Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Christiane und Andreas Wachter stellen beim Kunstverein Panitzsch aus

Collagen, Gemälde, Skulptur Christiane und Andreas Wachter stellen beim Kunstverein Panitzsch aus

Großformatige Gemälde und Collagen, aber auch Terracottabüsten zeigen Andreas und Christiane Wachter aus Erlln derzeit in der Galerie des Panitzscher Kunstvereins.

Die Künstler Christiane und Andreas Wachter präsentieren ihre Werke in Panitzsch.

Quelle: Armin Kühne

Borsdorf7Panitzsch. Sie sind wie aus der Zeit gefallen, die großformatigen Gemälde und Collagen, die den Betrachter in der Alten Schule in Panitzsch in Metaphorik und Rätselhaftigkeit verstricken, ihn treiben lassen in den Nebeln zwischen Realität und Imagination. Zum wiederholten Male unternimmt es der Kunstverein, das künstlerische Schaffen eines Ehepaares zu beleuchten. Anklänge an das heimische Muldental sucht man diesmal bei Andreas und Christiane Wachter nahezu vergeblich. Es scheint fast so, als biete die Welt mehr Zuflucht als der kleine Ort Erlln an der Mulde, dessen scheinbare Idylle die Kraft der Naturgewalten trügerisch macht. Die fünfzig Gemälde, Collagen und Skulpturen führen den Betrachter nach Paris und New York, nach Florenz und Pompeji, nach Grönland.

Zur Vernissage unternahm es der Kunstwissenschaftler Claus Baumann, auf das Charakteristische einer Künstlerehe hinzuweisen, darauf, dass man sich früher oder später aneinander reibe, dass es früher oder später zum Kräfte Messen käme. Tübke hätte seiner ersten Frau glatt verboten zu malen, als sie ihr Metier souverän beherrschte. Auch Mattheuer habe es nicht gern gesehen, wenn Aufmerksamkeit seiner Frau und nicht ihm galt. Umso erstaunlicher nannte es Baumann, wie die beiden Künstler aus Erlln ihre Individualität bewahren. Selbstverständlich sei das nicht. Er verwies zudem darauf, dass sie unbeeindruckt vom Mainstream ihren künstlerischen Absichten folgten. Es koste Kraft, in „Zeiten des Zerfließens, Tradition zu bewahren“.

In der Dezenz ihrer Farben erinnert Christiane Wachter an ihre Herkunft: Vor ihrem Studium an der Hallischen Kunsthochschule hat die Künstlerin, Jahrgang 1966, als Gobelinweberin und Töpferin Materialempfinden geschult. Sie entwickelt in ihren Collagen spannungsvolle Bildgefüge, indem sie feine Papiere überlagert, filigrane Strukturen gegen malerisch behandelte Flächen setzt. In ihren Gemälden beschwört sie Landschaften und Figurenkonstellationen, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart melancholisch überblenden.

Christiane Wachter im Gespräch mit Leo von Sahr

Christiane Wachter im Gespräch mit Leo von Sahr.

Quelle: Armin Kühne

Andreas Wachter, geboren 1951, empfing bei seinem Studium an der Leipziger Kunsthochschule von Volker Stelzmann und Arno Rink prägende Impulse. Mit seinen Gemälden dringt er in Grenzbereiche, in denen sich Realität in Imagination auflöst, seziert Banalität bis auf entlarvende Grundmuster, die in Zeitlosigkeit driften. Er zwingt den Betrachter mit theatralisch ausgeleuchteten Inszenierungen, in seine gleichnishaften Geschichten einzusteigen, ihnen auf ganz eigene Weise nachzuspüren. Dabei steht ihm ein beeindruckendes Arsenal zur Verfügung, das ihm gestattet, den sinnlichen Reiz gegenständlich orientierter Malerei auszuspielen und in straff konfigurierten Formaten existenzielle Lebensthemen anzuschlagen. Flirrendem Licht, das Formen aufzulösen scheint und die Flüchtigkeit des Augenblickes bannt, setzt Wachter in seinen Kompositionen Dunkelheiten oder surreales Leuchten entgegen. Dieser Raffinesse, die zum Wesenhaften vordringt, begegnet man auch in sensibel ausgeformten Plastiken, farbig gefassten Terracottabüsten fragiler Frauentypen, von der die Schau eine unerwartete Bereicherung im Dreidimensionalen erfährt.

Christiane Wachter, Andreas Wachter, Collagen, Gemälde, Skulptur, bis 17.4., Kunstverein Panitzsch, Hauptstr. 10, 04451 Panitzsch, Öffnungszeiten Sonnabend und Sonntag 14 bis 16 Uhr

Von Ingrid Leps

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr