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Brandiser Gymnasium wird erste Fairtrade-School im Landkreis

Zertifizierung Brandiser Gymnasium wird erste Fairtrade-School im Landkreis

Wer kauft nicht gern Waren, von denen er weiß, dass die Produzenten gerecht entlohnt werden? In Brandis hat sich jetzt eine ganze Schule dem Thema fairer Handel verschrieben. Das Gymnasium ist erste Fairtrade-School im Landkreis Leipzig.

Schüler umrahmen die Auszeichnungsveranstaltung - unter anderem mit einem Stück zum Thema Entwicklungspolitik.

Quelle: Thomas Kube

Brandis. Das Brandiser Gymnasium darf sich als erste Schule im Landkreis mit dem Fairtrade-Siegel schmücken. „Ihr seit die 203. Schule in Deutschland, die den Titel verliehen bekommt“, erklärte Urte Grauwinkel, Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Leipzig, anlässlich der offiziellen Verleihung. Die Leipzigerin übergab das Zertifikat am Mittwochnachmittag im Auftrag der Organisation TransFair im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

Dass fairer Handel in Brandis im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht, ist Zwölftklässlerin Sarina Sander zu verdanken. Von der Abiturientin ging die Initiative aus, sich um die Verleihung des Titels Fairtrade-School zu bewerben. In Sachsen darf sich bislang nur das Gustav-Hertz-Gymnasium in Leipzig-Engelsdorf mit dem Namen schmücken.

Alles begann ganz harmlos – mit einem Strauß Rosen. „Beim Einkauf im Supermarkt ist mir vor drei Jahren ein Code auf den Blumen aufgefallen. Der führte zu Fairtrade und damit war mein Interesse geweckt.“ Was die heute 17-Jährige damals nicht ahnte: Das Thema sollte sie bis zum Abitur verfolgen. Im Rahmen einer Facharbeit in Klasse 10 beschrieb sie Beispiele, wie Kleinbauern durch fairen Handel ihre Familien besser ernähren können und ihre Kinder zur Schule schicken. Im Rahmen einer Besonderen Lernleistung (BeLL) vertiefte die Gerichshainerin dann ihre Fragestellungen: Wie kann es gelingen, dass Produzenten in den Entwicklungsländern fair entlohnt werden? Was kann jeder Einzelne tun, damit das Ungleichgewicht im weltweiten Handel abgebaut wird? Wie lässt sich verhindern, dass sich Zwischenhändler alle Gewinne in die Tasche stecken? „Fairtrade ist die Möglichkeit, den Menschen in den ärmeren Ländern direkt zu helfen“, ist die Brandiser Gymnasiastin überzeugt. „Kein Kind hat es verdient, mit acht Jahren den ganzen Tag auf einer Plantage zu arbeiten und Bananen zu pflücken“, so die Schülerin.

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Am Brandiser Gymnasium können Schüler und Lehrer fair gehandelte Produkte kaufen. Auch im Unterricht wird Fairtrade thematisiert. Dafür gab es jetzt das Fairtrade-Siegel.

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Mit ihrer Begeisterung für das Thema steckte Sarina schließlich Mitschüler und Lehrer an. „Denn auf dem Weg zum Titel Fairtrade-School waren durchaus einige Hürden zu nehmen“, wie auch Betreuungslehrer Andreas Mierisch freimütig gestand. „Sarina hat uns dabei immer wieder auf Trab gehalten.“ Schulen, die den Titel Fairtrade-School anstreben, müssen fünf Kriterien erfüllen: Als ersten Schritt gründeten Schüler und Lehrkräfte ein Fairtrade-Schulteam und sammelten Ideen, wie das Thema in den Schulalltag einfließen kann. Anschließend erstellten sie in Abstimmung mit Schulleiterin Silke Kirsten einen Fairtrade-Kompass, an dem sich die Schule auf ihrem Weg zur Fairtrade-School orientiert. „Fairer Handel wurde außerdem in verschiedenen Klassenstufen und Fächern behandelt“, erzählt Sarina. Sie selbst hatte die Aufgabe, einige Unterrichtseinheiten abzuhalten und Siebtklässler über Bedingungen beim Kakao-Anbau aufzuklären. Zudem verlangt Transfair den Nachweis von kreativen Gemeinschaftsaktionen. „Beim Tag der offenen Tür haben wir mit einem Stand über Fairtrade informiert, den Besuchern Gummibärchen und andere fair gehandelte Produkte angeboten.“ Auch die nachkommende Schülergeneration wurde mit einem fairen Willkommensgruß überrascht. „Alle Fünftklässler erhielten zum Schulstart im vorigen September ein kleines Präsent mit Fairtrade-Bleistift, Kostproben von Tee und Zucker sowie Gummibärchen.“

Im Schulclub erfreuen sich Produkte mit dem blau-grün-schwarzen Logo außerdem großer Beliebtheit. „Vor allem die Vollmilch- und Nougat-Schokolade ist der Renner“, berichtet Sarina über die Vorlieben ihrer Mitschüler. Aber auch Cookies, leckere Waffeln oder Kekse gehen gut. „Früher waren faire Waren ja nur auf Kirchenbasaren oder in Weltläden erhältlich. Aber mittlerweile“, berichtet die Gerichshainerin, „sind auch Supermarktketten auf den Zug aufgesprungen und bieten in ihren Regalen ein breites Sortiment.“ Bei einem Discounter würde das komplette Ostersortiment aus fair gehandelten Produkten bestehen. Und so dürfte im Brandiser Schulclub auch demnächst Naschen mit gutem Gewissen garantiert sein.

 

Fairtrade

Träger der Kampagne ist der Verein TransFair mit Sitz in Köln. Die Kampagne wurde von der Deutschen Unesco-Kommission als „offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Gefördert wird die Kampagne von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung. Mit dem Kauf von Fairtrade-zertifizierten Produkten haben Verbraucher die Chance, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauernfamilien und Beschäftigten in den Produzentenländern verbessert und keine Kinder ausgebeutet werden. Regelmäßige Kontrollen sorgen nach Angaben von TransFair dafür, dass die Fairtrade-Standards in den jeweiligen Ländern eingehalten werden.

Von Simone Prenzel

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