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Wurzen Brandiser Bürger stimmen über Haushalt ab
Region Wurzen Brandiser Bürger stimmen über Haushalt ab
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05:24 08.09.2018
Die Stadt Brandis startet eine Bürgerbeteiligung über Sanierungsprojekte im Stadtgebiet. Hier der eingerüstete Ratskeller auf dem Markt. Quelle: Thomas Kube
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Brandis

Jede Stadt hat so ihre Ecken. Orte, die beim Vorbeigehen den Gedanken aufkommen lassen: „Mensch, hier muss aber mal wieder was gemacht werden“. Plätze, die nach Pflege und, ganz klar, auch nach finanziellen Aufwendungen der Stadt verlangen.

Auch die Stadt Brandis hat sie, diese Ecken, die im Haushalt Beachtung finden wollen. Sportplätze können nicht mehr richtig genutzt werden, Ratskeller und Kirchplatz sind sanierungsbedürftig. Dazu kommen weitere notwendige Investitionen, wie etwa für Schulen und Kindergärten. Elf Millionen Euro will die Stadt laut dem Doppelhaushalt 2019/ 2020 mittelfristig investieren.

Transparenz bei der Haushaltplanung

„Die Planung des Haushalts ist sehr komplex“, sagt Brandis Bürgermeister, Arno Jesse (SPD). In welche Vorhaben tatsächlich investiert werde, sei für die Bürger oft erst dann ersichtlich, wenn es an die Realisierung gehe. „Dabei betreffen die Entscheidungen gerade sie sehr konkret“, so Jesse. Deshalb hat die Stadt entschieden, ihre Einwohner an der Setzung von Prioritäten für den Haushalt zu beteiligen. Bis zum 30. September können Brandiser online auf der Homepage der Stadt darüber abstimmen, welche Projekte ihnen am Herz liegen.

Die Stadt Brandis will ihre Bürger in die Haushaltsplanung miteinbeziehen. Elf Millionen Euro sollen mittelfristig investiert werden – etwa für Straßen, oder den Bau neuer Kindertagesstätten.

 18 Investitionsmaßnahmen sind auf dem Beteiligungsportal der Stadt aufgelistet und können von Teilnehmern der Umfrage nach persönlichem Empfinden bewertet werden. Auch eigene Ideen können geäußert werden. Wer nicht online abstimmen möchte, kann auch manuell auf einem Bürgerworkshop am 4. Oktober, oder über das nächste Stadtjournal seine Meinung äußern.

Investitionen in Schulen und Kindergärten

Die Ausstattung von Schulen erhöhe den Standortvorteil und habe daher Priorität, heißt es in der Abstimmung. Konkret geht es um die Anschaffung von Rechentechnik, Computern und Möbeln für die Oberschule, die Beuchaer Grundschule, das Gymnasium. Die Grundschule Brandis soll außerdem neue Möbel und Computer erhalten. Die Neuanschaffungen würden laut Haushaltsplan etwa 104.500 Euro kosten. Die Investition ins Bildungswesen scheint eine Mehrheit der Teilnehmer für wichtig zu halten. Bis zum Redaktionsschluss der LVZ lag die Zustimmung in der Online-Umfrage bei über 80 Prozent.

Investitionen in Kindertagesstätten

Nachdem der Bau einer neuen Kita in Brandis beschlossen wurde, wird dieser auch den Großteil des veranschlagten Budgets in Anspruch nehmen. Aber auch neue Anschaffungen für den Hort Brandis und die Kinderstube des Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) werden in der Online-Umfrage vorgeschlagen. „Unsere Möbel sind 20 Jahre alt und müssen dringend ausgetauscht werden“, sagt Manuela Lehnert, Leiterin der Kinderstube. „Wenn wir einen Teil über den Haushalt finanzieren könnten, wäre das schon ein Anfang.“ Außerdem würden sich die Kinder über Hilfe für den Bauwagen auf dem Waldgrundstück freuen.

Umnutzung des ehemaligen Ratskellers

Der denkmalgeschützte Ratskeller wird schon seit zwei Jahren von einem Baugerüst verborgen. „Das ist eine so lange Baustelle, ich hoffe und glaube, dass alle in Brandis hinter dem Umbau stehen“, sagt Bürgermeister Jesse. Für das Gebäude ist es die letzte Chance, in seiner ursprünglichen Form erhalten zu bleiben. Der Ratskeller soll in Zukunft einen Veranstaltungsraum und die Stadtbibliothek beherbergen. Für seinen Umbau sind 2,5 Millionen Euro eingeplant.

Neugestaltung Grimmaischer Platz und Kirchplatz

Momentan wirkt der Grimmaische Platz mit seinen unbefestigten Wegen und einigen Bäumen und Büschen etwas vernachlässigt. Mit dem Ausbau der Grimmaischen Straße könnte sich das ändern und auch der Platz verschönert werden. Auch der Kirchplatz in der Stadtmitte könnte eine Aufwertung vertragen. Momentan werde dieser oft als wilder Parkplatz genutzt, sagt Pfarrer Christoph Steinert. Er wünscht sich für die Zukunft einen grünen Ort, der verkehrsberuhigt, aber für Fahrradfahrer und Fußgänger begehbar bleiben soll. Konkrete Pläne gäbe es aber noch nicht.

Pflege des Alten Friedhofs und des Stadtparks

Der Ehrenhain auf dem Alten Friedhof in Brandis befindet sich, so der Text in der Online-Abstimmung, in einem „desolaten und unwürdigen Zustand“. Hier müssen Wege und Grabanlagen unter Einbezug des Denkmalschutzes saniert werden. Der Stadtpark dagegen wird bereits seit diesem Jahr wieder instand gesetzt. Damit er wieder als Freizeitort genutzt werden kann, will die Stadt bis 2022 noch etwa 198.00 Euro aufwenden.

Sanierung von Sportplätzen

Gleich drei Sportplätze in und bei Brandis könnten dringend eine Sanierung gebrauchen. So sind die Tartan-Außenplätze des Gymnasium Brandis abgenutzt, die Benutzung des Sportplatzes Jahnhöhe ist bei Nässe nicht möglich und in der Anlage Lange Stücken in Beucha hält die Drainage, die eigentlich Staunässe verhindern soll, dem Wetter nicht stand. „Hier ist wirklich Handlungsbedarf“, sagt Bürgermeister Jesse.

Von Hanna Gerwig

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