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Chance für Mais-Blätter: Leulitzer räumt in USA Sonderpreis ab

Chance für Mais-Blätter: Leulitzer räumt in USA Sonderpreis ab

"Können wir es uns leisten, Energie auf dem Feld verrotten zu lassen?" Nein, meint Paul Winkler aus Leulitz. Der 19-Jährige vertrat sein Projekt jetzt vor amerikanischen Experten.

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Maisstroh muss nicht auf dem Acker verrotten - seine These verteidigte Paul Winkler auf der US-Branchenmesse für Biotechnologie.

Quelle: Thomas Kube

Brandis. Als erfolgreicher deutscher Jungforscher gehörte er zu den wenigen Auserwählten, die an der "International Biogenius Challenge" in Philadelphia teilnehmen durften. Der Absolvent des Brandiser Gymnasiums konnte sein Glück kaum fassen, als er die Einladung erhielt. "Immerhin", berichtet der 19-Jährige, "hatten sich nur zwei deutsche Teilnehmer qualifiziert."

 

 

Von den 14 Finalisten kam der Großteil aus den USA, zwei weitere aus Kanada. Die Jugendlichen machten sich Gedanken, wie schwere Krankheiten zu bekämpfen sind oder wie sich der verstärkte Einsatz von Sonnenschutzmitteln auf Unterwasserorganismen auswirkt.

 

 

Die Bio International Convention (BIO), in deren Rahmen der Ausscheid stattfand, ist die größte Branchenmesse für Biotechnologie in den USA. Hier trifft sich, was Rang und Namen hat. Die BIO gilt als wichtige Plattform, um internationale Kontakte zu knüpfen. "Auch wir hatten Gelegenheit, uns die Messe anzuschauen", erzählt der Leulitzer. Doch fokussiert war der junge Mann vor allem auf seine Präsentation. "Vor fünf Juroren-Paaren durfte ich meine Arbeit erläutern." Seine Idee, künftig mehr Maisstroh in Biogasanlagen einzusetzen, verteidigte er in Philadelphia souverän. Bereits seit der 10. Klasse beschäftigt sich der Muldentaler mit dem Thema. "Es muss doch möglich sein, die grünen Kraftwerke nicht nur mit wertvollem Mais zu füttern, sondern nur mit dem Stroh der Pflanze", so sein Ansatz. Für Paul Winkler ist die Streitfrage "Tank oder Teller" inzwischen klar beantwortet: Mit ein bisschen gutem Willen ließe sich das, was auf dem Acker liegen bleibt, sehr wohl in Energie ummünzen und Mais müsse nicht verheizt werden.

Der Leulitzer klopfte nicht nur politische Rahmenbedingungen ab, sondern führte auch unzählige Messreihen durch, um seine These zu untermauern. "Der Versuchsaufbau bestand aus einem alten Aquarium, Tauchsieder und Glaskolben." Damit startete Paul Winkler eigene Messreihen, um aus Maisstroh Biogas zu erzeugen. "Nicht immer zur Freude seiner Mutter, da der Waschkeller zum Labor umfunktioniert wurde", wie Betreuungslehrer Lutz Feichtinger vom Brandiser Gymnasium erzählt.

 

 

Die Juroren in Philadelphia ließen sich von den Leulitzer Versuchen anstecken. Fürs oberste Treppchen reichte es zwar nicht ganz. Aber immerhin ist Paul Winkler jetzt stolzer Besitzer eines "Honory Award" und um 750 US-Dollar Preisgeld reicher. Beeindruckt zeigte sich der 19-Jährige vor allem von der Atmosphäre der Abschlussgala. Die Laudatio hielt US-Starmoderator Tom Brokaw, der 2008 das Fernsehduell zwischen Obama und McCain moderierte. "Die Auszeichnung fand vor 3000 Leuten in einem riesigen Ballsaal statt." Mittlerweile studiert der Leulitzer im zweiten Semester Chemie und Umwelttechnik an der Hochschule Merseburg. Und Kontakte zu sächsischen Praktikumsbetrieben - die konnte er sogar in den USA knüpfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2015
Simone Prenzel

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