Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Brandiser Parkschlösschen wieder Bühne für Konzerte und Lesungen

Freie evangelische Gemeinde Brandiser Parkschlösschen wieder Bühne für Konzerte und Lesungen

„Der brennende Zirkus“ nennt sich die Berliner Formation, die am 20. Oktober im Brandiser Parkschlösschen die Bühne rocken wird. Es ist bereits das dritte Konzert in diesem Jahr, das die Freie evangelische Gemeinde (FeG) organisiert. Sie möchte mit Konzerten und Lesungen wieder Leben in das Haus in der Bahnhofstraße bringen, das einst kultureller Mittelpunkt der Stadt war.

Im Erdgeschoss des Parkschlösschens will die Freie evangelische Gemeinde unter anderem Konzerte anbieten. Der früher für Veranstaltungen genutzte Saal im rechten Teil des Hauses harrt noch der Sanierung.

Quelle: Thomas Kube

Brandis. Der brennende Zirkus nennt sich die Formation, die am 20. Oktober im Brandiser Parkschlösschen die Bühne rocken wird. Es ist das dritte Konzert in diesem Jahr, das die Freie evangelische Gemeinde (FeG) organisiert. Als Mieter des Erdgeschosses möchte sie mit einer Reihe von Angeboten, wie Konzerten und Lesungen, wieder Leben in das Haus in der Bahnhofstraße bringen, das einst kultureller Mittelpunkt der Stadt war.

Verheißungsvoller Start

Und das scheint auf Anhieb zu klappen. Beim ersten Konzert im Juni, als hier „Love, the Twains“ auftraten, kamen 70 Gäste, im September bei „Frau Elfie und Maik Key“ waren es schon 90 – Platz ist für etwa 100. Ronald Beier freut sich über die Resonanz weit über Brandis hinaus. Er zeichnet im Rahmen des FeG-Projektes „Lebensräume“ für kulturelle Veranstaltungen mitverantwortlich. Die Projektidee baut auf den vielen Nutzungsmöglichkeiten auf, die das Parkschlösschen bietet: Räume, um Leute zu treffen, um zu entspannen und zu genießen, Räume für Projekte und Ideen, Räume für private Feiern und Räume, in denen zusammen gearbeitet oder gelernt wird. Über die Mit-Mach-Stadt hat es sogar schon einen Swingtanzkurs gegeben.„Warum sollten wir sie nur sonntags zum Gottesdienst oder für Kinder- und Jugendarbeit nutzen?“, fragt Beier. „Zumal wir als Gemeinde ja auch offen sein wollen.“

Die FeG zählt 25 erwachsene Mitglieder. „Wir sind eine sehr junge Gemeinde“, sagt Beier. Und aus deren Sicht gebe es in Brandis relativ wenig kulturelle Angebote. „Es gibt viel für Kinder und Jugendliche, beispielsweise Sport, und für die Generation Ü 60. Aber nichts für die dazwischen. Und das soll auch unsere Zielgruppe sein“, sagt der 39-Jährige, der selbst erst vor fünf Jahren mit Familie in die Stadt gezogen ist. Natürlich sei das erste Konzert trotzdem ein Risiko gewesen. „Aber inzwischen melden sich schon Bands von selbst“, freut er sich. „Und die, die schon hier waren, schwärmen von der Ausstrahlung des Hauses.“

