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Brandis warnt Bauherrn vor Risiken in Waldsteinberg

Brandis warnt Bauherrn vor Risiken in Waldsteinberg

Wie geht die Stadt Brandis mit Bauherrenwünschen in Waldsteinberg um? Seit drei Jahren blockt die Kommune Begehrlichkeiten auf Grund der komplizierten Bodenverhältnisse ab.

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Land unter heißt es bei Starkregen in Waldsteinberg. Hier eine Aufnahme von der Brücke zwischen Nebe- und Ammelshainer Weg.

Quelle: Archiv

Brandis/Waldsteinberg. Gleichwohl gilt das grüne Herz von Brandis nach wie vor als beliebter Wohnort und zieht Häuslebauer magisch an. Deren Anträge, so die neue Linie der Verwaltung, sollen künftig nicht mehr abgelehnt werden. "Wir wollen Interessenten aber ausdrücklich auf die Risiken hinweisen, die mit den ungeklärten Entwässerungsfragen verbunden sind", kündigte Fachbereichsleiter Robert Kröber an.

"Ich halte das Thema für so prekär, dass wir es heute öffentlich diskutieren sollten", meinte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) auf der vorgestrigen Sitzung des Technischen Ausschusses. Fachbereichsleiter Jürgen Otto erläuterte die bisherige Herangehensweise. "Seit dem Hochwasser 2010 haben wir als Stadt zu Anträgen außerhalb des Bebauungsplan-Gebietes immer eine negative Stellungnahme abgegeben." Es könnten nicht noch weitere Flächen zugepflastert werden, da eine zunehmende Versiegelung die Entwässerungsprobleme noch verschärfe, so die Argumentation. Bei Starkregen traten Faule Parthe und Todgraben zuletzt regelmäßig über die Ufer und überschwemmten Grundstücke.

Das Bauordnungsamt des Kreises hatte mit den Bauwünschen keine Probleme und winkte die Anträge trotz massiver kommunaler Bedenken immer wieder durch. Fachlich sei es in der Tat schwierig, die Vorhaben zu verweigern, erklärte Otto. "Die Bauherren beauftragen Planer, die nachweisen, dass das anfallende Niederschlagswasser von Teichen oder Versickerungsmulden aufgenommen wird. Auf dem Papier klappt das alles immer wunderbar. In der Praxis säuft Waldsteinberg aber regelmäßig ab." Das Problem sei, dass die Ausgangsdaten schon lange nicht mehr stimmen. Steigende Grundwasserstände und immer häufiger auftretender Starkregen würden bei den Berechnungen außen vor gelassen. Otto: "Die Planer müssen nur belegen, dass die Versickerung bei 500 Millimeter pro Quadratmeter klappt, in Wirklichkeit fallen inzwischen aber bis zu 900 Millimeter Niederschlag." Und Bauherren, die auf die schwierigen Bodenverhältnisse hingewiesen wurden, seien oft die ersten, die bei Problemen "auf der Matte stehen und sich beschweren".

"Es ist selbst gewähltes Elend, wenn ihr in Waldsteinberg baut", das müsse man den Leuten klar machen, meinte Stadtrat Uwe Engel (Linkspartei). Andererseits, gab Detlef Holzmann (SPD-Fraktion) zu bedenken, sollte man an jene denken, die seit Jahrzehnten in Waldsteinberg wohnen und Leidtragende der zunehmenden Versiegelung sind.

Letztlich war sich die Mehrheit einig, dass die Stadt die Bauherren nur durch verstärkte Aufklärung sensibilisieren kann. "Es bringt nichts", brachte es Jesse auf den Punkt, "weiter Pingpong mit dem Landratsamt zu spielen. Das bindet nur unnötige Kapazitäten." Die Verwaltung müsse sich vielmehr darauf konzentrieren, an Lösungen zu arbeiten. Simone Prenzel

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.09.2013

Simone Prenzel

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