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Wurzen Brisanter Fund in Wurzen: 250-Kilo-Bombe entdeckt
Region Wurzen Brisanter Fund in Wurzen: 250-Kilo-Bombe entdeckt
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20:27 01.03.2016
Die Heinz-Gries-Straße wurde abgeriegelt, inzwischen ist die Sperrung wieder aufgehoben. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Schrecksekunde in Wurzen. Am Dienstagvormittag gegen 10.30 Uhr ist bei Tiefbauarbeiten in der Hans-Gries-Straße/Abzweig Staatsstraße 11 (Altstadtzufahrt) ein bombenähnlicher Gegenstand entdeckt worden. Der Fundort befindet sich in Höhe des Radwegs „An der Mulde“ im Zufahrtsbereich der Nahrungsmittelwerke Griesson-De Beukelaer. Dort werden gegenwärtig Arbeiten am Schleusensystem vorgenommen. Polizeisprecher Uwe Voigt bestätigte, dass es sich um eine amerikanische 250-Kilogramm-Fliegerbombe handelte. Da sich im Radius von 250 Metern Bauten befinden, wurde die Stelle im Umkreis von 50 Metern abgesperrt. Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) Sachsen, die gegen 11.45 Uhr anrückten, gaben jedoch bald Entwarnung, die Bombe hatte keine Zündvorrichtung mehr. Nach dem unspektakulären Abtransport, den die Entschärfungsexperten übernahmen, wurde die Sperrung gegen 14 Uhr aufgehoben.

In Wurzen wurde am Dienstag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die Heinz-Gries-Straße musste gesperrt werden.

Wie Stadtchronist Wolfgang Ebert auf Anfrage mitteilte, gab es während des Zweiten Weltkrieges mehrere Bombenangriffe auf Wurzen, darunter am 20. Oktober 1943 sowie den schwersten am  7. Oktober 1944. „Die amerikanischen Flieger hatten eigentlich die Hydrieranlagen in Ruhland und  Brüx, heute Most, zum Ziel, kehrten aber aufgrund von schlechten Sichtverhältnissen um“, sagte der Heimatforscher. Da sie den von Fliegerabwehrkanonen gut geschützten mitteldeutschen Industrieraum überqueren mussten, so Ebert, entledigten sie sich der Last, um an Höhe zu gewinnen. Hierbei wurden von 13 Flugzeugen des Typs B-17 (Boeing) circa 85 Bomben in Wurzen abgeworfen. Und zwar in Form eines Korridors von Südosten (ab Kornhain)  nach Nordwesten. „Insofern kann es durchaus möglich sein, dass es sich an diesem Fundort um einen Blindgänger vom 7. Oktober 1944 handelt“, vermutet der Stadtchronist. Der letzte Sprengkörper explodierte übrigens im ehemaligen Marxens Hof, Jacobsplatz 7-11. Damals verloren 21 Männer, Frauen und Kinder ihr Leben, 150 Personen wurden obdachlos. Laut Ebert dokumentierte die amerikanische Luftwaffe die Ergebnisse des Angriffs, bei dem es unter anderem sieben direkte Treffer auf die Bahnlinie Leipzig–Dresden gab.

Von Kai-Uwe Brandt/Frank Schmidt

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