Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Brandis nimmt zweiten Anlauf für Breitband-Ausbau
Region Wurzen Brandis nimmt zweiten Anlauf für Breitband-Ausbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 09.02.2018
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau hält am 23.11.2016 in Limbach-Oberfrohna (Sachsen) ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk. Ende März rollen in Mecklenburg-Vorpommern die ersten Bagger an, um den vom Bund geförderten Breitbandausbau auf dem Lande zu starten. (zu dpa «Rügen macht Tempo - Erstes Breitband-Projekt mit Bundesförderung» vom 16.03.2017) Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
Anzeige
Brandis

Die Stadt Brandis unternimmt einen zweiten Anlauf, mit einem privaten Investor die Stadt und ihre Ortsteile mit schnellem Internet zu versorgen. Die Deutsche Glasfaser (DG) stellte ihre Pläne jetzt im Stadtrat vor.

Schon vor einem Jahr hatte es einen ersten Versuch mit einem Münchener Unternehmen gegeben. Er scheiterte, weil nicht die erforderlichen 60 Prozent der Haushalte bereit waren, sich vertraglich zu binden. Inzwischen hat die Telekom erklärt, Glasfaser verlegen zu wollen, aber nur bis zum Verteilerkasten. Entfernung und Menge der Nutzer beeinflussen dann, wie viel vom Signal über das zwischen Verteiler und Wohnung beibehaltene Kupferkabel ankommt. In den Augen von Bürgermeister Arno Jesse nichts Halbes und nichts Ganzes.

Thallwitz macht es vor

Brandis wäre die zweite Kommune im Muldental, in dem die DG aktiv wird. In Thallwitz hat sie 63 Prozent der Haushalte angeschlossen. Die DG, ein Unternehmen mit holländischen Wurzeln, habe speziell den ländlichen Bereich im Fokus, erklärte DG-Regionalmanager Mitteldeutschland, Michael Kölling. Er verdeutlichte den enormen Nachholbedarf beim Breitbandausbau. Glasfaser liege erst in 1,3 Prozent der deutschen Privathaushalte an. „Das ist Platz 90 in der Welt, wir sind in dieser Hinsicht Entwicklungsland.“ Die DG profitiert davon. Sie realisierte bis Ende 2017 rund 300 000 Anschlüsse, laut Kölling so viele, wie deutschlandweit kein anderer Telekommunikationsdienstleister, zähle damit zu den führenden Marktakteuren im Glasfaserausbau bis zur Wohnung.

Der Manager hatte jede Menge Beispiele parat, warum man auf diese Technologie setzen sollte: Fernsehen nicht nur in HD-, sondern in Ultra-HD-Qualität, immer mehr Firmen ermöglichten Heimarbeit, weitere Stichworte sind Smart Home, Online-Lernen, Telemedizin.

Hürde diesmal niedriger

Die Hürde auf dem Weg dahin liegt diesmal niedriger: bei 40 Prozent der Haushalte. Wer bereit ist zum Vorvertrag, den lockt die DG mit günstigen Konditionen: Kostenfreier Anschluss und drei Produktpakete – 100, 200 und 500 Mbit/s – für 25 Euro im ersten Jahr. Nach zwei Jahren kann der Kunde wechseln. „Wenn wir 40 Prozent schaffen, bauen wir doch tatsächlich 100 aus, so dass ein Anschluss jederzeit im Nachgang möglich ist“, so Kölling. Der allerdings koste dann 750 Euro.

Ende Februar wird die DG in Brandis in die Offensive gehen. „Die Infobriefe aufmerksam lesen, Fragen notieren und mit in die Informationsveranstaltungen bringen“, bat Kölling. Außerdem wird ein Servicepunkt am Markt 7 eingerichtet. Ende Mai will die DG einen Überblick über die Nachfrage haben, „so dass wir nach den Sommerferien anfangen könnten“, stellte er in Aussicht. Für den Netzausbau würden die Gehwege genutzt, mittels Erdraketen das Kabel unterirdisch durch den Vorgarten bis zum Haus geschossen. Bereits Ende I. Quartals 2019 könnten erste Freischaltungen erfolgen.

Letzte Chance

Bei der Investitionssumme hielt sich der Regionalmanager zwar zurück, allerdings hatte die von der Stadt beauftragte Machbarkeitsstudie einen Bedarf von 15 Millionen Euro aufgezeigt.„Wir bauen privatwirtschaftlich, ohne Fördermittel, auf eigenes Risiko“, betonte Kölling.

Jesse warnte eindringlich davor, auch diese Chance wieder ungenutzt verstreichen zu lassen. „Denn wir passen nicht in die Förderkulisse. Geld gibt es nur, wenn der Markt versagt, was durch die Pläne der Telekom nicht mehr der Fall ist.“

Von Ines Alekowa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Schwimmmeister wollte keinen Kontakt, die Fachabteilung im Stadthaus Wurzen agierte zu bürokratisch. Deshalb zieht der Freibadverein Burkartshain einen Schlussstrich. Künftig gibt es keine Schwimmkurse für Kinder mehr.

09.02.2018

Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) war angesichts der voll besetzten Wenceslaikirche sichtlich erleichtert. 200 Wurzener und deren Gäste zeigten sich betroffen von den Gewalteskalationen in der Stadt und wehrten sich gegen den Ruf, das braune Herz des Muldentals zu sein.

06.02.2018

Entsetzen beim Sportclub Polenz: In der Nacht vom Freitag, 2. Februar, zum Samstag haben Unbekannte das Vereinsheim am Ortseingang aus Richtung Brandis an allen Seiten beschmiert, dazu eine auf dem Grundstück stehende Garage. Der Verein erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

05.02.2018
Anzeige