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Brandiser Gymnasiastin Alexandra Helbig fährt mit Solar-Trike auf Platz 1

Bundeswettbewerb Brandiser Gymnasiastin Alexandra Helbig fährt mit Solar-Trike auf Platz 1

Alexandra Helbig, Sechstklässlerin am Gymnasium Brandis, ist mit ihrem selbst gebauten Solarmobil bei der Deutschen Meisterschaft der Solar-Modellautos in Bremen in der Kreativklasse auf Platz 1 gefahren. Ihr amphibisches Elektro-Trike überzeugte die Jury.

Auf dem Sportplatz am Gymnasium führt Alexandra Helbig ihr Solartrike vor.
 

Quelle: Ines Alekowa

Brandis.  Alexandra Helbig, Sechstklässlerin am Gymnasium Brandis, ist mit ihrem selbst gebauten Solarmobil bei der Deutschen Meisterschaft der Solar-Modellautos in Bremen in der Kreativklasse auf Platz 1 gefahren. Ihr amphibisches Elektro-Trike überzeugte die Jury. Der stromlinienförmige Flitzer ist gerade mal 27 mal 37 Zentimeter groß und wiegt, „zur Verminderung von Gewicht und Rollreibung“ aus Balsa- und Flugsperrholz gebaut, nur 860 Gramm. Auf dem neigbaren Dach – immer der Sonne entgegen – sind 15 mal 30 Zentimeter große Solarmodule aufgebracht, Motor und Getriebe sind ein Standardbausatz. Als Alexandra das Trike auf dem Schulhof vorführt, flitzt es richtig los. „Es erreicht fünf bis acht Kilometer pro Stunde.“

Begonnen hat alles vor einem Jahr, als Alexandra sich unter den Ganztagsangeboten der Schule für die Arbeitsgemeinschaft „Fotovoltaik“ entschied. „Der Name klang cool, aber so richtig wusste ich damals nicht, was man da macht“, lacht die Elfjährige. „Aber ich bastle gern.“ Der Brandiser Jürgen Hamm, der ein Ingenieurbüro für erneuerbare Energien leitet, versammelt hier aller zwei Wochen interessierte Schüler – unter ihnen auch Vincenz Angeli, der beim Bundesfinale in der Ultraleichtklasse B Platz 7 belegte –, um mit ihnen am praktischen Einsatz von Fotovoltaik zu tüfteln; materiell unterstützt wird die AG dabei vom Umweltinformationszentrum Leipzig. „Ich finde es wichtig, meine Erfahrung weiterzugeben“, sagt er, „außerdem ist die Arbeit mit den Jugendlichen spannend.“ Er freut sich, dass sich Alexandra – zumal die AG krankheitsbedingt längere Zeit ausfiel – über zwei Etappen fürs Bundesfinale qualifizierte: Beim Regional-Solariscup in Leipzig holte sie Platz 3, beim Landescup in Chemnitz den 1.

„Für Bremen habe ich das Solarmobil für das Motto ,Maritime Welt’ extra noch einmal umgebaut“, erzählt sie. Die meisten Teile seien übrigens aus altem Spielzeug ihres kleinen Bruders. So wurden aus den Hinterrädern mit Latex beschichtete Schaufelräder, die auch auf dem Land fahren. „Ein zusätzliches Riemengetriebe gewährleistet, dass der Motor über der Wasserlinie ist, sonst wären deutlich größere Hinterräder notwendig“, so Alexandra. Das Vorderrad kann im Wasser als Steuer benutzt werden, Steuerrad und ein funktionierender Kompass kamen hinzu, ein kleines Solarpaneel speist zwei Positionsleuchten für Dunkelfahrten. Die Informationen sprudeln nur so aus Alexandra heraus, sie hat jedes Detail gründlich durchdacht. „Aus der Rennklasse hatte ich mir den Einsatz eines Pufferkondensators zur Überbrückung von Schattenphasen abgeschaut“, erzählt sie. „Außerdem hatte ich die Erfahrung gemacht, dass eine leichte Zugänglichkeit zu allen Bauteilen für schnelle Reparaturen sowie Versuchszwecke wichtig ist“, begründet sie die Modulbauweise. Aber auch der Papa, ein Ingenieur, habe den ein oder anderen Tipp gegeben, zum Beispiel Kehlnähte zur Stabilisierung.

Natürlich hat sich Alexandra auch Gedanken über den praktischen Einsatz ihres Mobils gemacht. „In Groß könnte es zur Rettung in Binnengewässern dienen, denn anders als Boote kann es gleich bis zum Rettungswagen oder – hubschrauber fahren, ohne riskante Übernahme der Verletzten am Ufer.“ Dass sogar ein Vertreter vom Verband deutscher Ingenieure ihr Modell gut fand, macht sie stolz.

In der AG will Alexandra natürlich weitermachen. „Nächstes Jahr will ich in der Ultraleichtklasse starten. Ein tolles Design habe ich mir schon ausgedacht. Leider bräuchte ich dafür einen 3-D-Drucker, und der ist ziemlich teuer“, sagt sie und hofft auf einen Sponsor. Was ihren späteren Beruf anbelangt, hat die Elfjährige übrigens schon ziemlich klare Vorstellungen: „Auf jeden Fall Ingenieur, und auf jeden Fall für etwas Technisches.“

Von Ines Alekowa

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