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Brandis denkt über Konzept gegen Extremismus nach

Brandis denkt über Konzept gegen Extremismus nach

Kontakte zum Kulturbüro Sachsen hat jetzt die Stadt Brandis aufgenommen. Nach dem Nazi-Überfall auf das Roter Stern-Spiel im Oktober vorigen Jahres sieht sich die Stadt mit dem Verdacht konfrontiert, ein Problem mit Rechtsextremen zu haben.

Brandis. 50 rechtsradikale Schläger hatten damals Fans und Spieler des Leipziger Vereins mit Holzlatten und Eisenstangen attackiert. Im jüngsten Sozialausschuss lud man sich zu diesem Thema einen Experten ein, der bereits zahlreiche Kommunen in ähnlichen Dingen beraten hat: Friedemann Affolderbach vom Kulturbüro Sachsen. „Unser Verein kann Kommunen helfen, ihnen beratend zur Seite stehen“, erklärte Affolderbach einleitend.   

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Brandis/Beucha. Friedlich verlief die antifaschistische Demonstration, zu der am Mittwoch die Anhänger der Mannschaft Roter Stern Leipzig in Brandis aufgerufen hatten. Vor dem Wiederholungsspiel beim FSV Brandis am Abend, dass die Leipziger mit 2:0 gewannen, gingen nach etwa 350 Menschen auf die Straße. Im Oktober 2009 war die Partie zwischen beiden Vereinen von Neonazis überfallen worden.

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  „Was Sie nicht von mir erwarten dürfen: Dass ich Ihnen ein fertiges Konzept aus dem Hut zaubere.“ Aus seiner Sicht sei es unerlässlich, dass sich der Stadtrat als gewähltes demokratisches Gremium klar werde, welche Ziele man verfolgen wolle. „Was verstehen wir eigentlich unter Extremismus?“ Eine Verständigung darüber sei absolut notwendig. Es bringe überhaupt nichts, so Affolderbachs Erfahrung, von außen etwas in den Ort hineinzupflanzen, „das schlägt keine Wurzeln“. Man müsse sich schon der Mühe unterziehen, sich mit den konkreten örtlichen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, Anknüpfungspunkte für bürgerschaftliches Engagement gegen Extremismus und Gewalt aufzuspüren und daraus ein Handlungskonzept abzuleiten. Dies funktioniere freilich nicht von heute auf morgen. Das Kulturbüro sei prinzipiell bereit, als Impulsgeber, Moderator und Begleiter des Prozesses zu fungieren, versicherte der Gast. Ulrich Gäbel (Linkspartei), Brandiser Ortsvorsteher, begrüßte den Ansatz, „die Situation von unabhängigen Außenstehenden bewerten zu lassen.“ Nur so könne vorurteilsfrei letztlich auch die Frage geklärt werden, ob es ausgeprägte rechtsextreme Strukturen in Brandis gebe oder „ob alles gar nicht so schlimm“ sei. Frank Mieszkalski, für die SPD im Ausschuss, hält externen Sachverstand ebenfalls für dringend angeraten: „Wir brauchen eine nüchterne und schonungslose Analyse, auch wenn uns die Ergebnisse vielleicht erschrecken werden.“ Es gebe in Brandis „Brennpunkte, wo extremistische Subkulturen verortet sind“, so sein Eindruck. Nach dem Überfall auf den Roten Stern sei allerdings auch das Phänomen zu verzeichnen, dass Brandis als Schauplatz für rivalisierende Schlachten von Links- und Rechtsextremen benutzt werde. Erst am Mittwoch waren vor dem Wiederholungsspiel gegen Roter Stern rund 350 Anhänger des Leipziger Vereins durch Brandis gezogen. Es müsse darum gehen, ein fundiertes und langfristiges Konzept gegen Extremismus und Gewalt zu verfolgen, so Mieszkalski. Die Bürgerschaft, Vereine, Schulen und andere Verantwortungsträger sollten dabei einbezogen werden. Der Ausschuss kam schließlich überein, im Stadtrat die weitere Vorgehensweise festzulegen.

Simone Prenzel

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