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Brandiser Band erobert Neuland

Brandiser Band erobert Neuland

"The Fowes" wollen musikalisches Neuland erobern. Für ihre Musik wurde die Brandiser Schülerband vor kurzem auch ausgezeichnet. Beim Bandclash-Landesfinale in Leipzig sind sie als Publikumssieger hervorgegangen.

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Bastian Hemmann, Till Langner, Nils Bischoff und Conrad Bösselmann (v.l.) sind "The Fowes" : Seit gut zwei Jahren machen die Brandiser Gymnasiasten erfolgreich Musik. Einen Pokal haben sie schon.

Quelle: Felix Forberg

Brandis. "Trinken kann man daraus nicht", bemerkt Bassist Bastian Hemmann. Obwohl der löchrige Pokal höchstens einen dekorativen Wert hat, freuen sich die vier Jungs von "The Fowes" über die Auszeichnung, die seit einigen Tagen ihren Proberaum ziert. Das Bandclash ist nicht der erste Wettbewerb, den "The Fowes" gut gemeistert haben.

Anfang dieses Jahres ist die Gruppe in Magdeburg beim Schooljam unter die 24 besten Schülerbands Deutschlands gewählt worden. Dass sie nun Publikumslieblinge beim Bandclash-Landesfinale geworden sind, beflügelt die Band. "Das ist die Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt Nils.

Zur Band gehören Bassist Bastian Hemmann, Sänger und Gitarrist Nils Bischof, Gittarist Till Langner und Drummer Conrad Bösselmann. In dieser Besetzung gibt es die Band seit August 2011. Damals kam sie auch zu ihrem Namen: "Wir haben überlegt, wie wir uns nennen können, hatten aber keine Ideen. Aus Spaß haben wir uns gefragt, wieso wir uns nicht ,Fans of Whiskey' nennen, also ,Fow'", erzählt Bastian. Er ist mit 17 Jahren der älteste im Bunde. Die anderen drei Bandmitglieder sind 16 Jahre alt. Deswegen stand die Abkürzung "Fow" offiziell lange nicht für die Zuneigung zu Whiskey, sondern für "Fog of War" - Kriegsnebel. "Das steht im militärischen Sprachgebrauch für unentdecktes Gebiet", erklärt Nils.

Unentdeckte musikalische Gebiete zu erobern haben sich die Brandiser Gymnasiasten auf die Fahnen geschrieben. "The Fowes" fühlen sich in den Genres Power Indie und Britrock beheimatet. "Wir machen rockigen und starken Indie", so beschreibt Till den Stil seiner Band. Conrad fügt hinzu: "Jeder bringt etwas aus seiner eigenen Richtung mit." Das seien zum Beispiel Einflüsse von Franz Ferdinand, Bloc Party, Ash und Subway. In ihrer Musik gibt es jedoch auch Elemente, die sonst im Indie kaum zu hören sind: "Zum Beispiel die Slap-Technik beim Bass oder einige Rhythmen beim Schlagzeug, die alles andere als Indie sind", erzählt Bastian.

Wenn das Grundgerüst eines Songs steht, macht sich Nils an den Text: "Dann arbeiten wir das gemeinsam aus. Jeder hat seinen Anteil an der Musik", erklärt der Sänger.

Bei der Frage, welchen Themen sich die Band in ihren Songs widmet, schmunzeln die Mitglieder: "In unseren Liedern geht es um interessante, fiktionale Situationen", offenbart Nils, dessen Eltern Psychologen sind. "Die Texte haben alle sehr viel mit Psychologie zu tun."

Die Instrumente haben sie weitestgehend selbstständig erlernt. "Die Gitarre habe ich mir selbst beigebracht, danach hatte ich noch ein Jahr Unterricht", erzählt Conrad. Einmal in der Woche proben sie in der Musikarche. Bastian findet, dass sich die Band entwickelt hat: "Wir haben inzwischen viel mehr Bühnenpräsenz." Nils ergänzt: "Wir sind permanent in Bewegung."

Wenn die Band einmal nicht so gut drauf ist, könne sie sich auf ihre Fans verlassen: "Wir haben unsere Ultra-Fans. Wir können noch so schlecht spielen, sie feiern trotzdem", sagt Bastian, "und so peinlich wie das klingt, wir haben immer noch unsere Grundfanbase bei Mami und Papi und ihren Freunden."

Bastians Vater Tino Hemmann unterstützt seinen Sohn: "Er hat viel um die Ohren: Band, Nebenjob, Freundin und Schule - in dieser Reihenfolge." Bastian weiß, dass die Schule nicht zu kurz kommen darf: "Die elfte Klasse ist ja bekanntlich die härteste Stufe vorm Abi. Aber zum Glück haben wir eine nette Direktorin, die uns ab und zu mal abmeldet, wenn wir irgendwohin müssen." Sogar die Lehrer werben in den Klassen für Auftritte der Band. "Die ganze Schule steht hinter uns", freut sich Nils.

"Unser größtes Ziel ist es, in ein Studio zu kommen und wenigstens eine Demo-CD aufzunehmen, aber ein Studio kostet einfach extrem viel", sagt Bastian. Bisher hat die Band ihre Musik zu Hause produziert. "Seit zwei Jahren nehmen wir mit einem Mikro auf, das eigentlich zu einer Spielekonsole gehört."

Bastian hofft, dass alle seine Bandkollegen nach dem Abi in Leipzig studieren und die Band zusammenbleibt. Dass sie der Musik treu bleiben werden, steht für sie fest.

Das nächste Mal ist die Band in der zweiten Runde des Emergenza-Bandcontests am 3. Mai im Werk 2 in Leipzig zu erleben. Conrad hofft auf ein großes Publikum: "Da müssen richtig viele kommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2013

Felix Forberg

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