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Wurzen Brandiser Autohaus weiht 1,9 Millionen Euro teuren Neubau ein
Region Wurzen Brandiser Autohaus weiht 1,9 Millionen Euro teuren Neubau ein
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00:23 17.04.2018
Roland Schneider im Reifenlager. Quelle: Foto:
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Brandis

Für Ingo Graupner ist Freitag, der 13. ein Glückstag. Freitag feierte das VW-Autohaus im Brandiser Gewerbegebiet die Eröffnung des 1,9 Millionen Euro teuren Neubaus – zusammen mit am Bau beteiligten Firmen, Kunden, Mitarbeitern. Sonnabend folgt 10-15 Uhr ein Tag der offenen Tür. „Und auf den Tag genau am 13. April vor 25 Jahren haben wir unseren Vertrag mit Volkswagen und Audi erhalten“, schmunzelt der Geschäftsführer.

Schwieriger Baugrund

Nicht ganz ein Jahr ist seit dem ersten Spatenstich am 8. Mai vergangen – ein Stich in einen schwierigen Untergrund, der eine sieben Meter tiefe Pfahlgründung erforderte. Die vom Generalunternehmer Borgers Industriebau errichtete graue Werkstatthalle, Grundfläche 1148 Quadratmeter, „schwebt“ jetzt auf 130 Betonsäulen. Dabei hat es ihr Innenleben in sich, denn Graupner wollte mit dem Bau gleich mehrere Probleme lösen „und auch ein paar Visionen verwirklichen“: Neben dem Eingang löst eine Waschanlage die Handwäsche ab, 90 Prozent des Wassers werden wiederaufbereitet. „Wäsche nach größerer Reparatur ist Standard“, sagt der Autohaus-Chef. In der Trockenaufbereitung werden Gebrauchtwagen von Maik Brandt, Teamleiter Fahrzeugpflege, auf Hochglanz poliert und dann auf einer Drehscheibe für den Internetverkauf rundum fotografiert. „Bisher war unsere Präsentation etwas hausbacken“, räumt Graupner ein. Jetzt sind wir on top“ – mit Photovoltaik auf dem Dach sowieso. Mit zwei Zwölf-Meter-Reparaturplätzen für Nutzfahrzeuge und Bühnen mit 5,5 und 6,5 Tonnen Hubkraft – bisher war bei 4 t Schluss – sowie Spezialbühne zur Achsvermessung liegt man sogar über VW-Vorgabe. „Die Anforderungen wachsen“, will Graupner für künftige Entwicklungen gewappnet sein. Diagnose-Techniker Christian Blänsdorf testet die Bühnen bereits. „Da sieht man, was noch an Ausrüstung gebraucht wird“, sagt Graupner.

Modernes Räderlager

Man merkt dem 45-Jährigen an, dass in dem Bau sein Herzblut steckt. „Es ist mein bisher größtes Projekt in unserer 50-jährigen Firmengeschichte.“ Das Hauptgebäude verantwortete noch Senior Gerd Graupner. Der besondere Stolz des Chefs: das Räderlager auf einem Drittel der Halle. An das bisherige Provisorium erinnert er sich nur ungern. „Das Lager in zwölf Containern an der Gewerbeallee bot keinen schönen Anblick, für die Mitarbeiter bedeutete es weite Wege, Zeit- und Kraftaufwand.“ Jetzt stapeln sich die Räder auf sechs Etagen rund sieben Meter hoch. Die einzelnen Regale schieben sich auf Schienen per Knopfdruck gangsparend zusammen. Mit einem Hochhubwagen steuert Roland Schneider vom Teiledienst zielsicher den gesuchten Radsatz an. Der hat wie der Lagerplatz einen im Computer gespeicherten Strichcode. Immerhin bietet das Lager Platz für 2400 Radsätze, 90 Prozent davon Einlagerung für Kunden. „Es ist das erste derartige Regalsystem in Deutschland“, berichtet Graupner. Er hatte es nach Besichtigung x-konventioneller Lager auf der Automechanika in Frankfurt entdeckt. „Wir haben es uns dann in Betrieben in Schweden angeschaut, mit Mitarbeitern dort gesprochen und waren begeistert.“ Wenn die Straße vor den Toren zum Lager fertig ist – Januarfrost und Märzschnee verzögerten das Pflastern –, können beide Hebebühnen am Lager direkt angesteuert werden. „In der Wechselsaison April/Mai und Oktober/November werden sie gut ausgelastet sein“, prognostiziert Graupner.

Neue Mitarbeiter

Im Zuge des Neubaus hat er bereits sechs neue Mitarbeiter eingestellt, 60 Leute zählt die Belegschaft jetzt. Ihr neuer Pausenraum im Obergeschoss ist groß, hell und mit einer modernen Einbauküche versehen. „Wenn ich von den Mitarbeitern 100 Prozent Qualität erwarte, muss sich das auch hier spiegeln“, so der Chef.

2017 setzte seine Firma 19,5 Millionen Euro um, vor allem im Neuwagenverkauf, gefolgt von Teiledienst und Gebrauchten, die durch Abbau der Container nun mehr Fläche erhalten. „Davon bleibt ein Prozent Gewinn, der Durchschnitt bei VW“, rechnet Graupner vor. „Deshalb funktioniert ein solches Projekt auch nur mit der Bank.“ Nachvollziehbar, dass er Dieselskandal und Stickoxiddiskussion mit Sorge verfolgt. „Aber unsere Kunden haben uns das nicht übel genommen, sehen uns ebenso als Opfer.“ Der Neuwagenumsatz sei sogar gestiegen. „Wir sind in einer sich gut entwickelnden Region“ erklärt er. „Das beschert uns aber auch Investitionsdruck. Wir haben viel geschafft. Aber abhängig von technischer Entwicklung und Kundenansprüchen werden wir uns immer weiter entwickeln.“

Von Ines Alekowa

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