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Wurzen Christina Haverkamp spricht über die Yanomami-Indianer und ihre Arbeit im Regenwald
Region Wurzen Christina Haverkamp spricht über die Yanomami-Indianer und ihre Arbeit im Regenwald
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00:19 14.02.2018
Mission Yanomami-Indianer: Christina Haverkamp berichte über ihre 25-jährige Arbeit im Regenwald und akquiriert damit Gelder, um den Ureinwohnern im Amazonas zu helfen. Quelle: Foto: Frank Schmidt
Wurzen

Die Yanomami-Indianer und der südamerikanische Regenwald, in dem sie leben, ist Thema eines Dia-Vortrages gewesen, zu dem Christina Haverkamp ins Café „Kuddel Daddeldu“ nach Wurzen eingeladen hatte. Stellte sich dort die deutsche Menschenrechtsaktivistin und Pädagogin der Öffentlichkeit vor, wusste sie auch im Magnus-Gottfried-Lichtwer-Gymnasium und in der Diesterweg-Grundschule Kinder und Jugendliche mit ihrem Wissen um die Yanomami-Indianer in ihren Bann zu ziehen.

Weit gefehlt, wer kam und glaubte, Haverkamp möchte sich selbst inszenieren. Nein, im Mittelpunkt ihres Vortrages stehen die noch knapp 30 000 im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet lebenden Ureinwohners des Amazonas. Und dort auch verbringt Haverkamp mehrere Monate im Jahr, um vor Ort zu helfen, Bildungsprojekte aus der Taufe zu heben und Zugang zur medizinischen Versorgung zu schaffen. Das Geld dafür akquiriert sie aus solchen Vorträgen, die sie inzwischen weltweit und in fünf Sprachen hält – in Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und natürlich Deutsch. Aber auch die Sprache der Yanomami-Indianer hat sie ein Stück weit erlernt, sodass die Kommunikation mit ihnen kein Problem darstelle.

Auf diese Weise ist es Haverkamp gelungen, und das versteht sie exzellent und mit spürbar viel Respekt zu vermitteln, tief in die Kultur der Yanomami-Indianer einzudringen und kennenzulernen. Ihre Botschaft ist unmissverständlich. „Es geht um das Überleben dieses Volkes, das von der Zivilisation, vor allem aber von brasilianischen Goldgräbern bedroht wird. Für die Yanomami-Indianer ist ein gesunder Fisch als Nahrungsgrundlage viel wichtiger als alles Gold dieser Region. Und deshalb ist es auch wichtig zu zeigen, dass es ganz andere einfache Lebensformen gibt, mit denen die Menschen glücklich sind, sodass wir nicht das Recht haben, in diese Gebiete einzudringen und um der Habgier wegen alles zu zerstören“, sagt die Autorin vieler einschlägiger Publikationen. „Warum auch, denn wir leben doch in unserer Welt privilegiert und haben die Möglichkeiten der Bildung, medizinischer Versorgung und vieles mehr“, fügt sie zum Nachdenken an. Dieses Privileg sei für uns gar eine Verpflichtung zur Akzeptanz und Toleranz dieser Menschen gegenüber.

Ja, für Haverkamp ist ihr Engagement ein „Abenteuer mit Sinn“, wie sie es formuliert. Aber nicht vergleichbar mit dem Abenteuersinn junger Menschen. Deshalb stellt sie am Ende des Vortrages gerne auch die Frage, wer sich so ein Leben im Amazonas vorstellen könnte. Wohl gemerkt ohne Strom, ohne fließendes Wasser und erst recht ohne Handy, Tablet und Co. Die Reaktionen seien altersbedingt immer wieder überraschend. Während Grundschüler sofort dazu bereit wären, würden sich Jugendliche in den Oberstufen schon mehr Gedanken darüber machen. Womit für Haverkamp ein kleines Ziel ihrer Mission erreicht wäre.

Von Frank Schmidt

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