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Wurzen Brandiser Heim besteht Verbrauchertest
Region Wurzen Brandiser Heim besteht Verbrauchertest
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05:00 12.02.2010
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„Vielmehr standen die weichen Faktoren, die den Alltag der Bewohner ausmachen, im Mittelpunkt.“ Um eine bessere Vergleichbarkeit von Heimen zu gewährleisten, hat die Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten (Biva) einen Katalog mit über hundert Fragen entwickelt. Bereits 1999 war die Brandiser Einrichtung Vorreiter. Als erstes Pflegeheim in Sachsen stellte sie sich den kritischen Augen von TÜV-Prüfern. Auch an der neuerlichen Untersuchung beteiligte sich das 100-Betten-Objekt freiwillig. „Für uns es es wichtig, für die künftigen Bewohner und ihre Angehörigen so transparent wie möglich zu arbeiten.“ Man werde zwar bereits von zahlreichen Institutionen geprüft – Heimaufsicht, Gesundheitsamt, Gewerbeaufsichtsamt, Medizinischer Dienst, TÜV und Eichamt, die die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften kontrollieren. „Aus Sicht der Verbraucher gab es bisher aber noch keine einheitliche Einschätzung, wie jetzt von der Biva praktiziert.“ Der Biva-Check, dessen Ergebnis in einer Internet-Datenbank veröffentlicht wird, konzentriert sich dabei auf drei Bereiche: Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde der Bewohner. „Den Gutachter interessierte wirklich alles, was man sich nur denken kann“, schildert Janet Würfel. Wie viel Zeit nimmt sich die Heimleitung für das Erstgespräch? Verfügt das Haus über einen aktuellen und informativen Internetauftritt? Kann der Heimbeirat mitbestimmen? Können die Bewohner in eigener Verantwortung Aufgaben übernehmen, zum Beispiel den Garten mit pflegen oder eine Zeitung herausgeben? Können die Bewohner an Gottesdiensten teilnehmen? Auch zum Thema Ernährung ging der Gutachter ins Detail: Gibt es eine ausreichende Auswahl an Gerichten? Darf der Bewohner selbst entscheiden, wann er frühstückt? Werden Feiertage wie Ostern oder Weihnachten im Speiseplan berücksichtigt? Auch der Sterbebegleitung ist im Fragenkatalog ein ganzer Abschnitt gewidmet. „Nicht nur die Heimleitung wurde ins Gebet genommen“, berichtet Janet Würfel. Es fanden auch intensive Gespräche mit dem gewählten Heimbeirat statt. Der Tester nahm außerdem selbst am Mittagessen teil. „Hier legte er Wert darauf, allein mit den Bewohnern zu sprechen.“ Natürlich gehörte auch ein ausführlicher Rundgang durch die beiden Häuser zum Programm. Mit den Augen eines Betroffenen, der das beste Umfeld für einen Angehörigen sucht, wurde hier noch einmal vieles unter die Lupe genommen. „Sogar den Fensterknauf hat der Tester betätigt“, schmunzelt Janet Würfel. „Er wollte einfach überprüfen, ob in den Zimmern ordentlich gelüftet werden kann.“ Unterm Strich zeigte sich die Biva sehr angetan von den Ergebnissen. „Wir konnten auf über 90 Prozent der Fragen mit Ja antworten.“ Sichtbarer Beleg ist eine Urkunde, die Brandis Verbraucherfreundlichkeit attestiert. Hinter dem Brandis-Eintrag in der Datenbank www.Heimverzeichnis.de prangt jetzt ein grünes Häkchen, das Heime nach einem erfolgreichen Check erhalten.  

Simone Prenzel

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