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Brandiser Unfallkreuzung sollte es gar nicht geben

Brandiser Unfallkreuzung sollte es gar nicht geben

Bewohner der Siedlung West beobachten besorgt die Entwicklung des Verkehrsaufkommens vor ihrer Haustür. "Seit Eröffnung der Westumfahrung geht es hier zu wie auf der Autobahn", empört sich Anwohner Wolfgang Pander.

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Hier gehen die Probleme schon los: Wer aus Richtung Autobahn die neue Brandiser Umgehung befährt, wird unmittelbar nach dem Bahnübergang auf die Kleinsteinberger Straße geleitet, um ins Brandiser Zentrum zu kommen. Eigentlich sollte es diese Querverbindung - und damit auch die Unfallkreuzung - gar nicht geben. Fotos: Andreas Röse

Quelle: Andreas Röse

Brandis. "Wie die Praxis zeigt, hat sich die Kreuzung Kleinsteinberger Straße/neue S 43 trotz vieler verkehrstechnischer Maßnahmen zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt, auch wegen des relativ hohen Verkehrsaufkommens auf der Kleinsteinberger Straße und auch wegen ihrer Eigenschaft als Einflugschneise oder besser gesagt Startbahn", kritisiert der Bewohner.

Geändert werden müsse unbedingt die Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Beuchaer/Kleinsteinberger Straße, fordert Pander. "Nur so kann der Verkehr sicherer über den bestehenden Kreisel an der Tankstelle geführt werden." Gleichzeitig müsse die Kleinsteinberger Straße entschärft werden - durch Zone 30, eine Sperrung für den Durchgangsverkehr oder Schikanen am Ortseingang.

Gar nicht glücklich mit der Situation ist auch die örtliche Straßenverkehrsbehörde. Deren Mitarbeiter Uwe Fritsche beobachtet mit Sorge, dass sich die Verkehrsströme ganz anders entwickeln als gedacht. Er lässt durchblicken, dass es die Kleinsteinberger Straße in der Form gar nicht mehr geben sollte. Ursprünglich war vorgesehen, mit dem Bau der Westumgehung die Verbindung zwischen Brandis und Kleinsteinberg zu kappen. Dagegen hätten jedoch Beuchaer und Brandiser Bürger aufbegehrt, blickt Fritsche zurück. Auch Bürgermeister Andreas Dietze (parteilos) bestätigte gegenüber LVZ, dass die Straße eigentlich von der Landkarte verschwinden sollte. "Als der Freistaat die ersten Planungen vorlegte, war die Piste aber gerade erst für viel Geld vom Kreis ausgebaut worden", erinnert sich Dietze. Auch andere Interessengruppen machten offenbar mobil: Zur Entlastung der stark befahrenen Beuchaer Straße in Brandis bestanden die dortigen Anwohner auf dem Erhalt der alternativen Route über die Kleinsteinberger Straße. Und Beuchaer insbesondere im Wohngebiet am Grenzweg hegten Befürchtungen, vor ihrer Tür könnte es dann mit der Ruhe vorbei sein. Das Ende vom Lied: Die Kleinsteinberger Straße blieb erhalten. Eine nie geplante Querung der Westumgehung wurde zugelassen.

Die Vorfahrtsregelung in der Beuchaer Straße müsse nun ungehend geändert werden, betont Fritsche. Im Auftrag der Stadt Brandis mahnte die örtliche Straßenverkehrsbehörde beim Kreis mehrfach auch eine grundlegende Umgestaltung der gesamten Kreuzung Beuchaer/Kleinsteinberger Straße an. Der nötige Umbau - unter anderem müssten Inseln und Verkehrsteiler weichen - biete sich mit dem ab Juli ohnehin geplanten Ausbau der Beuchaer Straße an. Doch der Kreis, bedauert Fritsche, mache keinerlei Anstalten, die Situation auf den Nebenstraßen der Westumgehung anzupassen.

Für Wolfgang Pander stellt sich die Frage, wieso die millionenschwere Trasse überhaupt gebaut wurde. "Wie sich die Situation jetzt darstellt, wurde der Verkehr lediglich umgeleitet: vom alten zum neuen Bahnübergang. Die hier eingesetzten Steuergelder wären an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt worden." Dringend müssten auch Vorwegweiser geändert werden. Wer aus Richtung Autobahn kommt, wird zum Beispiel gleich nach Überqueren der Bahnlinie via Brandis gelenkt - über die Kleinsteinberger Straße. "Zum Kreisel, über den der Verkehr geführt werden soll", klagt Pander, "kommen die erst gar nicht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.04.2013

Simone Prenzel

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