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Wurzen Brandiser Gemeindehaus am Kirchplatz wird wieder ein Schmuckstück
Region Wurzen Brandiser Gemeindehaus am Kirchplatz wird wieder ein Schmuckstück
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00:21 20.03.2018
Sanierung des Gemeindehauses: Zur Zeit sind die Dachdecker am Werk. Der aufgestockte Vorbau rechts nimmt das neue Treppenhaus auf. Quelle: Foto:
Brandis

Flott nimmt Christoph Steinert die Bauleiter am Gerüst zur ersten Etage des Brandiser Gemeindehauses. Man merkt, der Pfarrer schaut öfter auf der Baustelle vorbei. Seit Anfang Januar wird die Etage ausgebaut, werden Dach und Fassade saniert. Es ist die Fortsetzung eines bereits 2010/11 begonnenen Bauvorhabens. Am Ende soll sich das Gebäude von ortshistorischer Bedeutung, das sich folgerichtig auch auf der Denkmalliste der Stadt findet, wieder als Schmuckstück am Kirchplatz präsentieren.

Das heutige Gemeindehaus war ursprünglich Stadtschule, errichtet 1837. Der eher schlichte zweigeschossige Putzbau mit Krüppelwalmdach, Türgewänden aus Sandstein und größtenteils hölzernen Fenstergewänden , den man noch immer durch die originale Tür betritt, muss damals nicht ganz billig gewesen sein, wie man der Brandiser Chronik entnehmen kann: Denn während die Cämmerei ihren Anteil an den Baukosten durch Verkauf der Gemeindeschenke „Drei Linden“ bald beglich, war Brandis noch bis 1854 verschuldet.

Da kündigte sich schon die Notwendigkeit für ein zweites Schulhaus an, immerhin zählte Brandis Ende der 1850er-Jahre 2091 Einwohner. Es entstand 1857 gleich nebenan, anstelle der abgebrochenen Kantorenscheune; jetzt befindet sich in der Hauptstraße 6 eine Physiotherapie. 1906/07 wurde in der Schulstraße schließlich eine Zentralschule, das heutige Gymnasium, gebaut, 15 Klassen mit 696 Kindern wurden dort unterrichtet.

Arbeiten am Gemeindehaus Quelle: Ines Alekowa

Als vor acht Jahren erstmals Hand an das Gemeindehaus gelegt wurde, bestand bereits der Plan für eine Komplettsanierung, weiß Steinert, der die Pfarrstelle vor zwei Jahren übernahm. „Klar war allerdings auch, dass das aus finanziellen Gründen nur in Bauabschnitten funktioniert.“ Und so konzentrierte man sich zunächst auf das Erdgeschoss mit Saal, Küche, behindertengerechter Sanitäreinrichtung. „Der Saal, der durch Herausnahme des Treppenhauses vergrößert wurde, wird intensiv für die Gemeindearbeit genutzt. „Er ist jeden Tag belegt“, zählt der Pfarrer Gottesdienste zwischen Weihnachten und Ostern auf, Proben von Gospelchor und Band...

2016 dann befand der Leader-Koordinierungskreis Außenhaut und Dach für förderwürdig. Die Sanierung der seit Jahren leer stehenden Mietwohnungen in der ersten Etage muss die Kirchgemeinde allerdings allein stemmen. In das Gesamtvorhaben mit einem Umfang von 340 000 Euro fließen Mittel der Landeskirche, ein Kredit, 65 000 Euro an Spenden. Für eine kleine Lücke muss noch eine Lösung gefunden werden. Darüber hinaus packen Gemeindemitglieder auch selbst mit an, das nächste Mal sind sie im April gefordert, um im Dachgeschoss alte Verkleidungen zu demontieren.

Im Moment sind auf der Baustelle die Dachdecker am Werk. Das Dach, das laut Steinert zum Glück immer relativ dicht war, erhält wieder Biberschwanzziegel. Die Fenster werden aufgearbeitet, ebenso einige Türen. Zur Farbgebung der Fassade läuft gerade eine Untersuchung“, berichtet er. In der ersten Etage läuft man schon über neue Fußbodenunterlagsplatten, während von den Wänden noch schmutzige Farbe blättert.

Für einen modernen Zuschnitt der 68 und 75 Quadratmeter großen Wohnungen wurden Wände entfernt, sichtbare Balken werden ihnen eine rustikale Anmutung verleihen. Der Vorbau wird aufgestockt und erhält ein Treppenhaus, so dass die Wohnungen separat erreichbar sind. „Alt und modern kommen hier ganz gut zusammen“, findet Steinert. Es ist nicht seine erste Baustelle.

Im Sommer, so das Ziel, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir freuen uns darauf“, sagt Steinert, „dass das Haus im Zentrum der Stadt dann wieder einen schönen Anblick bietet.“ Früher oder später wird es deshalb auch Überlegungen zur Gestaltung des Kirchplatzes mit etwas mehr Grün geben. Aber das, so Steinert, sei im Moment noch Zukunftsmusik.

Von Ines Alekowa

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