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Das Landleben lockt – gut besuchte Infoveranstaltung in Leipzig

Wurzener Land Das Landleben lockt – gut besuchte Infoveranstaltung in Leipzig

„Raus aufs Wurzener Land“ – dahin soll es gehen, wenn es nach den vier Bürgermeistern von Bennewitz, Lossatal, Thallwitz und Wurzen geht. Sie wollen ihre Region für alternative Wohnprojekte attraktiv machen und rühren dafür fleißig die Werbetrommel.

Viele interessierte Zuhörer sind in die Cafeteria im Haus der Demokratie gekommen.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Der Arbeitskreis integriertes Wohnen (AkiW) und die Bürgermeister des Wurzener Landes haben zur Informationsveranstaltung „Raus aufs Wurzener Land“ geladen. Die Idee hinter dem Projekt ist, leerstehende oder von älteren Menschen bewohnte Höfe für alternative Wohn- und Nutzungsformen im ländlichen Raum attraktiv zu machen. Und interessierte Zuhörer kamen reichlich in die Cafeteria im Haus der Demokratie in Leipzig. Bernd Laqua, Bürgermeister von Bennewitz, Thomas Pöge, Bürgermeister von Thallwitz und ihre Amtskollegen vom Lossatal, Uwe Weigelt, und Wurzens OBM Jörg Röglin waren begeistert von der hohen Teilnehmerzahl. „Dass so viele Leute hier her kommen, damit haben wir wirklich nicht gerechnet“, sagte Matthias Wagner, Regionalmanager in der EU-geförderten Leader-Region Leipziger Muldental, zu der das Wurzener Land gehört. Das Leader-Programm der EU ist speziell für die Belebung von ländlichen Räumen geschaffen worden. Wer sich für die Sanierung oder den Wiederaufbau einer Liegenschaft entscheidet, kann, nach bewilligtem Antrag Fördermittel zwischen 20 und 75 Prozent erhalten. „Bei uns startet aktuell die zweite Förderphase“, erläutert Wagner. „Das bedeutet, bis 2020 werden die Fördermittel ausgeschüttet.“ Aber an diesem Abend sollte es nur am Rande um den unliebsamen Papierkram und die Mühlen der Bürokratie gehen. „Lassen Sie sich davon bitte nicht abschrecken“, mahnt Wagner. „Wer sich in unserer Region für eine Förderung entscheidet, wird von allen Seiten tatkräftig unterstützt.“

Für die vier Bürgermeister geht es nun erstmal darum, die Idee zu verbreiten und vor allem für junge Leute und kleine Familien bekannt zu machen. Denn, dass ist auch Uwe Weigelt, Bürgermeister im Lossatal, bewusst: „Sie wollen ja nicht Ihren guten Job hier in Leipzig aufgeben, nur weil Sie sich als Landei bei uns niederlassen.“ Dass die Region vor allem für Familien in den letzten Jahren attraktiv geworden ist, erläutert der der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge. „Familien, die aus Leipzig zu uns aufs Land gezogen sind haben mir erzählt, dass sich ihr morgendlicher Fahrtweg zwar nicht kilometermäßig, dafür aber zeitlich sehr verkürzt hat.“ So musste man sich vorher quer durch die Stadt schlagen, um das Kind bei der Kita abzuliefern, um sich dann auf den Weg zur Arbeitsstelle zu machen. „Das hat gut und gern mal eine Stunde gedauert. Jetzt bringen Sie Ihr Kind in den Kindergarten, der fünf Minuten um die Ecke liegt und fahren dann 30 Minuten in die Stadt.“ Per Bahn erreicht man Leipzig in einer guten halben Stunde.

Für die Zuhörer waren natürlich die ersten Objekte interessant, welche die Bürgermeister in ihren kurzen Vorstellungen präsentierten. So sind es vor allem alte Drei- und Vierseithöfe, die auf neue Besitzer und Nutzungsideen warten. Der Dreiseithof Kastanienhof in Wasewitz, das Inspektorenhaus in Röcknitz oder auch Stadthäuser in Wurzen sind mögliche Adressen, wo sich neue Eigentümer verwirklichen können. Die Gebäude gehören zwar nicht alle der Kommune, allerdings sind die Bürgermeister gern bereit, sich als Vermittler zwischen den Parteien zu engagieren. Ebenfalls denkbar ist es, einen alten Hof, den die Bewohner aus Altersgründen nicht mehr bewirtschaften können, für die Förderung freizugeben. „Hier könnte man dann mit einem lebenslangen Wohnrecht für die alten Besitzer arbeiten“, sagt Uwe Weigelt. Außerdem möchte er sich in seiner Gemeinde umhören, wer vielleicht vor hat, in den nächsten Jahren seinen Besitz zu verkaufen. Vielleicht handelt es sich dabei um einen der beliebten Drei- oder Vierseithöfe. „Denn so ein Schätzchen habe ich leider aktuell nicht im Angebot. Den letzten habe ich dieser Tage bereits verkauft.“

Weitere Informationen zur Leader-Region und Fördermöglichkeiten unter: www.leipzigermuldenland.de

Von Tatjana Kulpa

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