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Bruno Friedrich aus Großsteinberg wird in Altenhain zum Bio-Bauer

Neue Existenz Bruno Friedrich aus Großsteinberg wird in Altenhain zum Bio-Bauer

Persönliches Neuland beackert Bruno Friedrich. Der 31-Jährige, der nach dem Abitur Elektroniker für Betriebstechnik wurde und zurzeit in Großsteinberg wohnt, sattelte jetzt um auf Bio-Bauer. Von seinem Vater in Altenhain pachtete er fünf Hektar und legte einfach mal los. Die ersten Früchte seiner schweißtreibenden Arbeit bringt er gerade ein.

Bruno Friedrich sattelte zum Bio-Bauern um. Sein Blumenfeld bietet Bienen eine Weide und ist zugleich Grundlage für den Gemüseanbau im kommenden Jahr.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen/Altenhain. Persönliches Neuland beackert Bruno Friedrich. Der 31-Jährige, der nach dem Abitur Elektroniker für Betriebstechnik wurde und zurzeit in Großsteinberg wohnt, sattelte jetzt um auf Bio-Bauer. Von seinem Vater in Altenhain pachtete er fünf Hektar Land und legte einfach mal los. Die ersten Früchte seiner schweißtreibenden Arbeit bringt er gerade ein.

„Es war mir nichts, den ganzen Tag lang in einer großen Halle zu arbeiten“, sagt er. Etwas eigenes wollte er unternehmen, etwas, bei dem er selbst bestimmen kann, was er tags bis zum Abend macht. Am besten in freier Natur. Jetzt steht er draußen auf dem Feld und hält die großen Zwiebeln in der Hand, von denen er jeden Tag eine Reihe aus der Erde holt. „Das macht einfach Spaß. Ich habe keinen Zweifel, den richtigen Weg gefunden zu haben“, sagt er.

Ihn zu suchen, das hatte eine Weile gedauert. Zwischendurch war der junge Mann auch mal arbeitslos. Schließlich kam ihm die Idee, Landwirt zu werden und damit an eine Tradition der Familie anzuschließen, die seit 1860 in Altenhain lebt. 1968 war sie abgebrochen, als der Großvater aus gesundheitlichen Gründen den Hof aufgab und das Feld an die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft ging.

„Ich denke, es ist ein sinnvoller Beruf, Nahrungsmittel zu produzieren“, sagt Bruno Friedrich. Dabei setzt er aber konsequent auf Bio. „Chemikalien sind nicht mein Ding, ich habe kein Vertrauen in sie, weiß nicht, ob sie Nebenwirkungen auf die Menschen haben“, begründet er seine Haltung. „Zwar habe ich dadurch nicht so einen hohen Ertrag, dafür aber ein reines Gewissen, dass ich niemandem schade.“

Am 1. Juli 2015 begann er mit der ökologischen Bewirtschaftung. Da er noch nicht über Technik verfügte, bat er einen Bauern aus Beiersdorf, Weizen und Roggen einzudrillen. Den Winter nutzte er, um sich im Selbststudium per Fachliteratur und Internet die wesentlichen Grundkenntnisse beizubringen. Über Ebay-Kleinanzeigen beschaffte er sich preisgünstig erste Maschinen, unter anderem den zu DDR-Zeiten hergestellten GT 124, einen Hackrahmen und einen Pflug. Und im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Rötha legte er die Prüfung für den Sachkundenachweis im Pflanzenschutz ab. „Dieser ist gesetzlich gefordert, auch wenn man nur biologische Pflanzenschutzmittel anwendet wie das Neemöl gegen Kartoffelkäfer“, erklärt er.

Während er den Weizen im August ernten und an die Futtermühle in Rackwitz verkaufen konnte, war der Roggen nur als Zwischenfrucht gedacht, die verhindert, dass über den Winter die Nährstoffe aus dem Boden ausgewaschen werden. Im Frühjahr brach er das Getreide um und brachte auf der frei gewordenen Fläche Zwiebeln, Kartoffeln, Rote Rüben, Kürbisse, Möhren und Pastinaken in die Erde.

Das heranwachsende Gemüse wird als Umstellware bezeichnet. Es braucht eine Übergangszeit von zwei Jahren, bis der Boden, der seit der Wende an Wiedereinrichter verpachtet war, soweit gereinigt ist, dass er pure Bio-Produkte hervorbringt. Alles, was Bruno Friedrich ab dem 1. Juli 2017 einsät, darf das endgültige Gütesiegel tragen.

Der Bauer braucht also einen langen Atem und muss nebenher die Vermarktung seiner Produkte aufbauen. Vom Hofverkauf, der seit Ende Juli jeden Freitag und Sonnabend läuft, kann er nicht existieren. Deshalb stellt er sich auch auf den Frischemarkt an der Grimmaer Klosterkirche. Und er klopft die Bioläden der Region ab in der Hoffnung, dass sie bei ihm kaufen. „Die Produktion läuft, der Vertrieb ist der kritische Punkt“, weiß der Landwirt. „Aber ich bin mir sicher, es gibt einen Bedarf an Bio-Produkten.“

So denkt er schon für das kommende Jahr voraus. Ein Teil des Feldes besticht durch seine bunte Blütenpracht. Die Blumen hat Bruno Friedrich als nächste Zwischenfrucht ausgesät. Sie sollen im Winter abfrieren und werden im Frühjahr umgeackert als Basis für den neuen Gemüseanbau. Zunächst aber ziehen sie zahlreiche Bienen an. Insekten, die dem jungen Bauern und seinem Vater Lutz gehören, die beide nebenher Imker sind. Insekten, die Blüten befruchten und damit den natürlichen Kreislauf in Gang halten, von dem Bruno Friedrich in Zukunft zu leben gedenkt.

Von Frank Pfeifer

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