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Wurzen Brandiser Stadtrat diskutiert Rossmann-Standort
Region Wurzen Brandiser Stadtrat diskutiert Rossmann-Standort
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17:31 28.11.2018
Das Kita Areal in der Pappelallee als künftiger Rossmann-Standort? Die Drogeriekette favorisiert die Nähe zu Edeka. Quelle: Ines Alekowa
Brandis

Der ehemalige Ratskeller als Standort für den Drogeriemarkt Rossmann ist passé. Jetzt im Fokus: das Areal des Kindergartens in der Pappelallee. Bürgermeister Arno Jesse (SPD) stellte diese Option am Mittwoch im Stadtrat vor – und löste eine heftige Diskussion aus.

„Wenn wir etwas machen, dann in der Nähe von Edeka“, stellte Christian Wirth, bei der Dirk Rossmann Immobiliengruppe für den Bereich Expansion zuständig, klar. Mit dem Vollsortimenter würde man sich gut ergänzen. Wichtig seien zudem ausreichend Stellplätze unmittelbar vor der Drogerie – auf dem Kita-Gelände wäre Platz für 27. Eine Integration des Marktes in das bestehende Gebäude aber schloss er aus. „Wir haben das geprüft, es wäre nicht machbar.“ Das würde den Abriss der im Herbst 2000 in Betrieb genommenen Kita bedeuten. Rossmann benötige insgesamt 1000 Quadratmeter, 750 davon für Verkaufsfläche. Wirth: „Es geht darum, ob der Stadtrat sich vorstellen kann, das Grundstück in die Ausschreibung zu geben und wir uns bewerben können. Wenn nicht, wär’s das nach vier Jahren“, wurde Wirth deutlich.

Bürgerverein hoffte auf Bibliothek und Jugendclub

Zwar stünde die Fläche erst mit dem für Ende 2019 geplanten Umzug der Einrichtung in den Neubau am Bahnhof zur Verfügung, „aber mir war wichtig, das Thema frühzeitig im Stadtrat zu platzieren“, sagte Jesse. Denn wenn dieser den Standort nicht gutheiße, könne sich die Verwaltung die nächsten Schritte sparen. Diese wären unter anderem ein Gutachten zur Ermittlung des Grundstückswertes und Beantragung einer Einzelfallprüfung beim Innenministerium hinsichtlich förderrechtlicher Probleme. Denn während für das Gebäude die Zweckbindungsfrist 2010 endete, beläuft sich die Bindung aus der Städtebauförderung auf 25 Jahre, bis Ende 2026. „Und wenn rauskommt, wir müssen eine Million zurückzahlen, ist die Situation natürlich eine andere“, sagte Jesse.

Ulrich Gäbel (Linke) fand es „super, dass die Firma dran bleibt“. Zugleich kritisierte er, dass auf die Information im Stadtrat sofort eine Entscheidung folgen soll, ohne dass sich dieser zuvor noch einmal habe verständigen können. Für Alexander Busch (CDU) hingegen war die Sache klar: „Die Bevölkerung will einen Drogeriemarkt, dann muss er gebaut werden.“ Aus einer Resonanz aus dem Zuschauerraum war das an diesem Abend allerdings nicht abzulesen – die Stühle blieben leer. Hans Ross (Bürgerverein) wiederum zeigte sich enttäuscht: Er habe sich erhofft, dass das Kita-Gebäude erhalten bleibt und man sich über eine Nachnutzung „zumindest ernsthaft Gedanken macht“. Im Gespräch hierfür waren bereits Bibliothek und Jugendclub.

SPD-Stadtrat fürchtet Vermögensvernichtung

Noch deutlichere Bedenken hatte Frank Mieszkalski (SPD).„Natürlich wollen wir das Sortiment“, betonte auch er. „Die Frage ist, ob wir es uns an diesem Standort leisten können.“ Nicht nur, weil inzwischen ringsum im Vertrauen auf ein gewisses Maß an Ruhe Einfamilienhäuser entstanden sind. Er verwies vor allem auf den Restbuchwert des Gebäudes, schätzungsweise eine Million Euro. Das reiße man dann weg und errichte für 3,6 Millionen einen Kita-Neubau – „ich glaube, dafür bekommen wir den Schleudersachsen“(Negativpreis, den der Bund der Steuerzahler jährlich für die Verschwendung von Steuergeldern vergibt). Wir können nicht Vermögen vernichten.“

Detlef Holzmann (Fraktion SPD/Grüne) versuchte zu vermitteln: Grundsätzlich sei man sich einig, dass man einen Drogeriemarkt braucht und der Standort passt. „Die größte Befindlichkeit ist, dass wir das nicht um jeden Preis wollen.“ Das bedeute: „Wir brauchen Fakten“, formulierte er den Auftrag an die Verwaltung. – „Wie viel Luft haben Sie“, fragte Gäbel den Rossmann-Vertreter. „Wir haben bis jetzt viel Luft gehabt, und uns ist klar, dass das auch jetzt kein Schnellschuss wird“, sagte Wirth.

Von Ines Alekowa

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