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Wurzen Brandiser Schlosspark wird zur Opernbühne
Region Wurzen Brandiser Schlosspark wird zur Opernbühne
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05:00 29.05.2010
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. Parkett und Loge zugleich ist in dem Fall der historische Park des fast 300 Jahre alten Brandiser Barockschlosses. Das Besondere: Das Publikum sitzt nicht wie in einem Theatersaal in Reih und Glied, sondern wandert bei den einzelnen Szenen mit.

„Wie können wir Kindern, die mit Handy, SMS und Chats aufwachsen, heutzutage einen Zugang zu Mozarts Zauberflöte verschaffen?" Das, so Dozentin Anja-Christin Winkler, sei die Frage gewesen, die am Anfang der Inszenierung stand. Als Projektverantwortliche der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig habe sie dafür einen geeigneten Ort gesucht. „Zuerst hatten wir das Schönefelder Schloss im Blick. Dort hätte allerdings der allgegenwärtige Fluglärm ein ungestörtes Eintauchen in die Zeit vor über 200 Jahren unmöglich gemacht", musste sich die Musiktheater-Regisseurin eines Besseren belehren lassen. „Ich habe mich dann Ende letzten Jahres einfach ins Auto gesetzt und bin aus der Stadt rausgefahren - auf der Suche nach einer Alternative." Ihr Navigationsgerät habe sie schließlich nach Brandis geführt. „Als ich das erste Mal im Schlosspark stand, dachte ich, ich werd‘ nicht wieder – der Tempel, der Teich, der Pavillon – die Anlage, schoss es mir durch den Kopf, ist ja wie gemacht für unsere Zauberflöte." Der Ort wirke sehr authentisch. Man könne den Schülern hier eine Ahnung vermitteln vom Lebensgefühl an den Höfen des ausgehenden 18. Jahrhunderts - der Entstehungszeit von Mozarts Oper. Bevor die Zeitreise beginnen kann, muss natürlich wie vor jeder großen Premiere fleißig geprobt werden. Von Anfang an sei es den Studenten wichtig gewesen, die Kinder intensiv in die Erarbeitung der Brandiser Zauberflöten-Fassung einzubeziehen, ihnen einen ganz eigenen Zugang zu dieser beliebtesten Oper Mozarts zu verschaffen. „Während ihrer Schul-Praktika haben die künftigen Musikpädagogen mit den Klassen intensiv gearbeitet." Denn schließlich sollen sich die Sechst- und Neuntklässler auch selbst mit unter die Darsteller mischen. Ganze Szenen wie die Feuer- und die Wasserprobe, die Prinz Tamino bei der Befreiung seiner Angebeteten bestehen muss, werden von Schülern gestaltet. Brandiser Gymnasiasten tragen ihren Teil dazu bei, indem sie unter anderem das Bühnenbild entwarfen. Andere Schüler stellen Wachen oder wilde Tiere dar. „Die beteiligten Klassen nehmen an unterschiedlichen Aufführungen teil", erzählt Anja-Christin Winkler. „Jeden Abend wird also eine etwas andere Fassung zu erleben sein." Auch bei den Musikstudenten steigt mittlerweile das Premierenfieber. „Im März haben wir mit den ersten Proben begonnen", berichtet Studentin Katharina Kunz, die selbst die Partie der ersten Dame singt. Gleichzeitig musste für das ebenfalls ausschließlich aus Studenten bestehende Orchester eine eigene Fassung erarbeitet werden. Parallel machte man sich gemeinsam Gedanken über Kostüme und Requisiten und fand dabei auch Unterstützung bei der Leipziger Oper. Bevor es an den insgesamt drei geplanten Opernabenden in Brandis ernst wird, wird ab 31. Mai intensiv an Ort und Stelle geprobt.

Die Aufführungen finden am 8., 9. und 10. Juni jeweils ab 20 Uhr im Schlosspark Brandis statt. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei. Freiwillige Helfer für die Aufführung werden noch gesucht und können sich unter mirjam_t_schmid@hotmail.com melden.

Simone Prenzel

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