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Bürger für Wurzen: Es war ein schnelles Jahr

Bürger für Wurzen: Es war ein schnelles Jahr

Ein knappes Jahr ist vergangen, seit die Stadträte von „Bürger für Wurzen“ ihre Arbeit aufnahmen. Mit der bislang geleisteten Arbeit ist Fraktionschef Wolfgang Gloger unterm Strich recht zufrieden.

Wurzen. Zugleich räumt er ein, dass viele Vorhaben noch zu lange brauchen.

„Es war ein schnelles Jahr“, sagt Gloger. „Ein Jahr, in dem wir viel lernen mussten über die Mechanismen im Stadtrat und in den Ausschüssen.“ Schließlich hätten drei von vier Stadträten seiner Fraktion zuvor kaum Erfahrung mit der Arbeit in den politischen Gremien gehabt. Ein Sprung ins kalte Wasser eben.

Dazu seien mittlerweile härtere Zeiten angebrochen. „Die Sorgen mit dem Haushalt werden uns sicher über die nächsten Jahre begleiten“, ahnt Gloger. Umso wichtiger sei es, die immer knapperen Finanzen sinnvoll und effizient einzusetzen. Seine Fraktion werde deshalb an den zuletzt formulierten Zielen festhalten. Und die sähen  unter anderem einen Ausbau der Betreuungskapazitäten in den diversen städtischen Einrichtungen vor.

„Hier haben wir in direkten Gesprächen mit den Bürgern bereits viele gute Anregungen erhalten.“ Bei bislang zwei abendlichen Gesprächsrunden hätten die Leute ihre Meinung zu den Betreuungszeiten und zum Betreuungsschlüssel klar gemacht. Auch der bauliche Zustand einiger Einrichtungen sei wiederholt thematisiert worden. Im Gegenzug sei es wohl auch gelungen, einige Irritationen bei den Betroffenen abzubauen. „Da wollen wir dran bleiben“, versichert Gloger.

Ein weiterer Schwerpunkt soll das Stadtmarketing bilden, dass die Bürger für Wurzen gemeinsam mit der Stadtverwaltung forcieren wollen. Sorge bereiten Gloger die zahlreichen „Altlasten“ im Haushalt. „Die fortlaufenden Sanierungsmaßnahmen am Gymnasium machen einen sprachlos.“ Es herrsche – und zwar fraktionsübergreifend – Unverständnis darüber, was da an Millionen in ein eigentlich nicht sonderlich betagtes Gebäude gesteckt werden müsse.

Neben solchen Altlasten seien es häufig auch endlose Diskussionen, die so manches Projekt, wenn schon nicht verhinderten, so doch erheblich verzögerten. „Wir müssen lernen, brauchbare Ideen schneller umzusetzen. Ansonsten wird auf Dauer die Entwicklung an uns vorbei ziehen“, ist Gloger sicher.

Eine Möglichkeit zur Beschleunigung sei seines Erachtens die verstärkte Bürgerbeteiligung. „Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir haben eine engagierte Bürgerschaft.“ Allerdings wäre es unser Wunsch, die Wurzener künftig häufiger bei Stadtratssitzungen zu sehen. Weil die aber gegenwärtig zu einzelnen Tagesordnungspunkten gar nichts sagen dürfen, werde sich seine Fraktion um eine angemessene Plattform bemühen.

Politisches Interesse der Bürger würde Gloger gern ständig erleben. Dann würde es auch der Politik leichter fallen, auf die Positionen der Bürgerschaft einzugehen und Wurzen voranzubringen. „Schlussendlich ist es doch so: Wir setzen die Rahmenbedingungen. Aber das eigentliche Leben macht der Bürger.“

Redakteur Muldentalzeitung

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