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Das Geschäft ist perfekt

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 Wurzen. Seit Januar hatte die Stadt Wurzen mit dem Staatsbetrieb Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) über den Kauf der Flächen des ehemaligen sowjetischen Kasernengeländes verhandelt (die LVZ berichtete).

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Die Stadt kauft Kasernenflächen vom Freistaat.

Quelle: Ralf Zweynert

Jetzt wurden die Kaufverträge unterzeichnet.

Die Stadt legt rund 200000 Euro für die insgesamt 16 Hektar auf den Tisch. Ziel ist die Revitalisierung des Areals.

Bereits im Januar eröffnete die SIB der Stadt den Vorschlag, das Areal an die Kommune zu verkaufen. Die Stadt war nicht abgeneigt. Zögerte aber, da damals noch unklar war, inwieweit staatliche Förderungen für das Revitalisierungsprojekt zur Verfügung stehen. Dynamik erhielt das Ansinnen, als die Freistaats-Förderrichtlinie „Revitalisierung von Brachflächen“ freigegeben wurde. Mit ihr ist die Förderung von Abbruch und Revitalisierung von Brachflächen möglich. Unterm Strich können bis zu 90 Prozent der Kosten als förderfähig abgerechnet werden. Wurzens Planungschef Carl Rößler: „75 Prozent stammen aus EU-Mitteln, 15 Prozent legt der Freistaat drauf.“ Sachsen zahle aber nur, wenn die Flächen auch perspektivisch nicht versiegelt werden.

Vor diesem Hintergrund ermächtigte der Stadtrat die Verwaltung entsprechende Förderanträge zu stellen. Gleichzeitig legte er eine Obergrenze für den Eigenanteil der Stadt fest – 250000 Euro (die LVZ berichtete). Nach zähen, „aber auf beiden Seiten konstruktiv geführten Verhandlungen zwischen Stadt und SIB“, wie Oberbürgermeister Jörg Röglin sagte, „konnten insgesamt acht Grundstücke, zum Teil Splitterflächen durch die Stadt erworben werden.“ Im Durchschnitt seien etwa 1,3 Euro pro Quadratmeter gezahlt worden. Vor allem seien „die Verhandlungen um diverse Kleinstflächen und das Durchdringen der komplexen Förderrichtlinie“ nicht ganz leicht gewesen. Das alles habe die Verhandlungen über Monate hingezogen.

„So schnell als möglich werden wir nun die Förderanträge noch einmal präzisiert auf die Reise in die Landesdirektion schicken“, kündigte Carl Rößler an. Bislang sind die Fördermittel noch nicht bestätigt. Die Stadt hofft auf einen Zuwendungsbescheid bis spätestens März 2010. „Wenn alles so läuft, wie vorgesehen, könnten ab dem zweiten Quartal 2010 die Bagger mit dem Abbruch der Kasernengebäude beginnen“, ergänzt Röglin. Wer den Abbruch übernimmt, wird mit Hilfe einer beschränkten Ausschreibung entschieden, die nach Konjunktur-Paket-II-Beschluss möglich ist.

Nach ersten Berechnungen kosten Abbruch und Revitalisierung des Geländes rund 1,1 Millionen Euro, 200 000 Euro zahlt die Stadt für den Grundstückserwerb, 50000 Euro fallen für Nebenkosten wie Steuern, Notarkosten und Vermessung an.

Neben dem Abbruch der Kasernengebäude werden auch altes Pflaster, Straßenläufe und Schutt beseitigt. Die Altlasten sind bereits beräumt worden. „Wir gehen maximal in eine Tiefe bis 50 Zentimeter. Wo Mutterboden zu ergänzen ist, wird ergänzt, wo neu aufgetragen werden muss, wird neu aufgetragen“, erklärt Rößler. Für die Begrünungsplanung ist das Landschaftsbüro Knoblich zuständig. Geplant sind das Anlegen von Gras-, Busch- und Baumflächen. Grundsätzlich solle der Pflegeaufwand für das Gelände perspektivisch „so gering wie möglich“ gehalten werden.

Ziele des Flächen-Kaufes: Wir wollen endlich, dass der Schandfleck, der die im Nordwesten in die Stadt Kommenden begrüßt, verschwindet. Überdies geht es darum Flächen wieder der Natur zurückzugeben, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Eine bauliche Nutzung sei perspektivisch nicht vorgesehen. Ansonsten müssten anteilig Fördergelder zurückgezahlt werden. Einzelfälle, zum Beispiel, die Nutzung für Freizeitflächen (z.B. Basketballplatz) seien perspektivisch aber nicht ausgeschlossen. Sie bedürfen dann einer entsprechenden Prüfung. Das Areal, deren Betreten derzeit nicht gestattet ist, soll nach seiner Umgestaltung begehbar sein. Wege würden vorerst aber nicht angelegt, so die Verwaltung. Der Stadtrat befasst sich heute Abend mit dem Projekt.

Drago Bock

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