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Wurzen Brandiser Musikarche erhält Treppenlift
Region Wurzen Brandiser Musikarche erhält Treppenlift
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14:15 26.01.2016
Die Musikarche Brandis ist dank Förderung durch den Landkreis jetzt mit einem Treppenlift ausgestattet. Vereinschef Hans Ross (l.), Kreissozialamtsleiterin Karina Keßler und Bürgermeister Arno Jesse überzeugen sich, wie gut Maria Reichenbach damit zurecht kommt. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Landkreis Leipzig/Brandis

Den geistigen Vätern der Brandiser Musikarche ist ein weiterer Erfolg gelungen. Nachdem Hans Ross und Joachim Kühnel zusammen mit vielen emsigen Mitstreitern aus der alten Wäscherei am Grimmaischen Platz ein Haus für Musik, Kultur und Begegnung geschaffen haben, erwartet die Besucher jetzt sogar ein barrierefreier Treff.

Dank eines modernen Treppenlifts können neuerdings auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Obergeschoss erklimmen. „Wir freuen uns sehr, dass wir in den Genuss einer großzügigen Förderung durch den Landkreis gekommen sind“, bedankte sich Hans Ross, Vorsitzender des Vereins Musikarche, bei den beteiligten Akteuren und Behörden. „Die Baukosten von 25 000 Euro wurden zu hundert Prozent getragen“, freute sich der Vereinschef am Montag bei der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Hilfsmittels. „Das ist eine Quote, die man wahrlich nicht alle Tage erhält.“ Die Mittel fließen aus dem sächsischen Förderprogramm „Lieblingsplätze für alle“ - jährlich stehen dafür im Landkreis 175 000 Euro zur Verfügung. Die Entscheidung, auch den Antrag der Brandiser Musikarche zu bedenken, hatte der Kreissozialausschuss im Vorjahr getroffen.

„Die Veranstaltungen in unserem Haus werden mittlerweile derart gut besucht, dass wir auch auf die Räume im Obergeschoss dringend angewiesen sind“, machte der Beuchaer deutlich, der von rund 200 wöchentlichen Nutzern sprach. Während das Erdgeschoss schon ohne Barrieren konzipiert wurde, führte der Weg nach oben bislang lediglich über zwei Treppen. „Ein Rollstuhlfahrer spielt bei uns im Verein Posaune. Er kommt regelmäßig zum Üben“, schilderte Hans Ross. „Zu den Proben mussten den Röcknitzer bislang immer zwei kräftige Leute nach oben hieven.“ Ein solcher Kraftakt ist nun nicht mehr nötig.

Beliebter Treff jetzt auch noch barrierefrei – die Musikarche. Quelle: Frank Schmidt

Die 80-jährige Maria Reichenbach bewältigte die Probefahrt am Montag mit Bravur. „Das ist ja wie in der Fernsehwerbung“, strahlte sie – nach wenigen Sekunden bequem im Sitzen oben angelangt. Auch die Senioren des benachbarten Awo-Sozialzentrums wollen die Möglichkeit jetzt verstärkt nutzen und sich von Kindern und Jugendlichen, die in der Musikarche Instrumentalunterricht nehmen, musikalisch unterhalten lassen.

Karina Keßler, Sozialamtsleiterin des Landkreises, wies auf die individuelle und gesellschaftliche Bedeutung solcher Baumaßnahmen hin. Denn Menschen mit Behinderung würden im Alltag immer wieder von Barrieren aufgehalten, die ihr Leben einschränken. „Nicht nur Rollstuhlfahrer stoßen auf Hindernisse, die wir helfen wollen, aus dem Weg zu räumen. Uns geht es generell darum, für alle Menschen mit Handicap Verbesserungen zu erreichen“, erklärte die Amtsleiterin.

„Die Musikarche ist bereis Lieblingsplatz für viele. Jetzt kann sie es für noch mehr Menschen werden“, dankte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) für die Initiative des Vereins und die Förderung durch den Kreis.

Der Freistaat hat das Förderprogramm vor zwei Jahren aufgelegt. In den Jahren 2014 bis 2016 stehen dafür im Landkreis jeweils 175 000 Euro zur Verfügung. Karina Keßler überzeugte sich davon, dass das Geld in Brandis gut angelegt ist. Sie zeigte sich beeindruckt, dass das Haus insgesamt nur durch die engagierte Arbeit von Ehrenamtlichen eine derart erfolgreiche Entwicklung nimmt.

Bauliche Veränderungen sind laut Freistaat im Kultur-, Freizeit- und Bildungsbereich sowie im Gesundheitssektor möglich. Der Förderbetrag pro Vorhaben beträgt höchstens 25 000 Euro. Der Bedarf der Antragsteller ist regelmäßig größer als die zur Verfügung stehenden Mittel. Im Vorjahr wurden acht weitere Vorhaben verwirklicht, so beim Diakonischen Werk in Grimma oder im Colditzer Waldbad, wo ein Beckenlift eingebaut wurde.

„In diesem Jahr können erneut acht Projekte starten“, informierte Karina Keßler über die Entscheidung im jüngsten Sozialausschuss. Die Trebsener Kulturstätte erhält einen Hublift. In behindertengerechte Toiletten wird im Botanischen Garten Großpösna, im Schwindpavillon Kohren-Sahlis und in der Beratungsstelle des VdK in Borna investiert. Verbesserungen werden auch im Freibad Geithain, im Schul-, Gesundheits- und Seniorensportzentrum Falkenhain sowie im Bouleclub Leipziger Land in Blumroda angestrebt. Im Ärztehaus Böhlen sollen derweil Bodenindikatoren zum Beispiel vor Treppen und Handläufen Blinden die Orientierung erleichtern.

Von Simone Prenzel

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