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DRK feiert das 20-jähriges Bestehen der Einrichtung im Schloss Wurzen

Jugendgerichtshilfe DRK feiert das 20-jähriges Bestehen der Einrichtung im Schloss Wurzen

Mit einem Empfang in Schloss Wurzen erinnerte der DRK-Kreisverband Muldental an das 20-jährige Bestehen der Ambulanten Jugendgerichtshilfe. Die Einrichtung wurde am 1. Februar 1996 ins Leben gerufen und unterstützt vor allem straffällig gewordene Jugendliche.

Andrea Müller (l.) und Karin Arnold betreuen im Jahr circa einhundert Fälle.

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen. Den Blick zurück würzte Andrea Müller mit einer Anekdote. Um beim CDU-Landtagsabgeordneten Werner Hubrich einen guten Eindruck zu hinterlassen, zogen sie und ihre damalige Partnerin Christine Niklas das erste und letzte Mal einen Rock an – „es schien uns seriöser“. Über die Pointe in der Rede Müllers schmunzelten nicht nur der 81-jährige Landrat a. D., sondern mit ihm eine Vielzahl von Gästen. Allesamt fanden auf Einladung des DRK Muldental den Weg ins Schloss Wurzen. Anlass des Empfangs unterm Roten Kreuz des Wohlfahrtsverbandes: 20 Jahre „Ambulante Maßnahmen der Jugendgerichtshilfe“.

Für eben jene Einrichtung, die am 1. Februar 1996 an den Start ging, stehen zwei Frauen – Andrea Müller und seit 2008 Karin Arnold. Sowie ein mittlerweile vielschichtiges Netzwerk, das Hand in Hand mit dem Duo für straffällig gewordene Jugendliche und junge Erwachsene feste Brücken für die Zukunft baut. Eben davon wusste zu Beginn der 90er-Jahre niemand etwas, weshalb sich Müller und Niklas auf „ein kleines Abenteuer mit einem handgeschriebenen Konzept“ begaben, sogar bei den politischen Eliten wie Hubrich um Fürsprache baten. Im Büro von DRK-Vorstand Bettina Belkner endete schließlich das „Klinken putzen“.

Die Rotkreuzler wurden Träger der Jugendgerichtshilfe und die frühere Minol-Tankstelle an der Bundesstraße 6 das erste Domizil der nunmehr beiden ABM-Kräfte. Was folgte, war schlichtweg Ausbauarbeit. Denn im Tankstellen-Häuschen, welches seinerzeit als Bereitschaftsraum für den Notarzt diente, befand sich lediglich eine Liege mit Lampe. „Unser erster Einrichtungsgegenstand bestand in einer Erika-Schreibmaschine – aber immerhin mit Display“, erinnert sich Müller noch gut an die Anfänge. Zwanzig Jahre danach ist die Jugendgerichtshilfe am Clara-Zetkin-Platz 11 für sie „ein kleiner, wichtiger Stein zur Förderung des sozialen Friedens“. Daher dankten Müller und Arnold der Chefetage des DRK mit Bettina Belkner und Jens Stiller – „sie haben immer an uns geglaubt“, dem Amtsgericht, der Staatsanwaltschaft, Jobcenter, Arbeitsagentur, Jugendamt und vielen anderen mehr für den Schulterschluss. Das Lob gaben vor allem der Vorstand zurück und die Redner im Anschluss.

Zu ihnen gehörte CDU-Landtagsabgeordnete Hannelore Dietzschold, die für die weitere Arbeit „viel Erfolg“ wünschte und zugleich Grüße des sächsischen Justizministers Sebastian Gemkow (CDU) ausrichtete. Katja Winkler, erst seit April dieses Jahres stellvertretende Jugendamtsleiterin im Landratsamt Borna, hatte extra ihre Mitarbeiter befragt, was sie an der Jugendgerichtshilfe schätzen. Heraus kam gleich ein ganzes Paket an Komplimenten für die zwei Damen, die über 100 Fälle pro Jahr bearbeiten.

DRK-Vorstand Belkner informierte die Gäste, zu denen auch Polizeirevierleiter Falk Donner, der Lossataler Bürgermeister Uwe Weigelt, Kerstin Trautmann, Vorstandsmitglied des DRK-Landesverbandes, und Barbara Schneider von der Stadtverwaltung Wurzen gehörten, dass Karin Arnold zum 31. Dezember in den wohlverdienten Ruhestand geht. Für Ersatz sei gesorgt. Christine Fleck wird die Lücke schließen und ab November an der Seite von Andrea Müller stehen.

Von Kai-Uwe Brandt

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