Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Brandis stellt Weichen für Kita-Neubau mit 160 Plätzen
Region Wurzen Brandis stellt Weichen für Kita-Neubau mit 160 Plätzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 28.04.2016
Brandis setzt auf den Zuzug junger Familien. Dafür müssen allerdings mehr Betreuungsplätze her Quelle: dpa
Anzeige
Brandis

In Sachen Kita-Plätze holt Brandis zum großen Wurf aus: Der Stadtrat machte auf seiner vorgestrigen Sitzung den Weg für die Errichtung einer neuen Einrichtung mit rund 160 Plätzen frei. Noch ist unklar, wo das Objekt errichtet werden soll. Mit der Konzentration auf einen Neubau haben die Kita „Regenbogen“ in der Pappelallee und die Krippe in der Waldstraße ausgedient. „Das Gebäude der Kita Regenbogen wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt als Stadtbibliothek genutzt“, heißt es dazu im Beschluss. Die Weiterentwicklung zu einer Stadtinformation werde angestrebt.

Sämtliche Ausschüsse hatten sich im Vorfeld mit dem Thema befasst. „Dort ist teilweise auch sehr kontrovers diskutiert worden“, bekannte Stadtchef Arno Jesse (SPD). Auch am Dienstagabend meldeten einige Stadträte Bedenken an. Jürgen Herrn (SPD-Fraktion) fühlte sich nicht wohl bei dem Gedanken, aus der Kita eine Bibliothek zu machen: „Wir entwidmen damit die neueste und modernste Kindereinrichtung im Stadtgebiet. Und ich bezweifle, ob die Bibliothek an diesem Standort weiter so frequentiert wird, wie es jetzt am Gymnasium der Fall ist.“

Jesse warb dafür, den Neubau dringend anzugehen. „Es ist sicher der teuerste Weg unter mehreren Alternativen. Wir könnten sicher noch einige Jahre weiter basteln und Stückwerk abliefern.“ Aber das helfe keinem weiter und werde auch den selbst gesteckten Zielen der Stadtentwicklung nicht gerecht. Brandis habe sich dazu bekannt, für junge Familien attraktiv zu sein und weiter zu wachsen. Dazu müssten jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Kita in der Pappelallee – hier ein Archivfoto – soll zur Bibliothek werden. Quelle: Andreas Röse (Archiv)

Eine Mehrheit überzeugte der Ansatz, einen Neubau zu wagen – selbst auf die Gefahr hin, dass Fördermittel zum Beispiel für die vor Jahren erfolgte Krippensanierung in der Waldstraße zurückgezahlt werden müssen. „Mich hat die jetzige Gruppengröße in der Kita erschreckt“, konnte Antje Busch-Sandmann (Bürgerverein Brandis) die Begeisterung ihres Stadtratskollegen überhaupt nicht teilen. „Zudem bietet ein komplexer Neubau die Chance, dass Krippenkinder nach dem dritten Lebensjahr nicht in eine neue Einrichtung wechseln müssen“, so die BVB-Vertreterin. Detlef Holzmann (SPD-Fraktion) gab zu bedenken, dass man mit dieser Weichenstellung jährlich rund 200 000 Euro im Haushalt zur Verfügung haben müsse: „Unsere Entscheidung wird auch die nächste Generation von Stadträten binden.“ Die Finanzkraft der Stadt sei da, um dies zu schultern, bekräftigte die Verwaltung.

„Auf Fördermittel jedenfalls müssen wir nicht warten“, schenkte Jesse den Stadträten reinen Wein ein. „Der Bedarf der Landkreis-Kommunen liegt aktuell bei fünf Millionen, aber nur 800 000 Euro sind zu verteilen.“ Brandis könne die Entscheidung aber nicht weiter auf die lange Bank schieben, unterstrich auch SPD-Fraktionschef Markus Bergforth: „Schon jetzt beträgt die Wartezeit auf einen Kita-Platz neun Monate.“ Zudem sei die Kommune vom Landratsamt auch gefordert worden, dringend weitere Kapazitäten zu schaffen. Insgesamt fehlen derzeit rund 50 Plätze. Die Beuchaer Bau- und Wohnungsgesellschaft soll das Vorhaben als Bauträger stemmen. Die städtische Gesellschaft steht nun vor der Aufgabe, ein geeignetes Grundstück zu finden. Auf Nachfrage wurde der Stadtchef am Mittwoch konkreter: „Ich gehe davon aus, dass wir innerhalb der nächsten drei Monate eine Entscheidung zum Standort treffen werden.“

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit dem Boot nach Eilenburg und dann auf ein Fahrrad umsteigen. Und vorher einen Kaffee an der alten Muldenbrücke bei Wurzen trinken. Klingt nach einer Vision, ist aber möglicherweise gar nicht mehr so fern, zeigt sich der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua überzeugt.

27.04.2016
Wurzen Österreichische Partnerkommune - Muss Machern die Hochzeit mit Purgstall abblasen?

Droht das Festwochenende, das Machern vom 3. bis 5. Juni für die Verschwisterung mit der Partnerkommune Purgstall (Österreich) plant, zu scheitern? Gemeinderäte kippten jetzt die Beschlussvorlage zur Finanzierung und geben 4000 Euro für die Feierlichkeiten nicht frei.

27.04.2016

Das hätte tödlich enden können: Forstwirt Alexander Uta hatte am Dienstagvormittag bei einem Unfall im Zweiniger Grund bei Mahlitzsch riesiges Glück. Unter seiner tonnenschwere Holzrückemaschine brach der Waldweg ein. Die zwölf Tonnen schwere Maschine und fünf Tonnen Holzstämme stürzten einen Abhang hinunter. Der 32-Jährige blieb unverletzt.

28.04.2016
Anzeige