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Wurzen Brandis und Naunhof ziehen Grenzen neu
Region Wurzen Brandis und Naunhof ziehen Grenzen neu
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20:00 30.09.2018
Gemarkungstausch: die blauen Flächen gehören heute noch zur Stadt Naunhof, die gelben zu Brandis. Quelle: google maps/ Grafik: Ines Alekowa
Brandis/Naunhof

Der Grenzverlauf zwischen Naunhof und Brandis hat ein paar Haken. Wenigstens einen haben beide Stadträte jetzt gerade gebogen: sie tauschen Land. Die Stadt Naunhof übergibt Teile von Ammelshainer Flur an die Stadt Brandis. Brandis tritt seinerseits Gebiete von Kleinsteinberg, Wolfshain, Cämmerei und Polenz an Naunhof ab. Ein Gebiet der Größe von 35 Fußball-Feldern wechselt so den Nachbarn. Die Flächen sind allesamt unbebaut – es muss also kein Bürger befürchten, per Federstrich zu einem Naunhofer respektive Brandiser zu werden. „Erst nach Auswertung der Hinweise aus einer öffentlichen Auslegung wird der Vertrag unterzeichnet", betonte die Brandiser Bauamtsleiterin Kerstin Quandt. (Rechts-)sicher ist also noch nichts.

Naunhof kann nun Entwässerung im Gewerbegebiet Moco verbessern

Dennoch ist der Tausch ein erster Schritt aus einem jahrelangen Konflikt zwischen beiden Orten. Seit 2013 verhandeln die Städte über verschiedene Flächen. Kommt der aktuelle Deal zustande, sei die Stadt Naunhof in der Lage, die Gewässerunterhaltung für das Gewerbegebiet Moco zu verbessern. Weil ein Entwässerungsgraben am Naunhofer Holzwerk Moco teilweise Brandiser Gebiet kreuzt, konnte der bislang nicht saniert werden.

Parkplatz am Autobahnsee liegt dann auf Naunhofer Gebiet

Nicht der einzige Vorteil für Naunhof. Die Polenzer Flächen beispielsweise, die in Naunhofer Verwaltung übergehen, „sind für uns uninteressant“, sagte Brandis’ Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Die Stadt Naunhof aber habe dadurch die Möglichkeit, seine Seen weiterzuentwickeln. Denn die Parkfläche am Autobahnsee, um die es schon gerichtliche Auseinandersetzungen gab, liegt dann auf Naunhofer Gebiet. „Das ändert aber nichts daran, das wir Eigentümer bleiben“, betonte Jesse.

Brandis fehlen Finanzen für Vermarktung des Naherholungsgebietes

Frühere Überlegungen in Brandis, Flächen des Autobahnsees samt Kletterwald von Naunhof zu übernehmen und selbst zu vermarkten, spielen wegen der zu erwartenden Kosten aktuell ohnehin keine Rolle. Auch wenn dazu das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Im Moment, erklärte Jesse auf Anfrage von Alexander Busch (CDU), teile man sich mit Naunhof in die Bewirtschaftung des Autobahnsees, allerdings halte sich das Brandiser Engagement dabei in Grenzen. Naunhof, glaubt Jesse, werde den See immer loswerden wollen – „er ist ein Klotz am Bein“. Für die Entwicklung des Autobahnsees müsste man „richtig Geld in die Hand nehmen", meinte er, im Moment fehlten dafür aber die Ressourcen. „Wir können zu gegebener Zeit über den See reden, aber müssen dann auch wissen mit welchem Ziel.“

Kommunen unterstützen sich auch in anderen Bereichen

Unter diesen Voraussetzungen stimmte der Brandiser Stadtrat der neuen Vereinbarung zu. Jesse: „Ich halte es für geboten, dass wir uns in solchen Fragen gegenseitig unterstützen und konstruktiv zusammenarbeiten.“ Naunhof unterstütze Brandis in anderen Bereichen auch, etwa was die Abstimmung der Schulnetzplanung betrifft oder – ganz aktuell – die Bereitstellung von Kitaplätzen, die uns in Brandis bis Fertigstellung der neuen Kita Ende nächsten Jahres fehlen.

Von Ines Alekowa

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