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Wurzen Breitband für Thallwitz und Brandis
Region Wurzen Breitband für Thallwitz und Brandis
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05:09 27.10.2018
Angepackt: Für die Versorgung mit Highspeed Internet in Brandis griffen (v.l.) Bürgermeister Arno Jesse, DG-Geschäftsführer Jens Müller, Landrat Henry Graichen und Staatssekretär Stefan Brangs am Freitag Vormittag vor dem Brandiser Rathaus symbolisch zum Spaten. Zuvor erfolgte per Knopfdruck die Freigabe für die Gemeinde Thallwitz. Quelle: Thomas Kube
Brandis/Thallwitz

Tusch – der Knopf für Thallwitz ist gedrückt und der symbolische Spatenstich für Brandis vollzogen: Staatsekretär Stefan Brangs, Landrat Henry Graichen (CDU), der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD) und sein Thallwitzer Kollege Thomas Pöge (parteilos) sowie Deutsche-Glasfaser-Geschäftsführer Jens Müller begingen Freitag Vormittag, musikalisch begleitet von jungen Bläsern des Musikvereins Brandis, vor dem Rathaus Brandis feierlich die „Spatenübergabe“. Nach etwa sechs Monaten Bauzeit surft Thallwitz als erste von der Deutschen Glasfaser (DG) angeschlossene Gemeinde in der Region jetzt mit Lichtgeschwindigkeit – nun ist Brandis an der Reihe: Bis Frühjahr 2019 sollen die schon begonnenen Bauarbeiten beendet und die Stadt mit einem FTTH-Glasfasernetz („Fiber To The Home“ – Glasfaser bis ins Haus) gerüstet sein für den künftigen Bandbreitenbedarf.

40 Prozent der Brandiser haben Vertrag unterzeichnet

Die Voraussetzungen für den privatwirtschaftlichen Netzausbau – ohne Fördermittel – hatten die Brandiser selbst geschaffen: Mehr als 40 Prozent haben einen Vertrag mit DG unterzeichnet. Jetzt werden ihre Haushalte an das FTTH-Netz – ohne Ausbaukosten für Stadt und Kunden – angeschlossen. Zwölf städtische Gebäude erhalten ebenfalls den potenziell Terabit-fähigen Internetanschluss.

Glasfaserausbau: Thallwitz wurde als erste Gemeinde in der Region am Freitag ans Netz der Deutschen Glasfaser angeschlossen. In Brandis startete der Breitbandausbau mit dem ersten Spatenstich.

„Fast auf den Tag vor einem halben Jahr hatten wir eine ähnliche Veranstaltung in Thallwitz“, blickte Pöge zurück. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir in dieser Superzeit dieses enorme Infrastrukturprojekt zum Abschluss bringen würden“, sagt er und lobte die fachgerecht ausgeführten Bauarbeiten. Bereits bei der Bedarfsermittlung kam die Gemeinde auf 63 Prozent, jetzt sind 80 Prozent der Haushalte, Unternehmen, das Rathaus und die Grundschule am Deutschen Glasfaser-Netz angeschlossen. Er gab seinen Spaten an Jesse weiter: „Damit ihr in gleicher Geschwindigkeit weiter macht.“

Jesse: Meilenstein für die Stadt

Arno Jesse sprach von einem wichtigen Meilenstein für die Stadt. „Der Weg dahin war nicht einfach“, erinnerte er an mehrere Anläufe, Glasfaser nach Brandis zu bringen. In Informationsveranstaltungen war Interesse mit Skepsis gepaart. Umso mehr dankte der Bürgermeister allen Bürgern, die einen Vertrag abgeschlossen haben, für ihre Unterstützung. Es gehe nicht darum, ein schnelleres Netz als Hamburg oder München zu haben – es gehe vielmehr um Daseinsvorsorge für Brandis. „Wir wollen die gleiche Infrastruktur, die gleichen Chancen wie im urbanen Bereich, wir wollen nicht abgehängt sein.“ Deshalb freute er sich, dass es in Brandis jetzt mit voller Kraft voran geht.

„Wir arbeiten daran, dass alle sächsischen Kommunen den Breitband-Pionieren Thallwitz und Brandis folgen und eine flächendeckende, gigabitfähige Infrastruktur schaffen“, sagte Stefan Brangs, Staatssekretär im Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Denn es gehe um Arbeitsplätze und Zukunft. Die DG zeige, dass Breitbandausbau auch eigenwirtschaftlich gelingen kann. „Wo dies nicht gelingt, unterstützen Bund und Freistaat den Breitbandausbau so intensiv wie nie“, betonte er. Die Staatsregierung kompensiere über Zuweisungen an den Landkreis fehlende Eigenmittel. „Wir meinen es Ernst, wenn wir sagen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen müssen überall in Sachsen gleich sein.“ Immerhin leben 50 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum.

Landrat Graichen sieht wachsenden Bedarf für schnelles Netz

Auch Henry Graichen sah einen wachsenden Bedarf für schnelle Leitungen im gesamten Landkreis. Und das nicht nur in Privathaushalten. „Es gibt Unternehmen, die Bewerbungsgespräche über Skype führen, Ärzte greifen auf digitale Patientenakten zu, Banken und Bahn beraten online. Wenn wir schnelles Internet nicht in den ländlichen Raum bringen, wird die Weiterentwicklung nicht funktionieren.“ Der Landrat bezeichnete es als „Fehler, den Breitbandausbau nicht zentral gesteuert zu haben“. Jetzt liege der Ball bei den Kommunen. „Aber wir bemühen uns als Landkreis zu unterstützen, wo ein privatwirtschaftlicher Ausbau nicht lohnt“, versicherte er.

In Brandis werden etwa 4000 Glasfaseranschlüsse gebaut, über 400 Kilometer Einzelfasern verlegt und dafür von der DG rund sieben Millionen Euro investiert, untermauerte Jens Müller das Projekt mit Zahlen. Um schnell voranzukommen, nutze DG neben klassischem Tiefbau vorrangig innovative Verlegeverfahren. „Noch in diesem Jahr stellen wir die Verteilerknoten auf. Und bis zum Frühjahr 2019 sollen die Haushalte in Brandis auf die digitale Höchstgeschwindigkeit beschleunigen können.“ DG, so deren Geschäftsführer, sei inzwischen „der größte Anbieter in diesem Bereich“ und habe bisher 400000 Kunden angeschlossen. Müller: „Was aber in allen Regionen das Wichtigste war: Es braucht engagierte Bürger und Politiker, dann bewegt sich auch etwas.“

Für Fragen und Anregungen können sich Bürger an das Baubüro am Markt 7 in Brandis wenden. Öffnungszeiten: Di 14 bis 20 Uhr, Do 13 bis 16 Uhr; telefonische Bauhotline 0800/4040088

Von Ines Alekowa

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