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Wurzen DRK macht Kurzzeitpflege dicht
Region Wurzen DRK macht Kurzzeitpflege dicht
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05:00 05.02.2012
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. Dieser Service wird in zwei Monaten abgeschafft, weil er dem Verband rote Zahlen beschert.

Das DRK wird sein Angebot zur Kurzzeitpflege in Wurzen zum 31. März dieses Jahres einstellen. Das teilte gestern Vorstandsmitglied Bettina Belkner für den Kreisverband des DRK Muldental mit. Die Abschaffung des Service begründete sie mit wirtschaftlichen Überlegungen. Mit den gegenwärtig von den Krankenkassen bewilligten Mitteln könne ihr Verband den Dienst nicht mehr aufrecht erhalten.

Seit 1999 konnten Angehörige ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder bei der DRK-Einrichtung in der Eilenburger Straße 40-42 unterbringen. „Unsere Kurzzeitpflege war für Angehörige gedacht, die auf ein paar Tage oder auch Wochen in Urlaub fuhren", erläutert Belkner. Für maximal 28 Tage konnten pflegebedürftige Senioren dort wohnen. Acht entsprechend geschulte DRK-Mitarbeiter kümmerten sich rund um die Uhr im Dreischichtsystem um die Gäste.

Die Nachfrage für die vorhandenen zwölf Stellen war offenbar nicht das Problem. „Die Auslastung lag zuletzt in der Regel bei etwa 86 Prozent", sagte Belkner. Als schwierig fürs DRK erwies sich eher, dass die Pfleglinge zumeist „nur" die Pflegestufe 1 hatten. Die dafür von den Kassen gezahlten Kostensätze waren auf Dauer zu niedrig. Eigentlich keine neue Problematik: „Wir haben lange versucht, das zu kompensieren", versichert Belkner. Das sei nun aber nicht mehr tragbar gewesen. „Wir haben uns im Landesverband mit diesem Thema zuvor intensiv auseinander gesetzt." Hochrechnungen hätten indes ergeben, dass die Sätze auch künftig nicht kostendeckend sein würden.

Problematisch sei auch, dass Senioren, die vom medizinischen Dienst höhere Pflegestufen zugebilligt bekämen, in der Regel schon in einem Pflegeheim untergebracht seien und folglich der Kurzzeitpflege nicht bedürften. Umgekehrt erfordere eine Pflegestufe 1 trotz vergleichsweise geringer Kostensätze mitunter eine „sehr intensive Betreuung", sagte Belkner weiter. Hinzu kämen die zu Recht sehr hohen Ansprüche an die Bedingungen in den Einrichtungen und ein sehr hoher Aufwand für die Dokumentation der erbrachten Pflegeleistungen.

Schließlich führt Belkner auch die Personalkosten ins Feld: „Wir zahlen unseren Leuten Tariflöhne." Die einschlägigen Sätze stiegen 2011 um

2,2 Prozent, in diesem Jahr ist eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent vorgesehen und im kommenden Jahr sind nocheinmal 1,6 Prozent zu erwarten. Das sei nicht länger finanzierbar. Wer Voranmeldungen getroffen hatte, wurde in den vergangenen Wochen über die bevorstehende Schließung informiert. Das DRK helfe gern bei der Suche nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten in der Region, so Belkner. Servicezentrum und Pflegedienst bleiben übrigens in der Eilenburger Straße. Alle freiwerdenden Räume sollen möglichst schnell dem betreuten Wohnen zugeschlagen werden. Insgesamt werden dort sechs neue Wohnungen entstehen. Markus Tiedke

Markus Tiedke

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