Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Bürgerbüros auf dem Wurzener Markt scheitert am Internet
Region Wurzen Bürgerbüros auf dem Wurzener Markt scheitert am Internet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 06.03.2018
Die Immobilie Markt 5: Bereits im Januar mietete die Stadtverwaltung das Haus an. Nun aber stellte sich heraus, dass für die geplanten fünf Computerarbeitsplätze des künftigen Bürgerbüros die nötigen technischen Voraussetzungen fehlen. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Ein Bürgerbüro im Zentrum der Stadt – das war bereits vor Monaten der erklärte Wille der Verwaltung. Daher wurden im Januar schon mal die Räume im Objekt Markt 5 von der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH angemietet. Viel getan hat sich aber seither nicht, weil nämlich der Umzug fraglich wird. Und das sei kein böser Wille, sondern habe handfeste Ursachen, teilt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach auf Anfrage mit.

August war als Start geplant

„Natürlich gibt es intern einen Zeitplan.“ So sollte das Bürgerbüro erstmals im August die Arbeit aufnehmen. Aber das Vorhaben steht momentan in den Sternen – wegen technischer Gründe. Denn die Stadtverwaltung sei durch die Nutzung von IT-Fachverfahren dazu verpflichtet, einen gesicherten Zugang zum Internet über die Kommunale Datennetz GmbH (KDN) zu verwenden, sagt Hanspach. „Die KDN schreibt vor, dass zum Schutz des Netzes, Drittzugänge über das KDN erfolgen müssen oder, dass die entsprechenden Sicherheitsstandards eingehalten werden.“ Deswegen entschied sich das Stadthaus für einen zusätzlichen Anschluss.

Hanspach zufolge fragte Systemadministrator Holger Zagner im November des Vorjahres bei der KDN nach, welche Bandbreite am Standort Markt 5 vorhanden sei. Eine konkrete Antwort erfolgte allerdings erst nach Antrag am 23. Januar und mit der genauen Recherche durch den Dachverband kommunaler IT-Dienstleister.

Langsame Leitung

Ein Internetzugang vor Ort wäre demnach nur durch einen Basis-Anschluss mit maximal sechs Megabit pro Sekunde möglich. „Und das ist definitiv zu wenig für einen störungsfreien Ablauf im Bürgerbüro“, schildert Hanspach die aktuelle Problemlage. Schließlich benötige die Stadt hier bis zu fünf Computerarbeitsplätze, und „wir wollen die Kunden ja nicht stundenlang sitzen lassen, weil der Computer pausenlos rödelt“. Um möglicherweise Abhilfe zu schaffen, müsste die Bandbreite auf mindestens 25 Megabit im Stadtgebiet erhöht werden. Jene Tatsache wiederum zwinge zu Bauarbeiten, über die weder die KDN GmbH noch die Telekom eine Auskunft geben können. Folglich liegt das Projekt Bürgerbüro auf Eis.

Diskussion in den parlamentarischen Gremien

Doch wie geht es weiter? Darüber, so Hanspach, diskutieren zunächst die parlamentarischen Gremien. Das Thema stehe zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses auf der Tagesordnung. Und damit zugleich als Alternative auch der Ende 2016 ins Gespräch gebrachte Umbau des Eingangsbereiches im Stadthaus mit einem integrierten Anlaufpunkt für Bürger sowie die eventuelle Erweiterung der Öffnungszeiten am Sonnabendvormittag.

Kurze Wege für Bewohner

Wie berichtet, fußt die Idee einer Zweigstelle auf dem Wunsch der Verwaltung, in Zukunft die Wege und Wartezeiten für die Einwohner zu verkürzen. Nach Prüfung dreier Immobilien, darunter das Kulturhaus Schweizergarten und das Alte Rathaus, rückte der ehemalige Sitz der Wurzen-Information ins Blickfeld. Das Gebäude der Wohnungsgesellschaft bietet auf insgesamt 124 Quadratmeter vier Räume samt Toiletten und sollte, um die Zentrale in der Friedrich-Ebert-Straße 2 vom „allgemeinen Publikumsverkehr zu entlasten, folgenden Service bieten: Pass- und Meldewesen, die An-, Um- und Abmeldung von Gewerbe, das An- und Abmelden von Hunden, die Ausgabe von Hundemarken sowie das Anfertigen von Kopien und Beglaubigungen.

Von Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwar die liegt die Fusion von Muldentalkreis und Leipziger Land schon nahezu ein Jahrzehnt zurück. Nach wie vor aber gibt es zwei Volkshochschulen im Landkreis Leipzig. Das könnte sich innerhalb der nächsten zwei Jahre ändern. Dann würden beide Schulen ein einheitliches Label bekommen.

03.03.2018

Die Gemüter erhitzen sich über den Wolf im Muldental. Bei einem öffentlichen Vortrag in Bennewitz macht Sven Möhring, Wolfsbeauftragter im Landkreis Leipzig den Test. Er legt den Besuchern Fotos mit Tieren vor. Sie liegen bei ihrer Vermutung jedoch weit daneben.

05.03.2018

Noch in diesem Jahr soll der Unfallschwerpunkt auf der B6 östlich von Wurzen durch den Bau eines Kreisverkehrs beseitigt werden. Erst im September vorigen Jahres hatte es den letzten schweren Unfall am Abzweig Birkenhof mit drei Toten gegeben.

02.03.2018