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Cottbuser Felsenbauer erschaffen Vulkanlandschaft in Röcknitz

Tourismus Cottbuser Felsenbauer erschaffen Vulkanlandschaft in Röcknitz

Steile Kraterwände können Kinder demnächst in Röcknitz erklimmen. Im Auftrag der Gemeinde Thallwitz entsteht am Herrenhaus Röcknitz ein Rastplatz mit Kletterelementen und einem Vulkankrater als Highlight. Noch im Dezember soll die Attraktion eingeweiht werden. Dann wird eine Reise zum Mittelpunkt der Erde möglich.

Hoch hinaus geht es demnächst am Röcknitzer Herrenhaus. Eine Landschaft aus Kletterfelsen entsteht derzeit am Herrenhaus in Röcknitz. Mittelpunkt ist ein Vulkan..

Quelle: Simone Prenzel

Thallwitz/Röcknitz. In Röcknitz tut sich die Erde auf. Zumindest können Kinder demnächst die steilen Wände eines feuerspeienden Vulkans erklimmen. Als heimlicher Star des neuen Rastplatzes zieht ein riesiger Vulkankegel schon jetzt die Blicke auf sich. Durch den Bauzaun haben die Kinder der benachbarten Kita „Zu den Felixmusikanten“ schon jetzt den besten Blick auf das neue Abenteuer-Paradies mit Kletterfelsen, Steinschaukel, Bänken und Sonnenuhr.

„Mit dem Vorhaben schlagen wir den Bogen zum vulkanischen Erbe der Region“, erläutert der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos). Als neue Attraktion im Geopark Porphyrland lockt der Rastplatz künftig unter dem Titel „Fred Porphyrstein“ in den nördlichsten Zipfel des Landkreises. „Es lag nahe, den Treffpunkt in Anlehnung an das Thema Steine zu gestalten“, berichtet Pöge. Kinder werden hier spielerisch an das Thema des Geoparks herangeführt. Sie sollen ihre Sinne schärfen, Felsen erklimmen, Balance und Geschicklichkeit schulen und vor allem ihrer Neugier nachgehen. Erste Ideen, die als Grundlage der Ausschreibung durch die Gemeinde Thallwitz dienten, lieferte Designer Lars Hoschkara. Umgesetzt wird das Ganze seit Anfang November von der Cottbuser Firma „built a rock“.

„Der gesamte Rastplatz wird einen Durchmesser von 20 Metern haben“, erläutert Planer Hagen Weidemüller. Im Zentrum erhebt sich das neue Aushängeschild des traditionsreichen Steinarbeiterdorfes – der Röcknitzer Krater. Selbst erwachsene Männer können sich dem Charme des Projektes nicht entziehen. „Da erwacht das Kind im Manne“, bekennt Thomas Pöge, der schon jetzt von dem eruptiven Gebilde begeistert ist. Die Cottbuser Felsenbauer sind bundesweit für ihre kreativen Umsetzungen bekannt. „Mit der Firma haben wir einen wirklich guten Griff gemacht“, ist der Ortschef voller Vorfreude auf die noch im Dezember bevorstehende Einweihung.

Die Steindesigner von „built a rock“ haben sich bereits auf ihrem Firmengelände in der Lausitz mächtig ins Zeug gelegt, damit der Vulkan ordentlich was hermacht. „Etwa die Hälfte des Rastplatzes haben wir vor Ort gefertigt, um das Arbeiten zu erleichtern“, berichtet Mitarbeiter Christian Fischer, während er letzte Absprachen zur endgültigen Farbgebung der Gebilde trifft. So wurden Vulkanteile in Cottbus vormodelliert, bevor sie per Lkw an den „Ausbruchsort“ transportiert wurden. „In Röcknitz kam dann Spritzbeton zum Einsatz, der auf eine Stahlbewehrung aufgetragen wurde“, erläutert Fischer das Prozedere. Firmenchef Jens Brand, der selbst passionierte Kletterer ist und schon Giganten wie Elbrus und Mount Mac Kinley bezwungen hat, schwört auf diese Technik. Es entstehe eine echte Felsstruktur, so der Bauingenieur. Mit der Zeit würden sich die Gebilde natürlichem Gestein immer weiter annähern. „Dort, wo nicht geklettert wird, bilden sich Beläge.“ Das mache das Ganze noch authentischer. Wer nicht hoch hinaus will, kann das Innere des Vulkans erkunden – quasi auf eine Reise zum Mittelpunkt der Erde gehen. Über zwei Kriechröhren - jede drei Meter lang und fünf Tonen schwer - erreicht man eine Höhle. Verschiedene Punkte des Baus sind außerdem mit einem Schlauchophon verbunden.

Um die Erde zum Brodeln zu bringen, wurden rund 35 Tonnen Spritzbeton verbaut und 16 Kubikmeter Felsen modelliert. Rund 200 000 Euro kostet die Kletterlandschaft, die Besucher demnächst in die Entstehungszeit der Erde zurückkatapultiert.

Von Simone Prenzel

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