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Brandis sucht Investor für Wohnungsbau in Beucha

Mehrgeschossiger Wohnungsbau Brandis sucht Investor für Wohnungsbau in Beucha

Ein kommunales Grundstück in der Beuchaer August-Bebel-Straße wird von der Stadt Brandis veräußert. Nach dem Willen der Stadtväter sollen hier unter anderem altersgerechte Wohnungen entstehen. Auf dem Gelände befanden sich bis 1997 Teile des Beuchaer Sportplatzes.

Brandis/Beucha. Die Stadt Brandis setzt weiter auf Einwohnerzuwachs. Dafür soll ein kommunales Grundstück in der August-Bebel-Straße vis-a-vis der Beuchaer Bergkirche veräußert und für Wohnzwecke entwickelt werden. Das Besondere: Hier sollen keine Eigenheime aus dem Boden sprießen, sondern mehrgeschossiger Wohnungsbau. Die Fläche ist insgesamt rund 6300 Quadratmeter groß.

„Da es sich um ein städtebaulich bedeutendes Areal im Beuchaer Ortskern handelt, möchten wir dazu einen Investorenwettbewerb starten“, erklärte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) auf der vorgestrigen Stadtratssitzung. Dieser Weg eröffnet der Stadt die Chance, dem Erwerber klare Vorgaben zu machen und auf die Gestaltung des Areals Einfluss zu nehmen.

Bevor sich Brandis von seinem Tafelsilber trennt, hat die Kommune ihre Erwartungen an den Investor formuliert und die Messlatte dabei ziemlich hoch gelegt: Auf rund 40 Prozent der zu schaffenden Fläche sollen altengerechte Wohnungen entstehen. Zudem muss sich der Käufer verpflichten, auf rund 20 Prozent Wohnungen mit vier und mehr Zimmern zu schaffen, deren Größe mindestens 100 Quadratmeter beträgt. „Unsere Bürger werden immer älter. Deshalb müssen wir dem Bedarf nach altengerechten Wohnungen nachkommen“, begründete Arno Jesse. Ebenso herrsche ein Mangel an größeren Wohnungen. „Auch deren Bau streben wir mit dem Investorenwettbewerb an.“

Fläche befindet sich nahe der Beuchaer Bergkirche

Die Fläche liegt sich zwischen August-Bebel-Straße und Dorfstraße - vis-a-vis der Beuchaer Bergkirche. Früher befand sich hier der Sportplatz des Ortes. Immer wieder gab es Bemühungen, an dieser zentralen Stelle weitere Wohnungen zu errichten. Doch der Erfolg blieb lange Zeit aus. In der Hoffnung, vom Leipziger Bevölkerungsboom zu profitieren, soll nun ein erneuter Anlauf unternommen werden.

Die Diskussion der Stadträte drehte sich vor allem darum, wie konkret die Erwartungen zu formulieren sind. Jürgen Herrn (SPD-Fraktion) meinte: „Altengerecht ist ein viel zu schwammiger Begriff, der rechtlich nicht geschützt ist. Barrierefrei würde genauer treffen, was für Wohnungen wir erwarten.“ Dieses Kriterium sei klar definiert und würde zum Beispiel das Vorhandensein von Fahrstühlen, ausreichend breiten Türen und barrierefreien Bädern garantieren.

Jesse hingegen warnte davor, die Vorgaben zu scharf zu formulieren: „Die Hürden sind schon sehr hoch. Es gibt bereits Stimmen, die uns davor warnen, die Ausschreibung zu restriktiv zu gestalten. Sonst finden wir womöglich gar keinen Investor.“ Kerstin Quandt, Fachbereichsleiterin der Bauverwaltung, ergänzte, dass die Formulierung „mehrgeschossiger Wohnungsbau“ schon per se bedeute, dass mindestens ein Geschoss barrierefrei sein muss. Diese regele die neue Sächsische Bauordnung.

Mindestkaufpreis ist weitere Messlatte

Mit deutlicher Mehrheit wurde der Ausschreibungstext im Stadtrat abgesegnet. Es blieb bei der Formulierung, dass die Stadt 40 Prozent altengerechte Wohnungen fordert. Außerdem darf der Mindestkaufpreis von 45 Euro pro Quadratmeter nicht unterschritten werden. „Mit dem Verkauf des Grundstücks“, heißt es abschließend, „soll einerseits ein hoher Kaufpreis erzielt und zum anderen ein optimales städtebaulich-architektonisches Konzept realisiert werden.“

„Biete Brache – suche Investor“ heißt es nun aus dem Brandiser Rathaus. Angebote erhofft sich die Kommune bis zum Ende der Ausschreibung am 31. Oktober. „Dann“, so Jesse, „werden wir wissen, was es an Interessenten gibt.“

Von Simone Prenzel

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