einfach Sträucher kaufen und uns dann die Rechnung schicken."

Koch jammerte nicht, machte aber deutlich, dass man besonders bei Arbeitsspitzen nicht immer hinterher komme. Der derzeitige Arbeitsumfang werde von zehn Mitarbeitern bewältigt. Weitere sechs Hausmeister gehören ebenso zum Pool. Man sei ein gutes Team, lege Wert auf ein gesundes Arbeitsklima, betonte Koch. Zudem seien in den vergangenen Jahren gezielt qualifizierte Leute eingestellt und die Truppe verjüngt worden. Mittlerweile verfügt der Bauhof über zwei ausgebildete Gärtner, zwei Schlosser und zwei Straßenbauer. Jeder hat sein Spezialgebiet, muss natürlich aber auch flexibel einsetzbar sein. Die Rechnung, welche Aufgaben der Bauhof in diesem Jahr stemmen kann, enthält allerdings eine Unbekannte - die Zahl der Zusatzkräfte. "Der BGA hat unseren Rahmenvertrag, der 30 Zusatzkräfte jährlich vorsah, gekündigt. Ohne Begründung." Nunmehr habe man keine verlässliche Basis mehr. "Es hieß, wir sollen einfach Leute anfordern. Wie sich der Mangel an Ein-Euro-Jobbern auswirken wird, könne derzeit nicht gesagt werden. "Wir werden uns auf jeden Fall bemühen, unseren Aufgaben gerecht zu werden." Die neue Straßenreinigungssatzung, die Bürger zum regelmäßigen Kehren verpflichten soll, bringe den Bauhof natürlich in Zugzwang, bekannte Günther Koch. "Wir werden uns diesem Thema natürlich stellen - zu welchen Lasten, wird man dann sehen."

Für die Zukunft müsse entschieden werden, ob die Zahl der Mitarbeiter ausreicht, hieß es weiter. "Nach einer länger zurückliegenden Untersuchung würden zwei Leute im Bauhof fehlen", machte Fachbereichsleiter Robert Kröber deutlich. Es sei eine politische Entscheidung, argumentierte Stadtrat Ulrich Gäbel (Linkspartei), ob sich die Kommune dieses zusätzliche Personal leisten will und kann. Fraktionskollege Uwe Engel gab zu bedenken, dass man die Frage fair und offen diskutieren solle: "Es muss abgewogen werden, ob man sich Leistungen billiger einkaufen oder selber doch günstiger wirtschaften kann." Jens Müller (Bürgerverein Brandis) begrüßte die Idee, sich über die gezielte Entwicklung des städtischen Grüns zu verständigen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2014
Simone Prenzel

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