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Wurzen DRK Muldental beurlaubt Vorstand Jens Stiller
Region Wurzen DRK Muldental beurlaubt Vorstand Jens Stiller
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12:28 26.09.2018
Jens Stiller und Bettina Belkner galten als das Führungstandem beim DRK Muldental und machten den Kreisverband groß. Doch hinter den Kulissen brodelte es. Mit der Konsequenz, dass Stiller seinen Posten als Vorstand verlor. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

Seit 2009 gelten sie als das Führungstandem schlechthin beim DRK Muldental – Bettina Belkner und Jens Stiller. Mit der Fusion der damaligen Kreisverbände Wurzen und Grimma wurden beide als Vorstände berufen und führten das Rote Kreuz mit über 400 Mitarbeitern und 3000 freiwilligen Helfern zur heutigen Größe. Doch mittlerweile ist das Tischtuch zwischen dem Duo zerschnitten. Bereits Anfang Juli berief das DRK-Präsidium den 53-jährigen Stiller von seinem Vorstandsposten ab. Jetzt droht ihm sogar der Verlust seines Arbeitsplatzes.

Bettina Belkner spricht von langem Prozess

Bislang aber blieb eine offizielle Erklärung der personellen Konsequenzen hinter den Kulissen aus. Allein dieser Umstand mehrt derzeit die Gerüchte über die Gründe für Stillers plötzliches Ende. „Im Beschluss zur Abberufung geht es vor allem um eine strategische Ausrichtung und angemessene Struktur für die Zukunft des DRK Muldental“, informierte Belkner auf Nachfrage. Demnach soll mit sogenannten Stabsstellen eine „kompetente Fachbereichsebene“ entstehen. Zudem, so Belkner weiter, wollte das erst im Vorjahr neu gewählte Präsidium die bestehende DRK-Satzung novellieren. Denn laut Musterstatut des Landesverbandes sei eine Doppelspitze eher die Ausnahme. Gegen jene Lesart spricht allerdings eine E-Mail, die Belkner nur vier Tage nach dem Urteil aus ihrem Urlaub an die Mitarbeiter versandte. Darin heißt es: „Die Bekanntmachung des letzten Tages ist Ergebnis eines sehr langen Prozesses, der sich über mehr als zwei Jahre erstreckt hat.“

Drei Gegenstimmen zu Stillers Absetzung

Insider reden daher von einem tiefen Zerwürfnis, dessen Ausgang Belkner nun für sich entscheiden konnte. Immerhin fiel Stillers Abberufung am 4. Juli durch das zehnköpfige Gremium um Präsidenten Ronny Fischer, Landesgeschäftsstellenleiter der Debeka, keineswegs einhellig aus. Von den neun anwesenden Personen votierten sechs mit Ja und drei mit Nein.

Andere Ansichten führen zu Aussprachen

Stiller jedenfalls bestätigt Unstimmigkeiten, die „bei der Größe des Unternehmens selbstverständlich sind und nicht unlösbar“. Insbesondere vertrat er andere Ansichten bei geplanten Ausgliederungen bestimmter Bereiche des Wohlfahrtsverbandes, „zum Beispiel der Kinderheime in eine Tochtergesellschaft des DRK“. Alles in allem, so Stiller, musste er zu insgesamt vier Aussprachen mit dem geschäftsführenden Präsidium. „Hierbei wurde ich aufgefordert, Vorschläge einer künftigen Umstrukturierung beizusteuern.“ Wie der 53-Jährige versichert, habe er auch Ideen eingebracht – „ein Echo darauf blieb aus“.

Stiller zufolge fanden in der Folge drei außerordentliche Präsidiumssitzungen zum Thema Abberufung statt. Erst beim letzten Treffen, „und weil sich ein Mitglied im Urlaub befand“, votierte eine Zweidrittelmehrheit gegen ihn. „48 Stunden später erhielt ich davon Kenntnis und ferner den Hinweis, meine Aufgabe als Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienst, Krankentransport und Hilfsdienste im Muldental GmbH uneingeschränkt in Grimma fortzuführen.“ Sein Büro in Wurzen musste Stiller räumen.

Stiller: „Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen“

Doch damit nicht genug. Vorige Woche unterrichtete ihn Belkner schriftlich, dass er mit sofortiger Wirkung und bis auf Widerruf auch von dieser Funktion freigestellt sei. Stiller, der seit 1978 ehrenamtlich beim DRK tätig ist, seit 1. März 1984 hauptamtlich und 1991 Belkner als seine Stellvertreterin in den Wurzener Wohlfahrtsverband holte, zeigt sich von den Vorgängen entsetzt. Denn sie hätten rein gar nichts mit den Grundsätzen des DRK, wie Menschlichkeit oder Neutralität, zu tun. Zumal, wie er zum Schluss betont, „ich mir nichts zu Schulden habe kommen lassen“.

Von Kai-Uwe Brandt

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