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Brandiser CDU schickt Busch ins Rennen

Brandiser CDU schickt Busch ins Rennen

Der 32-jährige Alexander Busch wird am 26. Mai für die Brandiser CDU als Bürgermeister kandidieren. Mit deutlicher Mehrheit nominierten ihn die Mitglieder des Stadtverbandes am Montagabend im Beuchaer Hotel Seerose.

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Glückwünsche für den Nominierten: CDU-Bürgermeisterkandidat Alexander Busch (r.) hofft wie sein Stellvertreter Frank Gurke auf einen fairen Wahlkampf.

Quelle: Simone Prenzel

Brandis. Busch ist seit 2009 Vorsitzender der Brandiser Christdemokraten und sitzt seitdem als deren Fraktionschef im Stadtrat. Der Vater eines dreijährigen Sohnes bekommt es mit dem Beuchaer Arno Jesse (50) zu tun, der als unabhängiger Einzelbewerber antritt.

Die Stimmung wirkte durchaus angespannt. Nach zwei Austritten von Parteimitgliedern hängt bei der Brandiser CDU der Haussegen schief. Von innerparteilichen Grabenkämpfen war in den letzten Tagen vielfach die Rede. Sollte es Kritik am jungen CDU-Stadtchef geben, kam sie zumindest vorgestern Abend nicht zur Sprache. Nach 25-minütigem Wahlprozedere konnte Versammlungsleiter und CDU-Vize Frank Gurke das nahezu einmütige Ergebnis verkünden: "Alexander Busch ist Kandidat der Brandiser CDU für die Bürgermeisterwahl am 26. Mai." Zustimmendes Tischklopfen folgte.

Reinhild Krüger und weitere Mitglieder des CDU-Stadtverbandes hatten den Bewerber vorgeschlagen. Weitere Überraschungskandidaten tauchten an diesem Abend nicht auf. Ingo Börner, der sich zuletzt mit Kritik an Busch nicht zurückhielt, schwieg den ganzen Abend. Börner war es vielmehr vorbehalten, gemeinsam mit Hans-Jürgen Busch, Vater des Kandidaten, die Stimmen auszuzählen. Von zehn anwesenden Mitgliedern votierten in geheimer Wahl neun für Busch, einer verweigerte dem ehemaligen Zeitsoldaten seine Zustimmung.

Zu seinen Beweggründen erklärte Busch, er habe auf Grund vieler Anfragen aus der Bevölkerung den Entschluss gefasst, sich um den Chefsessel im Rathaus zu bewerben. "Bürger, Unternehmen und Vereinsvorsitzende sind auf mich zugekommen und haben mich aufgefordert, mich dieser Aufgabe zu stellen", berichtete er. Als auch das Signal von seiner Familie kam, ihn bei dieser Herausforderung zu unterstützen, habe er sich endgültig zur Kandidatur entschlossen. Busch fiel sichtlich ein Stein vom Herzen, als das klare Abstimmungsergebnis bekanntgegeben wurde. "Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen und denke, dass wir mit diesem klaren Votum auch ein deutliches Signal nach außen senden." Der CDU-Mann, der seit 2009 dem Kreisvorstand seiner Partei als Pressesprecher angehört, gab seiner Hoffnung auf einen "ehrlichen und sachlichen Wahlkampf" Ausdruck. Er freue sich über jede Unterstützung. "Schon jetzt kommt es darauf an, dass jeder seine Ohren offenhält, so dass wir schon im Wahlkampf die Probleme der Bürger aufnehmen können."

Der junge Familienvater, der seit 2009 in der Kommunalpolitik mitmischt, betonte besonders seine Verwurzelung: "Ich lebe gern in Brandis und bin mit unserer Gemeinde von Kindheit an eng verbunden. Hier ist meine Heimat, hier ist mein Zuhause. Hier kenne ich Menschen von Kindheit an und viele kennen mich." Obwohl ihm oft Gelegenheiten mit guten Perspektiven geboten worden seien, sei ihn es für ihn nie in Frage gekommen, Brandis zu verlassen. "Deshalb möchte ich klar sagen: Ich kandidiere, um die Bürger von meinen Vorstellungen, meiner Herangehensweise und von mir als Person zu überzeugen", sagte der frisch gekürte Kandidat für den Chefposten der 10 000-Einwohner-Stadt. Auch mit Parteizugehörigkeit werde er für konstruktive Ideen zum Wohle aller Bürger offen sein. Eine zeitgemäße Stadtentwicklung, skizzierte Busch Schwerpunkte, müsse vor allem auf die Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien ausgerichtet sein. "Lokale Wirtschaftsförderung zu betreiben, Arbeitsplätze zu sichern und damit die Jugend im Ort zu halten, ist mir eine Herzensangelegenheit."

Der Brandiser offenbarte, dass er bereits vor seiner Nominierung Repressalien ausgesetzt gewesen sei, die auch seine Familie betroffen hätten. "Es gab einzelne massive Verleumdungen", deutete der Bewerber an, ohne sich dazu im Detail weiter äußern zu wollen. "Die Vorfälle haben mich allerdings darin bestärkt, meinen Weg zu gehen und für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren." Kräftigen Rückenwind gab es am Montagabend vom Kreisvorstand der Christdemokraten. Dessen Vize-Chef Matthias Rieder sagte Busch volle Unterstützung zu. Die Junge Union, versicherte deren Kreisvorsitzender Christian Funke, werde ebenso helfen, wo sie nur könne. Die erfolgsverwöhnte Macherner CDU sicherte in Persona von Horst Kretzschmar wertvolle Hinweise von Wahlkämpfer zu Wahlkämpfer zu.

Der parteilose Amtsinhaber Andreas Dietze, der zuletzt zweimal für die CDU das Brandiser Rathaus erobert hatte, ward trotz Einladung zur Nominierung nicht gesehen. Der 54-Jährige dessen Wahlperiode am 7. Juli endet, tritt nach 22 Jahren als Verwaltungschef nicht wieder an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.03.2013

Simone Prenzel

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