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Wurzen DRK-Wasserwacht beklagt mangelnde Sicherheit an Badeseen
Region Wurzen DRK-Wasserwacht beklagt mangelnde Sicherheit an Badeseen
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06:00 11.07.2018
Die Kaolingrube in Hohburg: Im Muldental locken zahlreiche Naturbäder zum Sprung ins kühlen Nass. Doch nicht überall ist die Sicherheit durch Rettungsschwimmer gewährleistet. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Sonne satt und Temperaturen um die 25 Grad Celsius sorgen schon mit dem Start in die Freibadsaison für Rekorde bei den Besucherzahlen. Gerade Gemeinden als Betreiber freut’s. Immerhin lässt das Wetter die Kassen klingeln, da die Einrichtungen oft nur dank kommunaler Zuschüsse überleben. Jedoch sorgt die gute Nachricht nicht bei allen für Hurra-Rufe. So schlägt beispielsweise die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wieder einmal Alarm: Denn es fehlen Rettungsschwimmer an vielen Badeseen – allein in Sachsen circa 350.

Auch Vorstand Jens Stiller vom DRK Muldental weiß um die Probleme. Dem Kreisverband mit Sitz in der Walther-Rathenau-Straße gehört die Wasserwacht an. Beide Ortsgruppen in Wurzen und Grimma sind also Teil des Wasserrettungsdienstes Deutschlands und werden bei Notfällen gerufen. „Die DRK-Wasserwacht bildet Rettungsschwimmer sowie Bootsführer zur Absicherung von Schwimmbädern, Badeseen sowie Veranstaltungen wie unlängst dem Muldental-Triathlon aus, kümmert sich um den Umweltschutz in und an Gewässern und führt Schwimmkurse durch“, umreißt der 53-Jährige das Aufgabengebiet der Ehrenamtler.

Weniger Einsätze, mehr Badeunfälle

Derzeit, so Stiller, kämen die Mitglieder an öffentlichen Seen weitaus weniger zum Einsatz als noch vor 20 Jahren. Ein Grund dafür sei, dass die Betreiber, ob nun kommunal oder privat, an einer Aufsicht sparen und stattdessen lieber Baden-verboten-Schilder aufstellen. Dabei ereigneten sich 2017 insbesondere im Freistaat Sachsen, dem Bundesland mit vielen neuen Badeseen, deutlich mehr tödliche Badeunfälle als im Vorjahr. Wie Sebastian Knabe, Landesverbandsgeschäftsführer der DLRG Sachsen, wünschte sich Stiller angesichts der Lage mehr Hilfe aus Dresden. „Dieser Appell an die Staatsregierung geht konform mit der aktuellen Online-Petition, die unlängst der sanitätsdienstliche Katastrophenschutz auf den Weg gebracht hat und darin die Gleichstellung der ehrenamtlichen Helfer von Hilfsorganisationen fordert.“

Keine Überwachung an Seen im Muldental

Derzeit sorgt übrigens ein DRK-Rettungsschwimmer gemeinsam mit dem Schwimmmeister über die Saison hinweg für Sicherheit im Freibad Dreibrücken. Wobei, berichtet Stiller, der Ursprung des ehrenamtlichen Wachdienstes eigentlich gewesen sei, entsprechende Wachstationen an Seen zu besetzen, um im Notfall eingreifen zu können. „Wenn die Flagge auf dem Turm wehte, wusste jeder, dass ein Rettungsschwimmer vor Ort ist. Meines Erachtens gibt es im Muldental an keinem See eine solche Art der Überwachung.“ Sobald jedoch die ausgebildeten Mitglieder als Ferienjobber auf Mindestlohnbasis eingestellt würden, überträgt der Betreiber zugleich das Weisungsrecht gegenüber den Badegästen auf den Ehrenamtler.

Schwimmkurse in Wurzen und Grimma

Zur Tätigkeit der Wasserwacht-Ortsgruppen zählt unter anderem das Organisieren von Schwimmkursen. Je drei Kurse werden pro Jahr mit durchschnittlich zwölf Teilnehmern in Wurzen sowie in Grimma durchgeführt. „Hieraus rekrutieren wir unseren Nachwuchs.“ An der jungen Generation, betont Stiller, mangelt es nicht. Allein drei Viertel der beiden Gemeinschaften seien Kinder. Eine Lücke klafft allerdings zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr, bedingt durch den Beginn der Ausbildung oder des Studiums. Mitmachen kann jeder, der Teamgeist zeigt, körperlich fit und mindestens sechs Jahre alt ist. Dann, so Stiller, stünde einer Karriere als DRK-Rettungsschwimmer, Bootsführer oder Rettungstaucher nichts mehr im Wege.

Die Ortsgruppe Wurzen mit momentan 162 aktiven wie nicht aktiven Mitgliedern und dem Leiter Göran Lehmann wurde bereits 1954 gegründet; seit 1973 besteht mittlerweile die Ortsgruppe Grimma mit derzeit 149 Mitgliedern und dem Leiter Nils Geldner .

Von Kai-Uwe Brandt

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