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Wurzen Brandiser Neonazi greift Polizei mit Armbrust an – verhaftet
Region Wurzen Brandiser Neonazi greift Polizei mit Armbrust an – verhaftet
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20:34 29.03.2016
Der festgenommene 28-jährige Manuel S. gilt als bekennender Neonazi.  Quelle: Frank Schmidt
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Leipzig/Brandis

 Ein Neonazi, der für mehrere nächtliche Brandanschläge in Brandis verantwortlich sein soll, ist gefasst. Am Sonntagabend erfolgte der Zugriff im Dalienweg: Als die Beamten den 28-jährigen Manuel S. allerdings festnehmen wollten, beschoss der Rechtsextreme die Ordnungshüter mit einer selbstgebauten Armbrust und angespitzten Pfeilen.

Der festgenommene 28-jährige Manuel S. gilt als bekennender Neonazi. Quelle: DKD Leipzig

Der Angreifer konnte sich der geplanten Festnahme somit zunächst entziehen und verschanzte sich gegen 22.30 Uhr mit der Waffe in seinem Haus, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de. Die abgeschossenen Pfeile verfehlten ihr Ziel jeweils nur knapp, die Beamten riefen ein Spezialeinsatzkommando (SEK) zu Hilfe. Eineinhalb Stunden später konnte der Angreifer in Gewahrsam genommen werden. Der 28-Jährige Manuel S. wurde inzwischen dem Haftrichter vorgeführt.

Ausgangspunkt des Polizeieinsatzes am Sonntag waren zwei sogenannte „Molotowcocktails“, die der 28-Jährige auf ein Grundstück in seiner Nachbarschaft geschleudert hatte. „Dort befand sich auch eine Holzgarage, deren Holztor durch das Feuer beschädigt wurde“, so der Polizeisprecher. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Zum entstanden Schaden ist bisher nichts bekannt.

Brennende Autos, die in der Damaschkestraße nahe einer Pizzeria angezündet worden, riefen am 15. und 19. März die Feuerwehr in Brandis auf den Plan. Quelle: Feuerwehr Brandis

Warum der Mann das Grundstück angegriffen hat, ist bisher unklar. Sicher ist: Es waren nicht die ersten Brandsätze, die der 28-Jährige zum Einsatz brachte. Laut der Ermittlungen soll der Mann auch bereits am 15. und am 19. März zwei Fahrzeuge vor einer Brandiser Pizzeria in der Damaschkestraße mit angezündet haben. Beide Autos gehörten Mitarbeitern des Restaurants. Zudem soll der Brandstifter am vergangenen Samstag einer Mitarbeiterin gedroht haben, weitere Fahrzeuge in Brand zu stecken.

Das Restaurant in der Brandiser Innenstadt gehört einem gebürtigen Pakistani. Laut eines Berichts des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), trage Manuel S. ein tätowiertes Hakenkreuz auf seiner Brust. Als die MDR-Reporter ihn zur Rede stellen wollten, bedrohte er sie mit einem Baseballschläger. Aktuell geht die Polizei vor Ort nicht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund der Angriffe und Drohungen aus. Es ermittelt die Kriminalpolizei. Zudem sei aber auch der Staatsschutz eingeschaltet worden.

Vor dieser Pizzeria ging ein Auto in Flammen auf. Quelle: Frank Schmidt

„Manuel ist eines Tages ins Lokal gekommen und verschwand für länger Zeit in den hinteren Räumen, ohne dass wir wissen konnten, was er dort macht. Daraufhin hat ihn der Lokalbesitzer Hausverbot erteilt“, erzählt Kai Wittank, einer der Mitarbeiter. Freilich kannte man sich persönlich, denn Wittank und Manuel S. sind im Dalienweg Nachbarn. „Aber das gibt ihm nicht das Recht, sich im Laden frei zu bewegen, da ist er Kunde wie jeder andere auch“, sagte der 34-Jährige gegenüber LVZ.de.

Damit sei jedoch der Grundstein für den eskalierenden Hass gelegt worden. „Der hat uns offen gedroht und auch angekündigt, die und weitere Autos abzufackeln“, sagte Wittank. Erwischt werden konnte er dabei aber nicht. „Wir haben der Polizei Hinweise gegeben, passiert ist nicht“, beklagte sich Wittank, dem noch deutlich spürbar der Schreck in den Knochen steckte. „Erst wenn wir beweisen könnten, dass Manuel der Täter ist, könnte man handeln. Wenn wir das beweisen können – wo leben wir denn“, verstand Wittank die Welt nicht mehr.

„Ja, Hinweise gab es auf den mutmaßlichen Täter. Aber die Beweislage entscheidet. Was bisher an dem 15. und 19. März gelaufen ist, kennen wir nur vom Hörensagen. Nun aber sind im Rahmen der Ermittlungen beide Verfahren bei der Umsetzung des Haftbefehls mit herangezogen worden“, erklärte Voigt abschließend.

Von Matthias Puppe/Frank Schmidt

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