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Wurzen Brandis gegen Solarpark-Pläne
Region Wurzen Brandis gegen Solarpark-Pläne
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14:14 19.05.2015

Im Auftrag von Enerparc hatte sich ein Leipziger Ingenieurbüro an die Stadt Brandis gewandt. "Wir bitten um die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens", heißt es im Schreiben an die Kommune. Ein Auge hatte die Firma auf Flächen beiderseits der neuen Brandiser Westumgehung zwischen Kleinsteinberger Straße und Waldsteinberg geworfen. Außerdem sollte nach den Vorstellungen des Unternehmens ein Areal von Beucha in Richtung Zweenfurth mit Pannells bestückt werden. Beide Flächen hätten sich entlang von Bahntrassen befunden, da derartige Vorhaben offenbar derzeit als förderfähig gelten.

Nachdem sich bereits im Ortschaftsrat Beucha und im Technischen Ausschuss der Stadt Brandis eine ablehnende Haltung abzeichnete, war der Tenor auch in der Stadtratsdebatte kein anderer. "Die Vorhaben würden eine riesengroße Einschränkung in der Lebensqualität bedeuten", machte Stadtrat Mario Winkler (parteilos) deutlich. Es gebe sicher geeignetere Brachflächen oder Dächer, die man den Interessenten anbieten könne. "Außerdem" so Winkler, "entziehen wir den Leuten in der Landwirtschaft ihre Arbeit, wenn wir Ackerflächen für solche Projekte freigeben." Der Beuchaer Roland Eibeck (CDU) kritisierte die Pläne von Enerparc ebenfalls scharf: "Wir haben schon einen riesigen Solarpark in Waldpolenz, der für meine Begriffe noch erweiterungsfähig ist." Mit den neuerlichen Vorhaben würden landwirtschaftliche Flächen weiter zurückgedrängt. "Zudem ist nicht hinnehmbar, dass der Wert der nahen Grundstücke dadurch geschmälert wird."

Frank Mieszkalski (SPD) hält die Solaranlagen an den beiden genannten Stellen ebenfalls für fehl am Platz. "Wir haben als Kommune unsere Schuldigkeit beim Thema erneuerbare Energien getan." Jetzt Bereiche an den Ortsrändern mit Freiflächenanlagen zuzupflastern, sei auch mit Blick auf die touristischen Ambitionen von Brandis nicht der richtige Weg. "Auch die Verwaltung", erklärte Bürgermeister Arno Jesse (SPD), "steht den Plänen kritisch gegenüber."

Nicht ganz so schnell wollte hingegen Ulrich Gäbel den Tagesordnungspunkt abhaken: "Wir sollten uns erinnern, dass wir vor zwei Jahren den Beschluss im Rat gefasst haben, den 100-Prozent-erneuerbare-Energie-Regionen beizutreten." Da passe es für ihn nicht ganz ins Bild, dass man die beantragten Solarflächen nun so fundamental ablehne. "Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass zum Beispiel die ursprünglich in Waldpolenz geplanten Windräder ebenfalls nicht realisiert werden." Gäbel warb dafür, sich gezielt Gedanken zu machen, welche Flächen im Stadtgebiet für Stromerzeugung aus regenerativen Quellen in Frage kommen. Rathauschef Arno Jesse sah dies auch als Aufgabe für den neuen Stadtrat an, das Thema strategisch anzugehen. "Wildwuchs darf auf keinen Fall zugelassen werden", unterstützte auch Jens Müller (Bürgerverein Brandis) den Gedanken einer nachhaltigen Bauleitplanung. Sonst würde das Landschaftsbild Schaden nehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2014
Simone Prenzel

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