Bewegte Geschichte

Das hat eine bewegte Geschichte. Die 1899 von Baumeister Döhler erbaute Gaststätte erhielt schon im Folgejahr einen Saal. In den 1930ern übernahm Riebeck Bräu den Betrieb, im Untergeschoss wurden zwei Kegelbahnen installiert. In den Folgejahren wechselte die Nutzung: Einzelne Räume im Erdgeschoss waren zeitweise Schule, während des Krieges war das Haus Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager. Zu DDR-Zeiten wurde es Kulturhaus und HO-Gaststätte, Discos fanden statt, der Kanuverein hatte hier sein Domizil. Nach der Wende eröffnete im Obergeschoss die erste Brandiser Fahrschule (Taubert). 1990 übernahm die Kommunale Entwicklungsgesellschaft das Objekt. Auf der Streuobstwiese wurde ein Hotel gebaut – schon 1959 war der Biergarten dem Keglerheim gewichen –, das Gebäude wurde per ABM entkernt. 1992 stoppte der KEG-Konkurs alle Arbeiten, einen Abriss lehnte der Denkmalschutz ab. Nach langem Leerstand kaufte die Parkschlösschen KG 2006 die Ruine und begann mit der Sanierung. 2009 wurden im Obergeschoss entstandene Wohnungen bezogen, 2012 ein Café eröffnet, dessen Betreiber allerdings dieses Jahr aufgab. Und Platz machte für die FeG, deren Mitbegründer KG-Gesellschafter Andres Grün ist und die schon seit 2014 Mitnutzer war. „Das Haus war wie für uns bestimmt“, sagt Beier und verweist auf den alten Spruch „Gott allein die Ehre“ über dem Portal.

Spende statt Eintritt

Mit dem Kulturangebot wolle die FeG allerdings keine christliche Botschaft verbinden. „Aber uns ist wichtig, dass die Akteure auf der Bühne auch nicht für das Gegenteil stehen“, betont Beier. Er zeigt sich für ziemlich alle Musikrichtungen offen. „Nur Heavy Metal und Schlager passen hier sicher nicht rein.“ Für dieses Jahr sind noch vier Veranstaltungen geplant. „2018 wollen wir im Januar, März, Mai, September und November Konzerte plus weitere Veranstaltungen anbieten; Monate mit vielen Dorffesten klammern wir aus“, sagt Beier. Der Eintritt soll übrigens auch weiter kostenlos sein. „Wir wollen keine finanziellen Hürden für einen Besuch aufbauen“, erklärt er. „Nach dem Konzert kann sich dann jeder fragen, ob es ihm gefallen hat und dann vielleicht etwas spenden.“

Veranstaltungen im Parkschlösschen 2018

Konzert, 20. Oktober, 20 Uhr: Der brennende Zirkus. In die Manege stürmt Sound. Jongliert wird mit Hip-Hop, Reggae, rockigen Riffs und poppigen Lines. Die seit 2015 existierende Formation rockt mit ehrlicher Energie Bühne, Straße, Publikum. Die Texte bewegen zwischen Dota, Clueso, Gundermann und weiteren Deutschpoeten, können aber durch Tiefe, Nachdenklichkeit und Wortwitz ihren eigenen Stil entfalten.

Buchlesung, 28. Oktober, 19.30 Uhr: Andreas Knapp: Die letzten Christen – Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten. Knapp hat sich auf Spurensuche begeben und Flüchtlingslager im Irak besucht. Sein erschütternder Bericht kann helfen, die Beweggründe der Menschen zu verstehen, die heute zu uns fliehen.

Konzert, 24. November, 20 Uhr: The Coins. Besonders markant für das junge Leipziger Straßenmusiktrio ist das originelle Eimerschlagzeug. Plastik- und Metallgefäße, ein Schellenkranz und Shaker reichen aus, um ein beeindruckendes Rhythmusfundament zu legen. Dazu gesellen sich Kontrabass, Akustikgitarre und eine kraftvolle Stimme.

Adventskonzert, 12. Dezember, 17 Uhr, im CVJM Haus, Zeititzer Weg 16: Daniel Kallauch mit seiner Weihnachts-Show „Du lieber Himmel“

Von Ines Alekowa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
Wurzen in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 69,04 km²

Einwohner: 16.364 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 237 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04808

Ortsvorwahlen: 03425, 034261

Stadtverwaltung: Friedrich-Ebert-Straße 2, 04808 Wurzen

Ein Spaziergang durch die Region Wurzen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr