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Wurzen Brandiser Kinderstube: Kosten werden zum Zankapfel
Region Wurzen Brandiser Kinderstube: Kosten werden zum Zankapfel
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00:27 09.11.2015
In der Zusammenarbeit zwischen Stadt und CVJM knirscht es derzeit hörbar. Quelle: Thomas Kube
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Brandis

In der Zusammenarbeit zwischen Stadt und CVJM knirscht es derzeit hörbar. Nachdem sich die Kommune für die offene Kinder- und Jugendarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt einen neuen Partner gesucht hat, gibt es derzeit auch zur christlichen Kita Dissonanzen. „Der CVJM hat uns mit der Kündigung des Rahmenvertrages überrascht“, stellte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) gegenüber LVZ fest. Er betonte, dass die Kita als solche nicht in Frage gestellt sei. Beunruhigte Eltern müssten sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Auch die Qualität der Arbeit, die die Erzieher dort leisten, stehe nicht zur Diskussion. „Für uns steht außer Frage, dass der Betrieb der Kinderstube des CVJM für 2016 und nachfolgend fester Bestandteil der Bedarfsplanung der Stadt Brandis ist. Nur können wir keiner Vereinbarung zustimmen, die gegen die Interessen der Stadt und gegen das Gleichheitsgebot gegenüber den anderen Trägern verstößt.“

„Alle vom CVJM gewünschten Änderungen würden eine Verschlechterung für die Stadt bedeuten“, hatte Fachbereichsleiter Robert Kröber im Stadtrat klargemacht. Wie sich nach emotionaler Debatte zeigte, war der Wunschkatalog des CVJM-Vorstandes auch für die Ratsmehrheit nicht annehmbar. „Der CVJM wollte, dass wir als Stadt jährlich 35.000 Euro vorschießen“, so Kröber. Zudem sollte die Stadt – entgegen der bisherigen Regelung, bei einer Änderung der Betriebserlaubnis für die Kinderstube nicht mehr gefragt werden.

Stadtrat Alexander Schmidt (Bündnis 90/Grüne) plädierte dafür, konstruktiv mit dem CVJM zu verhandeln. „Es kann nicht sein, dass wir das Angebot nur ablehnen, ohne als Stadt einen konstruktiven eigenen Vorschlag zu machen.“ Kröber erklärte, bereits seit 2012 sei man mit dem CVJM im Gespräch. „Die Stadt hat ihre Erwartungen seitdem immer wieder klar formuliert“, erinnerte der Amtsleiter. „Doch auf die Frage, was mit der Vorauszahlung konkret abgegolten werden soll, haben wir keine Antwort erhalten.“ Auch Stadtrat Frank Mieszkalski (SPD) störte sich am Vorgehen des Vereins: „Auf zehn Jahre hochgerechnet hieße das, dass wir dem CVJM 360.000 Euro überlassen.“ Das sei nicht machbar. Zumal der Verein sich auch noch vorbehalten wolle, selbst zu entscheiden, was er mit dem Geld macht.

Die Stadt habe schon seit Jahren andere Wege aufgezeigt, ließ Jesse durchblicken. Bereits sein Amtsvorgänger Andreas Dietze (parteilos) hatte dem CVJM angeboten, dass die Stadt das Gebäude kauft und dem christlichen Träger ein Nutzungsrecht zusichert. Doch diese Offerte, so Jesse, sei geflissentlich überhört worden. Um die Kuh vom Eis zu bekommen, werde die Stadt weiter Abschlagszahlungen überweisen. Der Betrieb der Kita sei also definitiv abgesichert, so Jesse. „Wir gehen davon aus, dass es gelingt, bis zum Jahresende eine neue Vereinbarung zu treffen.“

Von Simone Prenzel

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