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Wurzen Deichbau in Dögnitz liegt im Plan
Region Wurzen Deichbau in Dögnitz liegt im Plan
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05:00 26.07.2018
Der Deichbau bei Dögnitz kommt voran. Der Hochwasserschutzwall soll die Auendörfer vor der naheliegenden Mulde schützen. Quelle: Thomas Kube
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Machern/Dögnitz/Püchau/Grubnitz

Auf einer Länge von fünf Kilometern wird sich nach seiner Fertigstellung der neue Deich zwischen Grubnitz und Püchau erstrecken. Nachdem viele Jahre geplant werden musste und zahlreiche Hindernisse zu überwinden waren, arbeiten sich die Baumaschinen jetzt in Höhe des Macherner Ortsteils Dögnitz Meter für Meter voran. „Anfang des Jahres fiel der Startschuss für diesen rund einen Kilometer langen Deichabschnitt“, berichtet Thomas Zechendorf, Projektleiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV), Betrieb Rötha.

Die Strabag AG erhielt den Auftrag, das Bollwerk gegen ein mögliches Hochwasser der Mulde in diesem Bereich zu errichten. „Mit der Maßnahme liegen wir im Zeitplan“, so Zechendorf. Die Arbeiten sind Teil der Deichrückverlegung auf den Territorien der Gemeinden Bennewitz und Machern, die insgesamt rund zwölf Millionen Euro kostet und vom Nationalen Hochwasserschutzprogramm des Bundes finanziert wird.

Fernwasserleitungen kreuzen den Deich

Riesige Rohre liegen auf der Baustelle nahe Dögnitz. Quelle: Fwv

Während das Bauwerk in Höhe Dögnitz relativ unspektakulär zu bewältigen ist, warten nördlich größere Herausforderungen. Nicht nur die Lage der weiteren Deichabschnitte im Flora-Fauna-Habitat erfordert ein sensibles Vorgehen. Zudem kreuzen mehrere überregionale Wasserleitungen die Deichlinie. „In der Püchauer Aue müssen die Arbeiten deshalb gemeinsam mit den Kommunalen Wasserwerken Leipzig und der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz abgestimmt werden“, so der Projektverantwortliche.

„Von der Baumaßnahme der LTV sind zum einen die sogenannte Mockritzer Leitung und die Fernwasserleitungen betroffen, über die das Wasser aus Canitz/Thallwitz zur Wasserversorgungsanlage Probstheida und von dort in die Haushalte transportiert wird“, berichtet Katja Gläß, Sprecherin der Kommunalen Leipziger Wasserwerke. Die KWL sichern ihre Fernleitungen deshalb auf rund 550 Metern Länge. Finanziert werden die Arbeiten im Umfang von rund 2,1 Millionen Euro hauptsächlich durch die LTV. „Um die Versorgung der Stadt Leipzig nicht zu gefährden, werden die Leitungen nacheinander außer Betrieb genommen“, erläutert Gläß. Dies wirke sich erheblich auf Bauzeit und -technologie aus. Die Wasserwerke nutzen das Vorhaben zugleich, um die wichtigen Trinkwasseradern besser vor Erschütterungen oder Schwerlastverkehr während der Bauzeit zu schützen.

In Höhe der Macherner Ortschaft Dögnitz wird der seit langem erwartete Deich errichtet. Quelle: Thomas Kube

Wasseradern mit Schutzrohren gesichert

Mit im Boot ist ebenfalls die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FWV) mit Stammsitz in Torgau. „Auch zwei Stränge unserer Fernwasserleitung, über die der Südraum von Leipzig sowie anteilig die Städte Leipzig und Halle versorgt werden, liegen im Bereich des neuen Deiches“, so FWV-Sprecherin Jana Arnold. „Zwar können die Leitungen auf ihrer Trasse verbleiben, sie müssen aber mit einem Schutzrohr gesichert werden.“

Dazu wurde Ende Mai zunächst die in Fließrichtung linke Leitung auf einer Strecke von rund zehn Kilometern entleert. Im nächsten Schritt werden die bestehenden Spannbetonrohre im Deichbereich zurückgebaut und durch eine neue Stahlrohrleitung ersetzt, die an dieser Stelle einen Durchmesser von 1,2 Metern hat. Das Schutzrohr misst 1,60 Meter. Ist die Leitung verlegt und wieder in Betrieb genommen, womit für Ende Oktober gerechnet wird, schließt sich die in Fließrichtung rechte Leitung an.

Druckverlust in den Leitungen während des Baus

Während der Baumaßnahmen ist jeweils nur ein Strang “unter Wasser“. Was auch Großabnehmer und Weiterverteiler zu spüren bekommen werden, wie Jana Arnold prophezeit. Mit Druckverlusten sei zu rechnen. Bis Jahresende will die Fernwasserversorgung ihre Baumaßnahme beendet haben. Insgesamt fließen rund drei Millionen Euro in das Vorhaben, das ebenfalls aus dem Nationalen Hochwasserschutzprogramm des Bundes finanziert wird.

Fertigstellung des Hochwasserschutzes bis 2022

LTV-Projektleiter Thomas Zechendorf hat unterdessen die nächsten Schritte im Blick. Für die letzten zwei Kilometer Deich, die ab Februar 2019 zwischen Dögnitz und Püchau gebaut werden, soll im August die Ausschreibung erfolgen. „Für das Schöpfwerk bei Püchau haben wir darüber hinaus inzwischen die Planung vergeben.“ Der Auftrag ging nach europaweiter Ausschreibung an das Ingenieurbüro für Siedlungswasserwirtschaft und Tiefbau Leipzig. Da sich zahlreiche Vorschriften seit Beginn des Vorhabens geändert haben, rechnet die LTV allein für die Planung des Schöpfwerks mit einem Jahr Dauer. Die komplette Fertigstellung des Flutschutzes, so Zechendorf abschließend, sei nicht vor 2022 zu erwarten.

Von Simone Prenzel

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