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Wurzen Comeback für GRM auf Autokennzeichen: Drei Buchstaben verändern die Welt
Region Wurzen Comeback für GRM auf Autokennzeichen: Drei Buchstaben verändern die Welt
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18:05 09.11.2012
Symbolische Wunschkennzeichen erhalten (v.l.) Vorkämpfer Matthias Constantin, Otterwischs Bürgermeister Matthias Kauerauf und Grimmas Stadtoberhaupt Matthias Berger von Verkehrsminister Sven Morlok (FDP). Quelle: Klaus Peschel
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Grimma

Nach dem in harten Wochen errungenen Sieg überreichte der Minister am späten Nachmittag ein symbolisches Nummernschild an Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Für den Verkehr ist das Wunschkennzeichen GRM-MB 1 jedoch nicht zugelassen.

Selten erreichte eine Gesetzesänderung so eine Aufmerksamkeit wie jene um die alten Autokennzeichen. Kamerateams und Fotografen umschwärmten gestern Wirtschaftsminister und Bürgermeister, wie die Motten das Licht. „Ich freue mich, das die sächsische Initiative erfolgreich war", sagte Morlok. „Viele Menschen – nicht nur in Sachsen – drücken mit ihrem Kfz-Kennzeichen ihre Heimatverbundenheit aus", so der Liberale weiter. Jetzt sei der Weg dafür frei, mit den Schildern an Front und Heck die Verbindung zur Region zu zeigen.

Derlei Demonstrationen fielen bei Berger natürlich auf fruchtbaren Boden. Der Grimmaer Bürgermeister hatte nie einen Hehl daraus gemacht, mit dem alten Autokennzeichen GRM seinen Protest gegen den an Borna verloren gegangenen Kreissitz zu unterstreichen. „Wir haben heute nicht nur ein Stück Heimat zurückbekommen", sagte Berger. Mit dem Kennzeichen erfahre die Muldestadt auch eine ausgleichende Gerechtigkeit.

Die Freude um die schwer erkämpfte Identitätsstiftung auf der Straße wird jedoch momentan noch etwas getrübt. Nach den Anfangsschwierigkeiten durch fehlende Software können die Zulassungsstellen die bisher ausgelaufenen Kennzeichen BNA, GHA, GRM, MTL und WUR zwar wieder zuteilen. „Wir legen los", versicherte Brigitte Laux, Sprecherin im Landratsamt des Landkreises Leipzig. Das sei bereits gestern jeweils zweimal für Grimma und Wurzen, dreimal für Borna und viermal für Muldental geschehen. „Aber bei Wunschkennzeichen gibt es immer noch Einschränkungen", so Laux weiter. Durch die Gemeindereform seien alte Buchstaben- und Zahlenkombinationen in andere Landkreise abgewandert. Diese müsse die Zulassungsstelle im Landkreis Leipzig erst wieder zurückholen. Um die doppelte Vergabe eines Kennzeichens zu vermeiden, habe man sich bis zur Klärung auf die Einzelbuchstaben I, O und Q sowie auf die Kombination AI, IA, OP, PO, QR, RQ fokussiert. Diese Buchstaben seien im Zeitraum vor der Einführung des L für den Landkreis Leipzig nicht genutzt worden. Damit sei vorerst sichergestellt, dass Kennzeichen mit diesen Buchstaben nicht bereits auf den Straße unterwegs sind.

Während Grimmas Stadtoberhaupt die Umfirmierung des kommunalen Dienstwagens mit Wunschkennzeichen auf später verlegen muss, sind jene Autofahrer auf der sicheren Seite, die ihren fahrbaren Untersatz gepflegt und somit die alten Kennzeichen erhalten haben. Den statistischen Angaben zufolge waren Ende 2011 noch 47 649 Autos mit MTL, 2739 mit GRM, 2700 mit BNA, 2076 mit WUR, 1638 mit GHA unterwegs. Die Erfassung aller in andere Zulassungsbereiche abgewanderten Kennzeichen wird voraussichtlich bis Ende November dauern. Solange wird die Zuteilung der Wunschkennzeichen auf der Bremsspur verweilen. „Für Grimma, Wurzen und Muldental gibt es derzeit das breiteste Angebot", sagte Laux.

Birgit Schöppenthau

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