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Wurzen Brandis siegt bei internationalem E.-Government Wettbewerb
Region Wurzen Brandis siegt bei internationalem E.-Government Wettbewerb
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16:50 27.06.2016
In der Kategorie Kooperationsprojekt gab es für den sächsischen Beitrag den 1. Preis.
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Berlin

Preiswürdig sind die Aktivitäten der sächsischen Innovationskommune Brandis. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen holte die 10 000-Einwohner-Kommune den 1. Platz im Rahmen eines internationalen eGovernment-Wettbewerbes – ausgerichtet von der Unternehmensberatung BearingPoint und dem US-amerikanischen IT-Konzern Cisco. In der Kategorie „Bestes Kooperationsprojekt“ reichte es zum Sieg.

Die Preisverleihung fand am Mittwoch in Berlin im Rahmen des „Zukunftskongresses Staat & Verwaltung“ statt. Sachsen bewarb sich mit dem Projekt „Innovative Kooperation und Verwaltungsmodernisierung im Freistaat Sachsen – Innovationskommune und Innovationsnetzwerk Sachsen“, wie aus einer Mitteilung des sächsischen Innenministeriums hervorgeht. In einem ersten Auswahlverfahren gegen 61 Mitbewerber hatte sich das sächsische Projekt als einer von drei Finalisten durchgesetzt.

„Die Prämierung zeigt zum wiederholten Male, dass wir in Sachsen mit unserer E-Government-Strategie auf dem richtigen Weg und mit unserem umfassenden Kooperationsansatz Vorreiter für eine zukunftsweisende, bürgerfreundliche Verwaltung in Sachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus sind“, kommentierte Sachsens Innenstaatssekretär Michael Wilhelm die Auszeichnung. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Verwaltungswissenschaften, Experten für IT, Gesellschaftsentwicklung und Medien, hatte über die Prämierung entschieden.

Einzigartige Kooperation zwischen Brandis und dem Freistaat

Die Kooperation zwischen dem Freistaat und Brandis zur Umsetzung von Projekten der elektronischen Verwaltung gilt nach Angaben des sächsischen Innenministeriums als bundesweit einzigartig. Die Kommune ist seit 2014 sächsische Innovationskommune. Im Rahmen der in diesem Jahr auslaufenden Kooperation wurden interne Abläufe und Arbeitsweisen der gesamten Brandiser Verwaltung durchleuchtet. Dabei wurden insgesamt 700 Prozesse erfasst. Einige davon pickten sich die Experten heraus, um Abläufe zu optimieren. In einem internen Portal stehen die Daten allen Beschäftigten der Stadtverwaltung zur Verfügung.

Die Preisträger und Finalisten bei der Auszeichnungsveranstaltung am Mittwoch in Berlin. Quelle: MIKA-Fotografie | Berlin

„Hier kann jeder Mitarbeiter nachvollziehen, wie wir arbeiten und zusammenarbeiten“, erläutert Hauptamtsleiter Robert Kröber. In kleineren Verwaltungen wie in Brandis und vielen anderen sächsischen Kommunen sei jeder Mitarbeiter für ein Gebiet verantwortlich. „Bei Krankheit oder Urlaub muss daher dafür gesorgt sein, dass die wichtigsten Aufgaben dennoch erledigt werden.“ Eine leicht verständliche Beschreibung stelle hierfür die Grundlage dar. Für das Dresdner Innenministerium zählt dabei vor allem die Übertragbarkeit auf andere Kommunen.

Brandis erprobt zudem neue digitale Verfahren, um die Bürger stärker einzubeziehen. So kann jeder Einwohner seit der Einführung des Ratsinformationssystems den Terminkalender der kommunalen Gremien per Mausklick einsehen, digital auf alle öffentlichen Sitzungsunterlagen zugreifen und über Protokolle auch die Ergebnisse nachverfolgen. Erstmals testete Brandis auch eine Bürgerbeteiligung über online-Voting – dabei waren Meinungen zum innerstädtischen Einzelhandel gefragt. Die Wettbewerbsjury überzeugte ebenso, dass Brandis im sogenannten Innovationsnetzwerk seine Erfahrungen mit anderen sächsischen Kommunen teilt.

Ergebnisse sollen auf andere Rathäuser übertragen werden

Zu dem Netzwerk, das Innenminister Markus Ulbig (CDU) im Jahr 2015 aus der Taufe hob, gehören Brand-Erbisdorf, Markranstädt, Thallwitz, Wilsdruff und Wurzen. „Schließlich sollen die Resultate so schnell wie möglich auf ihre Praxistauglichkeit getestet und auf andere Rathäuser übertragen werden“, erklärte der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Die Steckbriefe aller 700 untersuchten Prozesse wurden erst kürzlich auf der einer Plattform veröffentlicht und stehen somit allen Kommunen des sächsischen Innovationsnetzwerkes zur Verfügung. Wie es weiter heißt, stünden einige Städte bereits in den Startlöchern, um die Vorlagen aus Brandis für eigene Projekte zu nutzen.

Weitere Preise wurden für die Digitalisierung rund um das Thema Flüchtlinge und Asyl verliehen. Darüber hinaus wurden Vorhaben zu Dienstleistungsportalen oder zur Gestaltung digitaler Arbeitsplätze gewürdigt. Neben der Auszeichnung erwarben die Finalisten eine Mitgliedschaft in der eGovernment-Academy, in der sie sich regelmäßig zum Wissenstransfer treffen.

Wettbewerb für E-Government

Der Wettbewerb zur Modernisierung und Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung (eGovernment-Wettbewerb) gilt seit 15 Jahren als anerkannter Gradmesser für eGovernment- und Modernisierungsaktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Management- und Technologieberatung BearingPoint und der Informations- und Kommunikationstechnologieanbieter Cisco schreiben den Wettbewerb jährlich aus.

Er fördert Innovation und Kreativität für die Verwaltungsmodernisierung und unterstützt Behörden bei einer nutzerorientierten, innovativen Digitalisierung. Aus allen Bewerbungen wurden pro Kategorie drei bis vier Finalisten ermittelt. Diese erhielten die Chance, ihre Projekte am 29. April auf einem Finalistentag und anschließend auf der Webseite des Wettbewerbs zu präsentieren.

Zusätzlich wird auf dem 21. Ministerialkongress am 2. September ein Publikumspreis auf Basis einer Online-Abstimmung durch die breite Öffentlichkeit vergeben. Der Preis wurde in den Kategorien „Bestes Digitalisierungsprojekt 2016“, „Bestes Modernisierungsprojekt 2016“, „Bestes Kooperationsprojekt 2016“ und „Bestes Infrastrukturprojekt 2016“ verliehen.

Von Simone Prenzel

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