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Christiane und Andreas Wachter stellen beim Kunstverein Panitzsch aus

Collagen, Gemälde, Skulptur Christiane und Andreas Wachter stellen beim Kunstverein Panitzsch aus

Großformatige Gemälde und Collagen, aber auch Terracottabüsten zeigen Andreas und Christiane Wachter aus Erlln derzeit in der Galerie des Panitzscher Kunstvereins.

Die Künstler Christiane und Andreas Wachter präsentieren ihre Werke in Panitzsch.

Quelle: Armin Kühne

Borsdorf7Panitzsch. Sie sind wie aus der Zeit gefallen, die großformatigen Gemälde und Collagen, die den Betrachter in der Alten Schule in Panitzsch in Metaphorik und Rätselhaftigkeit verstricken, ihn treiben lassen in den Nebeln zwischen Realität und Imagination. Zum wiederholten Male unternimmt es der Kunstverein, das künstlerische Schaffen eines Ehepaares zu beleuchten. Anklänge an das heimische Muldental sucht man diesmal bei Andreas und Christiane Wachter nahezu vergeblich. Es scheint fast so, als biete die Welt mehr Zuflucht als der kleine Ort Erlln an der Mulde, dessen scheinbare Idylle die Kraft der Naturgewalten trügerisch macht. Die fünfzig Gemälde, Collagen und Skulpturen führen den Betrachter nach Paris und New York, nach Florenz und Pompeji, nach Grönland.

Zur Vernissage unternahm es der Kunstwissenschaftler Claus Baumann, auf das Charakteristische einer Künstlerehe hinzuweisen, darauf, dass man sich früher oder später aneinander reibe, dass es früher oder später zum Kräfte Messen käme. Tübke hätte seiner ersten Frau glatt verboten zu malen, als sie ihr Metier souverän beherrschte. Auch Mattheuer habe es nicht gern gesehen, wenn Aufmerksamkeit seiner Frau und nicht ihm galt. Umso erstaunlicher nannte es Baumann, wie die beiden Künstler aus Erlln ihre Individualität bewahren. Selbstverständlich sei das nicht. Er verwies zudem darauf, dass sie unbeeindruckt vom Mainstream ihren künstlerischen Absichten folgten. Es koste Kraft, in „Zeiten des Zerfließens, Tradition zu bewahren“.

In der Dezenz ihrer Farben erinnert Christiane Wachter an ihre Herkunft: Vor ihrem Studium an der Hallischen Kunsthochschule hat die Künstlerin, Jahrgang 1966, als Gobelinweberin und Töpferin Materialempfinden geschult. Sie entwickelt in ihren Collagen spannungsvolle Bildgefüge, indem sie feine Papiere überlagert, filigrane Strukturen gegen malerisch behandelte Flächen setzt. In ihren Gemälden beschwört sie Landschaften und Figurenkonstellationen, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart melancholisch überblenden.

Christiane Wachter im Gespräch mit Leo von Sahr

Christiane Wachter im Gespräch mit Leo von Sahr.

Quelle: Armin Kühne

Andreas Wachter, geboren 1951, empfing bei seinem Studium an der Leipziger Kunsthochschule von Volker Stelzmann und Arno Rink prägende Impulse. Mit seinen Gemälden dringt er in Grenzbereiche, in denen sich Realität in Imagination auflöst, seziert Banalität bis auf entlarvende Grundmuster, die in Zeitlosigkeit driften. Er zwingt den Betrachter mit theatralisch ausgeleuchteten Inszenierungen, in seine gleichnishaften Geschichten einzusteigen, ihnen auf ganz eigene Weise nachzuspüren. Dabei steht ihm ein beeindruckendes Arsenal zur Verfügung, das ihm gestattet, den sinnlichen Reiz gegenständlich orientierter Malerei auszuspielen und in straff konfigurierten Formaten existenzielle Lebensthemen anzuschlagen. Flirrendem Licht, das Formen aufzulösen scheint und die Flüchtigkeit des Augenblickes bannt, setzt Wachter in seinen Kompositionen Dunkelheiten oder surreales Leuchten entgegen. Dieser Raffinesse, die zum Wesenhaften vordringt, begegnet man auch in sensibel ausgeformten Plastiken, farbig gefassten Terracottabüsten fragiler Frauentypen, von der die Schau eine unerwartete Bereicherung im Dreidimensionalen erfährt.

Christiane Wachter, Andreas Wachter, Collagen, Gemälde, Skulptur, bis 17.4., Kunstverein Panitzsch, Hauptstr. 10, 04451 Panitzsch, Öffnungszeiten Sonnabend und Sonntag 14 bis 16 Uhr

Von Ingrid Leps

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