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Wurzen Da staunt sogar Schottlands Ungeheuer Nessie: Schmölener Jens Schlosser läuft 100. Marathon
Region Wurzen Da staunt sogar Schottlands Ungeheuer Nessie: Schmölener Jens Schlosser läuft 100. Marathon
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00:21 29.10.2017
Glückwunsch zum 100. Marathon: Jens Schlosser (l.) mit Dresdens Race-Director Peter Eckstein. Quelle: Foto: Norbert Wilhelmi
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Bennewitz/Schmölen

Nach seiner schweren Meniskus-OP im Februar meldet sich Dauerläufer Jens Schlosser nun eindrucksvoll zurück: Der Schmölener rannte in Schottland seinen 100. Marathon! Und das ausgerechnet am Ufer des sagenumwobenen Loch Ness: „Nein, was da knirschte, war nur mein Knie – nicht Ungeheuer Nessis Gebiss.“ Der 56-Jährige ist nun Mitglied im renommierten deutschen Hunderter-Marathon-Club, dem nur angehört, wer nachweislich mindestens 100 Läufe über 42,195 Kilometer absolviert hat. Beim Dresden-Marathon, seinem 101. Lauf, bekam der Jubilar aus dem Muldental die offizielle Ernennungsurkunde überreicht – aus den Händen von keinem geringeren als Race-Director Peter Eckstein.

Den einstigen Fußballtorwart und späteren Volleyballer zwang 1999 eine Sprunggelenksverletzung zur Pause. Prompt legte er ein paar Kilo zu. Also begann Schlosser mit seinem Hund Murphy zu joggen. „Und, was soll ich sagen, ich leckte Blut.“ Seitdem gehört er im Planitzwald zu den Stammgästen: Vier- und Sechswege, Schmielteich, Waidmannsheil – hier holt sich der Pharmaberater die Körner. In nur 18 Jahren bestritt er Marathons in 36 Ländern und – jetzt kommt’s – auf allen Kontinenten der Erde. In Europa, Afrika, Nord- und Südamerika, Asien, Australien und – in der Antarktis: Als Mitglied im exklusiven Seven Continents Club mit Sitz in Boston (USA) bestieg er 2009 in Feuerland ein ehemaliges sowjetisches Expeditionsschiff, ließ Kap Hoorn hinter sich und gelangte auf der Drake-Passage ins ewige Eis. Auf der vorgelagerten King-George-Insel meisterte er seinen vielleicht spektakulärsten Lauf – auf einem Gletscher, umgeben von Pinguinen und Albatrossen. Ob in New York oder Tokio, in Jordanien am Toten Meer oder nach „Sto Gramm“ auf dem zugefrorenen Baikalsee – überall schwitzte der Marathonläufer. Kein Wunder, dass er inzwischen auch Mitglied im Country Marathon Club ist. Bedingung dafür: Starts in mindestens 30 Staaten. „Mein Ziel ist es, auf insgesamt 50 Länder zu kommen“, so der Globetrotter. Schon im nächsten Monat erobere er beim Havanna-Marathon sein persönliches Land 37. „Dann nehme ich auch etliche Laufschuhe mit, die ich verschenken will. In Kuba sind die Mangelware.“

Für Schlosser war Marathon schon immer mehr als nur die Hatz um Minuten und Sekunden, im zum Teil bitterarmen Äthiopien besuchte er Haile Gebrselassie, den afrikanischen Wunderläufer, der den Berlin-Marathon fünf Mal für sich entscheiden konnte. Apropos Berlin-Marathon: Der Schmölener Hobbyläufer war in der Hauptstadt schon mehr als zehnmal dabei, weshalb er dem Jubilee-Club angehört und auf Lebenszeit die Startnummer 2901 innehat.

Zu seinem 100. Marathon überraschten ihn die Eltern Adolf und Ursula mit einem Umschlag. Darauf eine große 100, darin ein Gutschein für fünf Massagen. Andere hätten schon viel früher mit Marathon begonnen, winkt Jens Schlosser ab: „In der Szene gibt es echte Granaten. US-Amerikaner Brent Weigner rannte in 143 Ländern. Und Christian Hottas aus Hamburg lief 2576 Marathons. Wahnsinn!“ Dagegen nehme sich seine eigene Bilanz eher bescheiden aus, räumt der erst seit 18 Jahren laufende Schmölener Freizeitsportler ein.

Den Außendienstler, der oft im Auto unterwegs ist, reize die Bewegung an der frischen Luft. Gern zitiert er sein großes Vorbild, den tschechischen Ausnahmeathleten Emil Zátopek: „Wenn du laufen willst, lauf’ eine Meile. Willst du aber ein neues Leben kennenlernen, dann laufe Marathon.“

Von Haig Latchinian

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