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Wurzen Burkhartshain: Schwimm-Kurs für junge Flüchtlinge endet mit Erfolgserlebnis
Region Wurzen Burkhartshain: Schwimm-Kurs für junge Flüchtlinge endet mit Erfolgserlebnis
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12:53 12.07.2016
Gut ein Dutzend minderjährige und unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan lernten jetzt im Freibad Burkartshain das Schwimmen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Wurzen/Burkartshain

Gut ein Dutzend minderjährige und unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan im Alter zwischen 15 und 17 Jahren lernten jetzt im Freibad Burkartshain das Schwimmen. Die Teenager waren als Flüchtlingskinder im vergangenen Winter über die Balkanroute nach Deutschland gekommen und haben im Kinder- und Jugendheim in Waldsteinberg ein neues Zuhause gefunden. Dort werden sie vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) humanitäre Nothilfe im Muldental mit Sitz in Wurzen betreut.

„Wir haben den Anspruch, dass die uns anvertrauten Jugendlichen gefordert und gefördert werden. Und da die meisten der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht richtig oder gar nicht schwimmen können, haben wir diesen Schwimmkurs mithilfe des Freibadvereins Burkartshain organisiert“, freute es Anja Lehmann vom DRK. Und mit Peter Poppe, dem Chef des Freibadvereins fanden die Jugendlichen gleich einen kompetenten Schwimmlehrer. „Wir bieten ja jedes Jahr hier im Freibad Schwimmkurse an, die auch immer sehr gut besucht sind. Derzeit laufen drei reguläre Schwimmkurse für fünf- bis siebenjährige einheimische Kinder. Der Kurs mit den Flüchtlingskindern ist nun auf Anfrage durch das DRK zusätzlich begonnen worden“, sagte der pensionierter Sportlehrer.

Und damit zog er sich zusätzlich eine große Verantwortung an Land. „Wenn die Kursteilnehmer schon älter sind, wie es bei den afghanischen Jugendlichen der Fall ist, wird das Schwimmenlernen schon schwieriger. Erschwerend kommt dazu, dass Sprachbarrieren bestehen. Aber man merkt schon, dass die Jungs Deutsch lernen und sie sehr bemüht sind, diese Sprache auch anzuwenden. Außerdem kann man ihnen mit Mimik und Gestik auch sehr viel vermitteln“, sagte Poppe. Obwohl die Schwimmfähigkeiten mit Kursbeginn bei den meisten Jugendlichen gleich Null waren, zeigte sich der Schwimmlehrer fest davon überzeugt, dass die meisten von ihnen die erste Schwimmstufe erreichen.

„Das wäre für sie ein ganz großer Erfolg. Aber dafür müssen sie tauchen und vom Startblock aus ins Wasser springen, um mindestens eine Bahn, also 25 Meter zu schwimmen“, nannte Poppe die Regularien für die erste Schwimmstufe. Die afghanischen Jungs erhielten nach dem einwöchigen Kurs neben dem offiziellen Zertifikat der ersten Schwimmstufe zusätzlich je eine extra angefertigte Urkunde mit ihren Konterfeis und eine Schwimmmedaille zur Erinnerung“, sagte Poppe.

Von Frank Schmidt

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