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Canitzer Artefakt kehrt als Replikat ins Kulturgeschichtliche Museum Wurzen zurück

Canitzer Artefakt kehrt als Replikat ins Kulturgeschichtliche Museum Wurzen zurück

Noch schlummert das Artefakt auf Schaumstoff in einer Kiste aus Holz. Sobald aber der Akrylständer fertig ist, soll der Bronzeprachtfund die Exponate der Vor- und Frühgeschichte im Kellergewölbe des Kulturgeschichtlichen Museums Wurzen komplettieren.

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Im Kellergewölbe des Museums: Leiterin Sabine Jung will mit der Nachbildung des Halsschmucks die vor- und frühgeschichtliche Ausstellung bereichern.

Quelle: Andreas Röse

Allerdings als Replikat, denn das Original des 1926 bei Kanalarbeiten 500 Meter südlich von Canitz gefundenen Wendelringes ziert die Dauerausstellung des Naturkundemuseums in Leipzig, verrät Wurzens Museumsleiterin Sabine Jung.

Jener Ring diente einst Frauen wie Männern als Halsschmuck und lässt sich in das jüngere 7. Jahrhundert und die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts vor Christi Geburt datieren. Das unikate Meisterstück, so die promovierte Kunsthistorikerin, gehöre zur Billendorfer Kultur der frühen Eisenzeit und zeige eindrucksvoll die Kunstfertigkeit der Altvorderen. Bislang kündete lediglich eine Tafel in der Domgasse 2 von diesem außergewöhnlichen Schatz. "Das hat mich immer schon gewundert", sagt Jung. Vor Monaten setzte sie sich deswegen mit Professor Ulrich Veit von der Universität Leipzig in Verbindung, unter dessen Regie bereits fünf Kubikmeter steinzeitliche Gegenstände aus dem städtischen Museumsdepot im Alten Rathaus katalogisiert wurden. Veit half weiter - mit Informationen aus der Literatur. So unter anderem einer Erstpublikation des damaligen Wurzener Geschichts- und Altertumsvereins von 1926. Darin schilderte Autor Werner Radig die Umstände des Fundes, veröffentlichte zudem Fotos und Skizzen des Wendelrings. Den letzten Schliff für die Nachbildung gab jedoch Silke Rohmer. Anfang Januar teilte die freischaffende Diplom-Restauratorin aus Leipzig mit, dass das Original in einem "sehr zerbrechlichen Zustand" sei und kein Abguss davon gemacht werden könne. Daher modellierte sie zunächst nach Vorlage eine Version aus Ton. Mit dem Negativ aus Kautschuk folgte ein Abguss aus Gips. "Die abschließende Feinarbeit wäre am Tonmodell nicht möglich gewesen", schrieb Rohmer der Museumsleiterin. Allein der Arbeitsaufwand inklusive der grünen Patina-Kolorierung, also der Edelrost am Bronzering, merkt Jung an, mache die Replik ebenfalls zu einem "kleinen Kunstwerk". Mittlerweile hat die Museumsleiterin den Canitzer Halsschmuck auf ihrem Schreibtisch liegen - Kosten 2000 Euro. Wann ihn die Besucher des Museums erstmals zu Gesicht bekommen, weiß Jung nicht. "Ich hoffe bald."

Übrigens waren die Hintergründe des Fundes seinerzeit kurios. Im Sommer 1926 überreichte ein am Kanalbau beschäftigter Arbeiter dem Vorstand des Altertumvereins den Reif. Jedoch verstrichen zwischen Fundzeit und Abgabe Wochen. Und wie Werner Radig im Heft zwei der Vereinsannalen schrieb, glaubte der Laie "durch den Glanz den Fund wertvoller zu machen. Das verfehlte Reinigen und Abkratzen hatte natürlich kleine Schrammen hinterlassen ..."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2013

Kai-Uwe Brandt

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